Ab Montag ist die Schömberger Stadtverwaltung in der Alten Hauptstraße 6 zu finden. Das alte Rathaus wird derzeit ausgeräumt und die neuen Büros im ehemaligen Musikhaus Schreijäg bezogen.
Um die 200 Kartons – möglicherweise auch mehr – stapeln sich in den Büros im historischen Rathaus. Darin verstaut sind die Arbeitsmittel der Verwaltungsmitarbeiter, Ordner, Bücher, Büroartikel, Elektrogeräte und vieles mehr, was zum Rathausalltag dazugehört. Die Kisten sind mit grünen Zetteln versehen die anzeigen, wo sie im Interimsrathaus ausgepackt werden sollen.
Von Mittwoch bis Freitag ist die Schömberger Stadtverwaltung mit Ausnahme des Bürgerbüros geschlossen und öffnet erst am Montag wieder – allerdings auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Die Räume des ehemaligen Musikhaus Schreijäg wurden in den vergangenen Monaten zu Büros umgebaut. Mindestens drei Jahre lang wird die Stadtverwaltung nun in der Alten Hauptstraße 6 zu finden sein, während das historische Rathaus abgebrochen und an derselben Stelle ein Neubau gebaut wird.
Weniger Platz zur Verfügung
Die Mitarbeiter einer Spedition verfrachten alle Möbel des alten Rathauses in einen Laster, der nur wenige Meter entfernt wieder hält. Alle Rathausmitarbeiter helfen beim Umzug mit, räumen die Amtsstuben leer, tragen den ein oder anderen Karton einfach über die Straße und packen die ersten Sachen schonmal am neuen Arbeitsplatz aus. Vieles, was sich in den vergangenen Jahrzehnten angesammelt hat, landet auch im Container. Und das, was in den nächsten drei Jahren nicht dringend im Arbeitsalltag gebraucht wird, wird im Keller des Interimsrathauses eingelagert. „Wir müssen uns beschränken, weil uns jetzt weniger Platz zur Verfügung steht“, erklärt Bürgermeister Karl-Josef Sprenger.
Zeitplan konnte nicht eingehalten werden
Der Umzug war ursprünglich auf Ende Juni terminiert, doch Lieferverzögerungen und dann die Urlaubszeit brachten den Zeitplan etwas durcheinander. Sobald die Räume leer sind, wird das Balinger Ingenieurbüro Kaltenbach die Bestandsimmobilie dokumentieren – so will es die Untere Denkmalschutzbehörde des Landratsamts. Danach werden die Abrissarbeiten ausgeschrieben, sodass das Gebäude im kommenden Jahr für den Neubau weichen kann.
„Ohne jegliche Wehmut“ verlassen Sprenger und die Verwaltungsmitarbeiter das Gebäude, in dem fast 200 Jahre die Stadtverwaltung beheimatet war. „Es war schlichtweg nicht mehr möglich, zeitgemäß zu arbeiten“, resümiert Sprenger. Die veralteten sanitären Anlagen, die niedrige Deckenhöhe und die fehlende Barrierefreiheit hätten keine angenehme Arbeitsumgebung geboten.
Wehmut bei den Schömbergern
Bei den Einwohnern hingegen, weiß Sprenger, mache sich angesichts des bevorstehenden Abrisses Wehmut breit. Schließlich sei das Rathaus identitätsstiftend fürs Städtle, auch wenn dessen marode Bausubstanz einen Abriss nahezu alternativlos machte.
Am Montag können die zwölf Mitarbeiter in den acht neuen Büros im Interimsrathaus loslegen. Markus Schnekenburger, der IT-Mann der Stadt, hat in den vergangenen zwei Wochen alles verkabelt und das Herz der EDV auf die andere Straßenseite verlegt. Ein Richtfunknetz verbindet nun das Bürgerbüro und das alte Rathaus mit der EDV-Anlage im Keller des Interimsrathauses.
Schild ist angebracht
Nach und nach füllen sich die neuen Büros mit den alten Möbeln und auch ein Schild, welches das Gebäude als neues Rathaus deklariert, ist an der Fassade angebracht. Die Küche fand im neuen Besprechungsraum ihren Platz, ebenso das Gemälde mit der historischen Stadtansicht, das einst den Sitzungssaal im alten Rathaus zierte. In diesem zeigt sich ganz deutlich, warum der Umzug nötig ist: Dort sind bereits Deckenplatten heruntergebrochen.