Andreas Farsang sammelt Erfahrungen als Demenz-Botschafter Natur im Pflegeheim St. Cyriak. Foto: Farsang

Der Demenz-Botschafter Natur Andreas Farsang aus Furtwangen küsst mit Wald und Wiese bei Patienten Erinnerungen wach. Heime und Angehörige können sich anmelden.

Andreas Farsang hat mit seinen 57 Jahren schon viel an Erfahrung in der Erwachsenenbildung und Kinderpädagogik gesammelt. Seine Liste an Qualifikationen ist lang, reicht vom Gästeführer im Naturpark Südschwarzwald, Artenschutzfachberater Hornissen- und Wespenschutz, Artenschutzfachberater Biberschutz bis hin zum Museumsführer im Museum Gasthaus Arche und anderem mehr. Hauptberuflich ist er jedoch bei einer Furtwanger Firma als Logistikmitarbeiter tätig.

 

Eigentlich genug, um die Tage zu füllen. Doch das Thema Demenz-Botschafter im Bereich Natur reizte ihn, weil hier Natur und Mensch in Verbindung treten.

So startete er im Oktober vergangenen Jahres mit der Ausbildung und machte gleich praktische Erfahrungen in Kooperation mit dem Pflegeheim St. Cyriak in Furtwangen. „Ich bin mit offenen Armen empfangen worden“, freut er sich über die Reaktion der Verantwortlichen im Altenheim.

So konnte er im November gleich erste Erfahrungen mit einer Gruppe Demenz-erkrankter Personen in St. Cyriak sammeln. Mitgebracht hatte er einige Felle und ausgestopfte Tiere. „Eine Frau hätte am liebsten alle Tiere mitgenommen“, so Farsang. „Die Frau hat Freude am Leben gehabt, an der Situation. Das hat man ihr richtig angesehen.“ Der Kontakt mit der Natur wecke viele Erinnerungen.

Auch Angehörige können vom Angebot profitieren

Ein zweiter Termin folgte im März, ebenfalls im Pflegeheim St. Cyriak, dann aber vor dem Gebäude, als er mit einer Gruppe von circa 15 Personen mit Demenz eine Bepflanzungsaktion durchführte. Auch dieser Einsatz sei sehr gut angekommen.

Nun möchte Farsang auch mit dem Pflegeheim Luisenhof in Vöhrenbach Kontakt aufnehmen und auf sein Angebot hinweisen. Weitere Einsätze in Pflegeheimen aber auch Aufträge von privater Seite, beispielsweise von Angehörigen von dementen Personen, sind ihm willkommen. Die Pflegeversicherung stelle hierfür einen bestimmten Fördersatz zur Verfügung.

Eine Gruppe von Senioren mit Demenz lässt sich auf das Naturerlebnis ein. Foto: Farsang

Die Rahmenbedingungen in Pflegeheimen mit Betreuung vor Ort und einem abgegrenzten Gelände seien sehr gut, so Farsang. Außerhalb von Pflegeheimen sei wichtig, dass eine Betreuungsperson für jeden dementen Teilnehmer mit dabei sei, also beispielsweise ein Angehöriger. Sowohl für den Angehörigen als auch den Menschen mit Demenz sieht er Vorteile. Denn bei Angehörigen, die demente Personen betreuten, bestehe die Gefahr eines sozialen Rückzugs. Das Hinausgehen und der Kontakt zur Natur könne dann für beide Seiten hilfreich sein.

Mit der Rikscha gehtes in die Natur

Und Farsang hat schon Ideen für weitere Möglichkeiten. Von einem Projektteilnehmer weiß er von Rikschas, mit denen ein oder zwei Personen befördert werden könnten und so eine demente Person mit Betreuungskraft zuhause abgeholt und ins Grüne gefahren werden könnte. „Das habe ich langfristig auch auf dem Schirm.“ Eine Ausbildungskollegin habe eine abgezäunte Streuobstwiese und wolle auch diese für ihre Einsätze nutzen.

Die Reaktionen seitens der dementen Personen an seinen bisherigen Einsätzen in St. Cyriak beflügeln Farsang. „Da war eine Frau dabei, die zu Beginn fast keine Reaktionen gezeigt hat. Aber zum Schluss hin ist sie richtig aufgetaut und hat geredet. Sie hat von ihrer Kindheit erzählt und dass sie da auch einen Fuchs gesehen hat.“

Die Ausbildung zum Demenz-Botschafter umfasst laut Farsang 36 Unterrichtseinheiten. Beim ihm erstreckte sie sich vom Oktober vergangenen Jahres bis in den März.

Weitere Informationen unter www.alzheimer-bw.de