Viele solcher Schilder verweisen auf die zentralen Parkplätze zur Gartenschau im Bereich Aue in Baiersbronn sowie im Gewerbegebiet Sulzhau in Freudenstadt. Von dort fahren Shuttlebusse zur Gartenschau. Foto: Hannes Kuhnert

Gleich mehrere Rekorde bricht die Gartenschau in Freudenstadt und Baiersbronn, die am Freitag, 23. Mai, startet. Einer davon bescherte den Organisatoren schlaflose Nächte.

Die Gartenschau in Baiersbronn und Freudenstadt, die am Freitag eröffnet wird, schmückt sich schon im Vorfeld mit ein paar gut klingenden Superlativen: mit gut acht Kilometern die längste Gartenschaustrecke zum Beispiel oder mit 50 Höhenmetern den größten Höhenunterschied einer Gartenschau.

 

Deren Geschäftsführerin Cornelia Möhrlen hat noch einen: „Die erste und einzige Gartenschau, bei der Radfahrer ausdrücklich willkommen sind.“ Und damit sind wir schon beim nächsten Superlativ: „Bei bisher noch keiner Gartenschau war der öffentliche Personennahverkehr so stark integriert wie bei uns“, trumpft die Geschäftsführerin auf. Allerdings nicht ganz ohne Sorgen.

Platz für etwa 500 Fahrzeuge gibt es auf dem Gelände im Gewerbegebiet Sulzhau. Von dort fahren die Shuttles zum Gartenschau. Foto: Hannes Kuhnert

Die Mobilität bei der Gartenschau, also das Regelwerk des Kommens und Gehens der Gäste, hat den Verantwortlichen schlaflose Nächte beschert. Denn das enge „Tal X“, so schön und wildromantisch es sein mag, verträgt nun mal keinen zusätzlichen Autoverkehr. Es wird und es muss währen der 143 Tage Gartenschau weitgehend ohne gehen. Das soll stark kontrolliert werden.

Der äußere Ring

Der äußere Ring Schon heute sind auf vielen Straßen rund um Baiersbronn und Freudenstadt Hinweisschilder mit dem bunten X zu sehen. Diese Beschilderung beginnt bereits an den Autobahnausfahrten in Richtung Freudenstadt. Das X leitet autosteuernde Gäste zu den beiden großen Parkplätzen, die je etwa 500 Fahrzeugen Platz bieten: in Baiersbronn auf der Aue (in Richtung Mitteltal), in Freudenstadt im Industriegebiet Sulzhau bei der Firma Chini. Auf beiden Plätzen kostet die Tagesparkgebühr fünf Euro.

Von den Parkplätzen pendeln im 20- bis 30-Minuten-Takt kostenlose Shuttlebusse zu den Zugängen zur Gartenschau, also zum Bahnhof in Baiersbronn und zum Marktplatz in Freudenstadt. Dort gibt es auch Möglichkeiten, Eintrittskarten zu kaufen.

Der innere Ring

Der innere Ring Wem von dort der Fußweg ins Tal zu beschwerlich ist, kann in Freudenstadt auf den Talshuttle, in Baiersbronn auf den X-Press zurückgreifen. Sie sind in erster Linie für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Handicap, für Schwangere oder Familien mit kleinen Kindern gedacht. Diese sollten immer Vortritt haben. Wenn Platz ist, können auch andere Fahrgäste kostenlos einsteigen.

Die Strecke des Talshuttle wird in Freudenstadt etwa alle 30 Minuten vom Marktplatz bis zum Bärenschlössle im Pendelverkehr gefahren. Der X-Press rollt etwa alle 60 Minuten im Pendelverkehr von der Finkenwiese (unterhalb des Gasthauses Schiff) Richtung Baiersbronn über Xentrum, Michaelskirche, Backhäusle zum Gartendorf.

Hier darf nicht geparkt werden. Foto: Hannes Kuhnert

Und da gibt es noch eine reizvolle aber bequeme Spielerei. Die drei Rad-Taxis, die zwischen Bärenschlössle und Finkenwiese pendeln und müde oder erschöpfte Gartenschaubesucher aufsammeln und in Rikscha-Manier chauffieren.

Die Murgtalbahn

Die Murgtalbahn Der Öffentliche Personen-Nahverkehr (ÖPNV) unterbreitet bei der Gartenschau ein ebenso breites wie ausgeklügeltes Angebot, das dazu verführt, das Auto zu Hause zu lassen. Dieses wird erleichtert durch den Umstand, dass die Murgtalbahn über weite Strecken parallel zum Gartenschaugelände rollt mit Stationen in Baiersbronn und Freudenstadt Stadt- und Hauptbahnhof, dazu auf etwa halber Strecke in Friedrichstal. Die Murgtalbahn hat zahlreiche zusätzliche Fahrten eingeplant, so dass sie mindestens alle 30 Minuten fährt.

Die Omnibusse

Die Omnibusse Das Umsteigen auf den Bus bietet sich an. Die Linien 21 und F 11 rollen auf der Straße im 60 Minuten-Takt zwischen Freudenstadt Stadtbahnhof, Christophstal, Friedrichstal und Baiersbronn Schelklewiesen. Die Buslinie C/D fährt im 60-Minuten-Takt vom Marktplatz in Freudenstadt über den Stadtbahnhof zum Parkplatz im Gewerbegebiet Sulzhau.

Die Kosten

Die Kosten Die Tickets für Bus und Bahn sind im Landkreis Freudenstadt für Gartenschaubesucher mit Ein- bis Zweitageskarten kostenlos. Dauerkartenbesitzer zahlen die Hälfte des üblichen Fahrkartenpreises.

Die Radfahrer

Die Radfahrer „Radfahrer sind bei dieser Gartenschau herzlich willkommen“, wird Möhrlen nicht müde zu einzuladen. Für Radler aller Art schraubt sich eine nagelneue, geteerte Spur vom Wölperwiesenweg hinab ins Christophstal. Dort wird der Radweg bis auf einen kurzen Abschnitt von den Fußgängerwegen getrennt geführt.

Fahrradtaxis sammeln müde Gartenschau-Besucher auf dem Gelände auf und bringen sie ans Ziel. Foto: Zuzana Faißt

An allen sechs eingezäunten Stationen sind Radabstellplätze vorgesehen, eine sogar mit einem Radreparaturset.

Die Anwohner

Die Anwohner Autos haben im Gartenschaugelände nichts zu suchen. Doch es gibt Ausnahmen. Im Gelände wohnen und arbeiten Menschen und die müssen mobil bleiben. An die 500 Zufahrtsgenehmigungen sind für Anwohner, dort Beschäftigte oder auch Aussteller ausgegeben. Die Genehmigungen sollen gut sichtbar auf der Fahrzeugkonsole ausgelegt sein und damit den Ausnahmefall signalisieren. Die Anwohner haben alles Verständnis verdient.

Der Sonderzug

Der Sonderzug Zur Eröffnung der Gartenschau am Freitag, 23. Mai, um 12 Uhr im Spiegelzelt in Freudenstadt setzt die Deutsche Bahn einen Sonderzug ein. Er startet als Regionalexpress 38752 „Gartenschau“ im Hauptbahnhof Karlsruhe um 8.39 Uhr, hält bei den üblichen Stationen im Murgtal, kommt um 10.25 Uhr im Xentrum in Baiersbronn und um 10.36 Uhr im Hauptbahnhof Freudenstadt an. Dort startet die Rückfahrt um 17.37 Uhr mit Ankunft um 19.16 Uhr in Karlsruhe. Die Gartenschau selbst wird an diesem Tag bereits ab 10 Uhr geöffnet sein.

Informationen

Informationen Über alle Spielarten der Mobilität informiert die Gartenschau gGmbH in ihren verschiedenen Printpublikationen in hoher Auflager, auf ihrer Website www.tal-x.de und zunehmend in den sozialen Medien wie Instagram und Facebook.