Faszinierendes und Erstaunliches war bei der Einweihung des Planetenwegs in Inzlingen zu erfahren. Foto: Heinz Vollmar

Schlossvereinsmitglied Marco Baldrich hält beim Spaziergang über den Inzlinger Planetenweg zu seiner Einweihung erstaunliche Fakten bereit.

Mit der Einweihung des neu gestalteten Planetenwegs rückte der Verein zur Erhaltung des Inzlinger Wasserschlosses am Samstag ein wichtiges Kulturgut ins Blickfeld.

 

Bereits vor 15 Jahren hatte der Planetenweg für große Aufmerksamkeit in der Wasserschlossgemeinde und in der gesamten Region gesorgt, als Marco Baldrich vom Schlossverein die Idee hatte, nahe des Wasserschlosses einen Planetenweg einzurichten. Dieser wurde erstmals im Mai 2008 eingeweiht. In den Folgejahren sind die maßstabsgetreu nachgebauten Planeten jedoch oftmals beschädigt worden. Sogar der Saturn mit seinem Ringsystem sei gleich zweimal entfernt worden, erklärte Baldrich vor Beginn der Exkursion.

Begrüßt wurden die rund 70 Teilnehmer bei der Einweihung von Erich Hildebrand, dem Vorsitzenden des Schlossvereins. Er drückte seine Hoffnung aus, dass der neu gestaltete Planetenweg nun sicher vor Vandalismus sei und bedankte sich bei den zehn Spendern, die je 300 Euro für die Neugestaltung aufgeboten hatten. Das Inzlinger Stahl-und Metallbauunternehmen Piram spendete weitere 500 Euro und installierte zudem die neu geschaffenen Planeten sowie deren Informationstafeln.

Bürgermeister Marco Muchenberger zeigte sich erfreut über den großen Zuspruch bei der Einweihung und dankte dem Schlossverein für die Neugestaltung.

Mit Sachverstand und Anekdoten rund um das Sonnen-und Planetensystem, mit Bezügen zu wissenschaftlichen Erkenntnissen führte Baldrich über den neu gestalteten Planetenweg. So berichtete er vom höchsten Berg des Sonnensystems auf dem Mars, mit einer Höhe von 27 Kilometern. Auf dem Neptun wehten mit 2000 Kilometern pro Stunde die stärksten Winde.

Zugleich animierte Baldrich auch die Kinder, bei der Exkursion auf die Temperaturen der Planeten zu achten und fragte, wie oft man im Vergleich zur Erde auf den Planeten Geburtstag hätte, unter Beachtung ihrer Umlaufzeiten.

Die Anekdoten von Marco Baldrich (rechts) über 27 Kilometer hohe Berge, lassen nicht nur Kinder staunen. Foto: Heinz Vollmar

Ein gelaufener Meter auf dem Planetenweg entspreche fünf Millionen Kilometer. Am Modell der Sonne hatte Baldrich zu Beginn des Spaziergangs erklärt, dass auf dem Planetenweg die Größen der Sonne und Planeten im Verhältnis 1:2 Milliarden und die Distanzen im Maßstab 1:5 Milliarden abgebildet seien.

„Nach dem Uranus im siebten Himmel“

Am Standort des Planeten Uranus konnten sich die Teilnehmer wie „im siebten Himmel“ fühlen, meinte Baldrich: „Wenn man die Erde als Mittelpunkt annimmt, was vor Kopernikus in unseren Breiten der Fall war, und wenn jeder Planet einen Himmel begrenzt, dann ist man nach dem Uranus im siebten Himmel und nach damaliger Vorstellung besonders nah bei Gott.“ Zum Abschluss lud der Schlossverein zu einem kleinen Imbiss im Hof des Wasserschlosses ein.