Im März beginnt für viele das Campingjahr. Die Platzbetreiber berichten von stabiler Nachfrage und der anhaltenden Lust auf Urlaub im Freien.
Der Frühling steht vor der Tür und bei vielen Menschen erwacht die Lust aufs Reisen und danach, draußen zu sein. Viele Campingplätze öffnen ab März wieder – auch wenn es inzwischen immer mehr Plätze gibt, die ganzjährig geöffnet haben. So ist das auch im Kreis Lörrach. Unsere Redaktion hat mit den Betreibern gesprochen und sie nach ihren Erwartungen für die kommende Freiluftsaison gefragt.
Drei-Länder-Camp, Lörrach: Das Drei-Länder-Camp startet die Saison am 20. März. Die Gäste kommen laut Inhaber Klaus Bahner überwiegend aus anderen Bundesländern sowie aus dem benachbarten Ausland, weniger aus dem Landkreis Lörrach selbst. Und die Preise? „Preisliche Anpassungen erfolgen ausschließlich im Rahmen gestiegener Energie-, Personal- und Investitionskosten. Gleichzeitig investieren wir kontinuierlich in die Modernisierung und Qualität unseres Angebots“, so Bahner. Für die Saison 2026 erwartet er „eine stabile bis gute Nachfrage. Der Trend geht weiterhin zu hochwertigen Stellplätzen mit moderner Infrastruktur und klarer touristischer Ausrichtung.“
Hill Camping, Kandern: In Kandern wurden die Preise für die Stellplätze laut Platzwart Christian vom Team Hill Camping nicht erhöht. Lediglich bei den Dauercampern seien gestiegene Nebenkosten und Gebühren an die Mieter weitergegeben worden. Der Platz ist grundsätzlich ganzjährig geöffnet – doch erst am Osterwochenende läuten die Camper traditionell die neue Saison ein.
Neu ist in diesem Jahr das modernisierte Sanitärgebäude, das Ende März in Betrieb gehen soll. Campingurlaub liege weiterhin im Trend: „Wir verzeichnen stetig steigende Buchungen – sowohl für längere Aufenthalte als auch für kurze Stopps.“ Viele Hill Camping-Gäste seien sportlich unterwegs, etwa Europareisende, aber auch Wanderer auf dem Westweg sowie Zweiradtouristen.
Campingplatz Schönenbuchen, Schönau: Der Platz in Schönau am Fuße des Belchens hat ganzjährig geöffnet. Trotzdem wird derzeit noch viel Aufbauarbeit geleistet. Grund dafür: Dorotea Jenne-Toma und Julius Kümmerle sind seit August 2025 die neuen Chefs am Platz und dabei, alles von Grund auf neu zu gestalten. „Einen Neubau im Altbau“, nennt Jenne-Toma das im Gespräch mit unserer Redaktion.
Die Vorfreude sei auf jeden Fall riesig, und die Buchungen gingen bereits gut ein – obwohl viele Camper noch gar nicht wissen, was sie genau erwartet. Das habe die beiden überrascht. Vermutlich liege das auch an der Neugier vieler langjähriger Gäste auf die neuen Verantwortlichen, glaubt die gebürtige Kirchzartenerin. Und was erwarten sie selbst? „Ganz viele nette Gäste“, sagt Jenne-Toma und lacht.
Camping Hochschwarzwald, Todtnau-Muggenbrunn: Seit 20 Jahren ist die holländische Familie Versteegen-Gaijkhorst in Muggenbrunn für den Campingplatz zuständig. Trotz der Lage hoch oben auf 1050 Metern über Null ist Camping das ganze Jahr über möglich. Während im Winter viele Dauercamper für ein halbes Jahr buchen und nur rund zehn Plätze kurzzeitig an Urlauber vermietet werden, steigt die Zahl der „Touristenplätze“ in der Sommersaison auf etwa 50. Trotzdem kann es vor allem in den Monaten Juli und August voll werden – rechtzeitig zu buchen sei dann zu empfehlen, sagt Inhaberin Tineke Gaijkhorst.
Wer kommt? „Nicht nur Holländer“, weiß Gaijkhorst zu berichten. „Seit Corona wissen die Deutschen wieder, dass ihr eigenes Land auch schön ist.“ Und die Preise? „Haben wir ein kleines bisschen erhöht.“
Lug ins Land Camping, Bad Bellingen: Auch der Bad Bellinger Campingpark hat das ganze Jahr über geöffnet. Der Sommerbetrieb läuft derzeit an: Das große Restaurant öffnet am 10. März, die Brasserie „Cheers“ eine Woche später. Richtig los geht es laut Betreiber Niklas Böttle erwartungsgemäß über die Ostertage – dann rechnet er erstmals in diesem Jahr mit einem vollen Platz.
Für die neue Saison wurde an der Infrastruktur gearbeitet, außerdem gab es kleinere Verbesserungen am Spielplatz und einige neue Bäume – „weil der Schatten so wichtig ist“, sagt Böttle.
Im vergangenen Jahr habe es keine Preiserhöhung gegeben, nun werde wieder angepasst. „Aber moderat um drei Prozent“, so Böttle.
Besonders während der Hochphasen (Ferien und Feiertage) dürfte es auf dem Platz voll werden. Eine Reservierung sei daher immer empfehlenswert.
Campen im Winter?
Wintercamping
liegt insbesondere im Schwarzwald im Trend. Ist es kalt genug, wird Ski gefahren, bei milderem Wetter werden die Wanderschuhe geschnürt. Vor allem in den unteren und mittleren Höhenlagen hätten viele Betreiber die Gunst der Stunde genutzt und ihre Plätze aufgewertet, sagt Kurt Bonath vom Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland (BVCD).