Eine Viehwaage aus dem Jahr 1922 stand im Mittelpunkt des Aktionstages am Beihinger Heimatmuseum. Auch sonst war viel los.
Mit einem solch begehbaren Wiegeinstrument wurden in früheren Zeiten Großvieh wie Kuh und Bulle, aber auch Kleinvieh wie Kalb oder Schwein gewogen. Hierfür gab es gegenüber vom einstigen „Ochsen“ ein sogenanntes Waaghäusle, erzählte der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins, Thomas Burkhardt.
Die dortige Viehwaage fand ihren Platz bis zum Dezember 2025 im Geräteschuppen des Beihinger Heimatmuseums. Unterstützt mit 11.000 Euro durch das Förderprogramm der Leader-Aktionsgruppe Nordschwarzwald wurde eigens für die Waage neben der Scheune ein hochwassertauglicher überdachter Anbau aus Holz errichtet. Die Gesamtkosten lagen bei 19.000 Euro. Ergänzend zur Förderung wurde der verbleibende Anteil um Eigenleistung ergänzt und der Boden gepflastert.
Heute überwiegen historische Aspekte
Heute überwiegen die historischen Aspekte für den Erhalt der alten Viehwaage im Bereich des Heimatmuseums. Die Tiere werden inzwischen in den Schlachthöfen gewogen. Ausnahmsweise zeigte Vereinsvorsitzender Burkhardt, wie eine Kuh und damit Großvieh gewogen wird. Übrigens wog das Tier, das zusammen mit einer weiteren Kuh als Nutztier heimischer Bauernhöfe den Aktionstag auf der Wiese verbrachte, am Aktionssonntag 620 Kilo.
Einst waren für das Wiegen vor Ort die dem Vereinsvorsitzenden noch namentlich bekannten Waagemeister Eugen Seeger, Fritz Bauer und zuletzt Wolfgang Bohnet verantwortlich. Auf einem angehefteten Zettel am neuen Anbau war zu lesen, dass nach der Euro-Umstellung ab Anfang 2003 für Großvieh drei Euro und für Kleinvieh zwei Euro „Waagentgelt“ berechnet und vom Waagemeister kassiert wurden.
Auch die Kinder haben Spaß
Passend zur Präsentation des neuen Holzanbaus mit Viehwaage zeigten Doris Koch und Ulrike Arras-Braun beim Kinderprogramm am Aktionstag verschiedene historische Waagen aus dem Heimatmuseum und erklärten, wie diese funktionierten. Die große Anzahl an Kindern, die gekommen waren, hatte riesigen Spaß, Äpfel, Nüsse, Kartoffeln sowie Tannenzapfen, Tennisbälle oder Kronkorken und einiges mehr zu wiegen. Das größte Vergnügen war jedoch, sich gegenseitig auf die Plattform einer Waage zu stellen und mit Gewichten auf der Gegenseite herauszufinden, wie viel das jeweilige Kind wiegt.
Heinz Bäder unterhält mit seinem Akkordeon
Gut genutzt wurden die Sitzgelegenheiten vor dem Heimatmuseum, das an diesem Aktionssonntag nachmittags seine Türen öffnete und zu einem Besuch einlud. Für die musikalische Unterhaltung war Heinz Bäder aus Aidlingen mit seinem Akkordeon verantwortlich. Wie üblich wurden die zahlreichen Gäste mit Kaffee zum gespendeten Kuchen bewirtet, vor der Scheune wurde gegrillt und der Eiswagen von Paolo Palmaccio war gut frequentiert.
Garagenflohmarkt in Planung
Der nächste Aktionstag mit Kinderprogramm findet am Sonntag, 7. Juni, von 14 bis 18 Uhr am Heimatmuseum statt. Zeitgleich wird es in Beihingen einen vom Aktionstag unabhängigen Garagenflohmarkt geben. Zur Orientierung erstellen die Veranstalter einen Wegeplan.