Lucas Höler traf zum 2:1 für den SC Freiburg, der Treffer wurde jedoch fälschlicherweise nicht gegeben. Foto: Tom Weller/dpa

Bitter für den SC Freiburg: Das Tor von Lucas Höler zu Beginn der Verlängerung hätte zählen müssen. Das, was selbst der Gegner so sah, bestätigte am Freitag der DFB.

Was Trainer, Spieler und Fans bereits am Donnerstagabend vermuteten und auch öffentlich kundtaten, bestätigte am Freitag auch der DFB: Das Tor zum 2:1 durch den Freiburger Stürmer Lucas Höler direkt nach Beginn der Verlängerung hätte zählen müssen.

 

Höler hatte sich in der 91. Minute des DFB-Pokalhalbfinale im Zweikampf gegen Jeff Chabot durchgesetzt und anschließend den Ball an Alexander Nübel vorbei ins Tor bugsiert. Weil jedoch Schiedsrichter Tobias Welz schon vor der Torerzielung auf Offensivfoul durch Höler entschied, zählte der vermeintliche Führungstreffer nicht – und auch der Videoassistent (VAR) durfte nicht eingreifen.

Eine bittere Szene für die Freiburger, die in der 119. Minute den bitteren 1:2-Gegentreffer kassierten und so ihre Finalträume begraben mussten. Doppelt bitter: Laut DFB hätte Hölers Tor zählen müssen. Es habe sich um einen „robusten, aber regelkonformen Zweikampf“ gehandelt, sagte Marco Fritz, Leiter Regelauslegung und Evaluation in der DFB Schiri GmbH, auf Anfrage der Deutschen Presseagentur.

Lucas Höler spricht von einer „Frechheit“

Er bestätigte damit das, was nach dem Spiel Höler, SC-Trainer Julian Schuster und Kapitän Christian Günter gesagt hatten. Alle äußerten sich ähnlich: Schuster sah ein „reguläres Tor“, für Höler war der Foulpfiff eine „Frechheit“ und auch Günter war fassungslos. „Wenn das ein Foul ist, dann muss ich, glaube ich, hier und heute meine Karriere beenden, weil das ist wirklich gar nichts“, sagte der Tennenbronner.

So begründet der DFB seine Aussage

„In der Dynamik des Spiels hat der Schiedsrichter im Zweikampf zwischen Lucas Höler und Jeff Chabot einen regelwidrigen Armeinsatz von Höler wahrgenommen. Deshalb hat er auf Foulspiel entschieden und das Spiel unterbrochen“, erklärte Fritz. „Mit den Fernsehbildern wäre es jedoch deutlich besser gewesen, das Duell als robusten, aber regelkonformen Zweikampf zu bewerten, die Partie weiterlaufen zu lassen und das unmittelbar folgende Tor von Höler zu geben“, so der Experte vom DFB.

Selbst der VfB Stuttgart gibt dem SC Freiburg recht

Eine Einschätzung, die nach dem Spiel sogar die Stuttgarter teilten. „Einen krasseren Fehler, glaube ich, kannst du nicht machen als Schiri. Gut für uns natürlich, aber das darfst du nie und nimmer wegpfeifen“, sagte etwa Deniz Undav. Sebastian Hoeneß, Trainer des VfB Stuttgart, sah es ähnlich: „Die Situation darfst du nicht abpfeifen. Da hätten wir genauso reagiert, wie es die Freiburger getan haben.“

Traum von zweitem Finale nach 2022 platzt bitter

Für die Freiburger, die bereits in Durchgang eins einen Elfmeter gefordert hatten, jedoch nur ein schwacher Trost. Denn statt 2:1 zum wichtigen Zeitpunkt zu Beginn der Verlängerung ging es mit 1:1 weiter. Der VfB Stuttgart, der erst in Durchgang zwei so richtig ins Spiel kam, musste keinem Rückstand hinterher rennen – und beendete kurz vor Schluss die Freiburger Träume vom zweiten DFB-Pokalfinale nach 2022.