Polarlichter gehören zu Erscheinungen aus dem Bereich der atmosphärischen Optik – genauso wie etwa die untergehende Sonne, der Regenbogen, das Wetterleuchten oder das Alpenglühen. Foto: Imago/Pond5 Images

Derzeit brodelt es auf der Sonne. Sie hat mehrere Sonnenstürme Richtung Erde geschickt. Deren Eintreffen ist voraussichtlich auch von Deutschland aus sichtbar.

Für Freitag- (10. Mai) und Samstagabend (11. Mai) erwarten Astronomen wieder Polarlichter über Deutschland und Baden-Württemberg. Je nördlicher man sei, desto größer sei die Wahrscheinlichkeit, sie zu erblicken, sagt Carolin Liefke vom Haus der Astronomie in Heidelberg. Es gebe natürlich keine Garantie, dass man etwas sehe. Es bestehe aber eine gewisse Wahrscheinlichkeit.

Der wissenschaftliche Name für Nordlichter auf der Nordhalbkugel ist Aurora borealis, für Südlichter auf der Südhalbkugel Aurora australis. Foto: Imago/Pond5 Images
Ursache für das himmlisch-bunte Leuchten am Sternenhimmel sind Sonneneruptionen. Foto: Imago/Pond5 Images
Dabei kommt es zu einem koronalen Massenauswurf Richtung Erde kommt, der aus Elektronen, Protonen und Atomkernen besteht. Foto: Imago/Pond5 Images
Weil Bestandteile des Plasmas elektrisch geladen sind, wechselwirken sie mit dem Erdmagnetfeld und stauchen es quasi zusammen. Foto: Imago/Pond5 Images

Was ist die Ursache für das Phänomen der Nordlichter?

Ursache sind Sonnenstürme, die auf das Magnetfeld der Erde treffen. Bereits in den vergangenen Tagen seien mehrere Sonnenstürme, sogenannte Koronale Massenauswürfe (CME), Richtung Erde beobachtet worden, sagt Astronom Volker Bothmer von der Universität Göttingen. „Einen extrem starken Sturm, der zu Ausfällen von Stromnetzen und anderem führen kann, hat es jedoch nicht gegeben“, beruhigt er.

Die Ursprungsregion der Sonnenstürme- ein großer Sonnenfleckcluster – wandere auf der Sonne durch die Sonnendrehung von der Erde weg, erklärt Bothmer, „sodass wir aus der Schusslinie geraten“.

Der Sonnenfleckcluster sei etwa 16-mal so groß wie der Durchmesser der Erde, teilten Experten der US-Wetterbehörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) am Freitag bei einer Pressekonferenz mit. Die Betreiber von wichtiger Infrastruktur in den USA seien benachrichtigt worden.

Wie selten ist das bevorstehende Ereignis?

Es sei das erste Mal seit 2005, dass eine derart hohe Warnstufe für einen geomagnetischen Sonnensturm ausgegeben worden sei, sagte Shawn Dahl von der NOAA. „Das ist ziemlich außergewöhnlich, ein sehr seltenes Vorkommnis.“ Unter anderem aufgrund der weiten Entfernung der Sonne zur Erde gebe es bei der Vorhersage aber auch immer einen sehr hohen Unsicherheitsgrad.

Die Sonne durchlebt einen etwa elf Jahre währenden sogenannten Sonnenfleckenzyklus mit Phasen schwacher und starker Aktivität. Im Minimum können monatelang keine Flecken zu sehen sein, im Maximum Hunderte. Seit Dezember 2019 hatte die Aktivität der Sonne stetig zugenommen, aktuell befindet sie sich im Umfeld eines Maximums. Immer wieder waren daher in den vergangenen Monaten Polarlichter auch über Deutschland zu sehen.

Durch magnetische Kurzschlüsse im Schweif des Erdmagnetfeldes werden Teilchenströme aus Stickstoff- und Sauerstoffatome der Atmosphäre in den Polarregionen erzeugt, die die Luftteilchen zum Leuchten anregen, was als Polarlicht sichtbar wird. Foto: Imago/Pond5 Images
Polarlichter sind meist in zwei drei bis sechs Breitengraden umfassenden Bändern in der Nähe der Magnetpole zu sehen. Foto: Imago/Pond5 Images
Mit einem Trick kann man das Naturphänomen unter Umständen sichtbar machen: Normalerweise reicht es, ein Handy auf die Fensterbank zu legen. Foto: Imago/Pond5 Images
Dann muss man so lange belichten, wie es geht. Dabei sollte es so dunkel wie möglich sein. Foto: Imago/Pond5 Images

Wie kann man die Erscheinungen am besten miterleben?

Mit einem Trick kann man das Naturphänomen unter Umständen sichtbar machen: „Normalerweise reicht es, ein Handy auf die Fensterbank zu legen“, hatte Liefke Ende März erklärt. Dann müsse man so lange belichten, wie es geht.

Dabei sollte es so dunkel wie möglich sein. Auch eine freie Sicht nach Norden ist wichtig. „Auf dem Foto kommen dann meistens schon die Farben raus“, so Carolin Liefke. Und das, obwohl am Himmel gar keine Farben oder nur ein farbloser Schleier zu sehen ist.

Wie entstehen Nordlichter?

Der wissenschaftliche Name für Nordlichter auf der Nordhalbkugel ist Aurora borealis, für Südlichter auf der Südhalbkugel Aurora australis. Die Sonnenaktivität hat in den vergangenen Monaten zugenommen, mehr Sonnenstürme als gewöhnlich sind entstanden. Im Norden Deutschlands waren im März bereits Polarlichter zu sehen, im Süden dann auch im September.

Ursache für das himmlisch-bunte Leuchten am Sternenhimmel sind Sonneneruptionen, bei denen es zu einem koronalen Massenauswurf Richtung Erde kommt, der aus Elektronen, Protonen und Atomkernen besteht. Weil Bestandteile des Plasmas elektrisch geladen sind, wechselwirken sie mit dem Erdmagnetfeld und stauchen es quasi zusammen.

Durch magnetische Kurzschlüsse im Schweif des Erdmagnetfeldes werden Teilchenströme aus Stickstoff- und Sauerstoffatome der Atmosphäre in den Polarregionen erzeugt, die die Luftteilchen zum Leuchten anregen, was als Polarlicht sichtbar wird. Polarlichter sind meist in zwei drei bis sechs Breitengraden umfassenden Bändern in der Nähe der Magnetpole zu sehen.