Die DHBW VS (rechts) möchte am Standort in der Schwenninger Innenstadt das „One Campus“-Prinzip verwirklichen – mit räumlicher Hilfe der HFU (links) Foto: Mareike Kratt

Beim Blick Richtung Zukunft wird’s konkret an der DHBW VS: Mehrere Maßnahmen sind geplant – so auch das Projekt „One Campus“, das große Veränderungen mit sich bringt.

„Die Hochschule voranbringen“ – das hatte sich Rektor Lars Meierling als großes Ziel gesetzt, als er im Juli 2024 seinen Dienst an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) am Standort in VS angetreten hat.

 

Jetzt, rund ein Jahr später, wird er damit schon ziemlich konkret. Die wohl einschneidendste Maßnahme, die schon in der Realisierungsphase ist, ist das Projekt „One Campus“. „Beide Fakultäten – Wirtschaft und Sozialwesen – sollen vereint werden“, erklärt Lars Meierling als – längerfristiges – Ziel.

Bisher zwei Standorte

Während die Wirtschafts-Fakultät mitsamt Rektorat und Verwaltung zentral rund um die Schwenninger Friedrich-Ebert- sowie Jakob-Kienzle-Straße angesiedelt ist, ist der Bereich Sozialwesen seit 30 Jahren überwiegend in der Schramberger Straße untergebracht – also ein ganzes Stück entfernt von der Innenstadt. Eine Umfrage im vergangenen Herbst hätte kritische Rückmeldungen zur dortigen Infrastruktur ergeben, fügt Prorektor Gert Heinrich hinzu.

Aus zwei mach eins

Perspektivisch ist nun geplant, beide Disziplinen am Campus in der Innenstadt zu vereinen. Die Gründe liegen für die DHBW-Spitze auf der Hand: Die beiden Disziplinen sollen näher zusammenrücken. „Eine räumliche Nähe beflügelt die inhaltliche Verknüpfung“, ist sich Lars Meierling sicher. Besser gesagt: „Wenn Büro an Büro liegt, können – bei einem Kaffee – viel eher gemeinsame Ideen entwickelt werden“.

Am DHBW-Campus in der Schwenninger Schramberger Straße ist seit 30 Jahren die Fakultät Sozialwesen untergebracht. Sie soll schrittweise mit der Fakultät Wirtschaft am Hauptcampus in der Innenstadt zusammengeführt werden. Foto: Mareike Kratt

Der Prorektor verspricht sich derweil nicht nur Austausch, sondern auch gegenseitige Hilfe. Wirtschaft und Sozialwirtschaft bedingten sich sowieso einander – warum also nicht die teils noch „langweiligen Vorträge“ aus der Wirtschaft mit dem bereits interaktiveren Unterricht aus dem Sozialwesen bereichern?

Keine neuen Gebäude

Und wie soll das Projekt räumlich umgesetzt werden? „Wir planen nicht mit neuen Gebäuden“, macht der Rektor sofort deutlich mit Blick auf vergangene Diskussionen rund um mögliche zusätzliche DHBW-Standorte in der Innenstadt, etwa ’s Rössle, Altes Gymnasium oder das Gemeindehaus der katholischen Kirchengemeinde unterhalb von der St. Franziskuskirche.

Und das, obwohl das ehemalige EVS-Gebäude in der unteren Bürkstraße, in dem bisher Teilbereich des Sozialwesens beheimatet waren, zum 30. September komplett zurückgegeben wird, wie Gert Heinrich berichtet.

Kooperation mit HFU

Vielmehr setzt die DHBW auf die Kooperation mit der benachbarten Hochschule Furtwangen University (HFU): Künftig dürfen die Dualen Studenten acht HFU-Hörsäle mitnutzen – die im Übrigen in Sachen Ausstattung auf dem gleichen modernen Stand sind wie 65 DHBW-Hörsäle, in denen die Kreidetafeln von sogenannten Active Boards mittlerweile abgelöst worden sind, erzählt der Prorektor.

„Wir sind schon jetzt mit der HFU in einem guten Austausch und wollen als gemeinsamer Hochschul-Campus sichtbar werden – zum Wohle der Stadt“, betont Lars Meierling. So sind auch gemeinsame Projekte, etwa im Bereich der Nachhaltigkeit, geplant.

Kein Wachstum

Der Rektor ist überzeugt, dass rund um den bestehenden Campus genügend „Platz zur Lehre“ ist. Denn mit Blick auf den demografischen Wandel ist für ihn gleichzeitig klar: „Ein Wachstum an Studentenzahlen ist nicht erwartbar.“

Zügig voran gehen soll es also mit dem „One Campus“-Gedanken: Derzeit wird das C-Gebäude entlang der Friedrich-Ebert-Straße aufwendig saniert. Teilbereiche können zum Semesterbeginn am 1. Oktober wiedereröffnen, weiß Prorektor Heinrich. Doch das große Gebäude soll längerfristig auch der Sozialwesen-Fakultät zur Verfügung stehen: „Mit der vollen Nutzung tritt die Teilrealisierung von ’One Campus’ in Kraft.“

„One Campus“-Tag

Anfang nächsten Jahres soll es dann einen „One Campus“-Tag geben, um Studenten und die Öffentlichkeit über das Vorhaben allumfassend aufzuklären, vielleicht sogar in Verbindung mit dem Nachhaltigkeits-Tag zusammen mit der HFU, blicken Rektor und Prorektor voraus.

Das C-Gebäude der DHBW an der Friedrich-Ebert-Straße wird derzeit saniert. Künftig soll hier auch Platz für die Studenten des Sozialwesens sein. Foto: Mareike Kratt

Was mit den Gebäuden in der Schramberger Straße passiert, also ob und welche Außenstandorte der DHBW künftig noch zur Verfügung stehen werden, müsse mittelfristig geprüft werden.

Weitere DHBW-Projekte

Räume mit neuer Lernumgebung
„Heutzutage geht es weniger um Wissens- als vielmehr um Kompetenzvermittlung“, erklärt DHBW-Rektor Lars Meierling. So sollen künftig einige Räume einmal ganz anders ausgestattet werden, um eine neue Lernumgebung zu schaffen – und um die Lernumgebung spontan wechseln zu können. Unter anderem soll dafür eine Couch eingesetzt werden. Das fördere auch die Attraktivität des Standorts.

Internationalisierung
Die Inhalte vermehrt in englischer Sprache zu vermitteln, hat sich Rektor Lars Meierling ebenso auf die Fahnenstange geschrieben. „Wir sind schon recht weit“, findet er, und verweist auf den englischsprachigen Unterricht, der möglicherweise schon ab nächstem Herbst angeboten werden kann. Auch für den internationalen Markt sei die DHBW attraktiv, wenn es darum geht, dass hiesige Firmen mit internationaler Ausrichtung englischsprachige Studenten beschäftigen. Die Herausforderung sei, dies auch in den Alltag der Firmen zu integrieren. „Darum müssen wir uns Gedanken machen und müssen noch flexibler sein“, so der Rektor.