Die erste Hälfte der Amtszeit als Grömbacher Bürgermeister ist vorbei, Daniel Wolbers Bilanz positiv: Großprojekte sind abgeräumt, die Stimmung im Gemeinderat ist befriedet.
Es war der Doppel-Paukenschlag um den Jahreswechsel 2021/22 in der zweitkleinsten Gemeinde im Kreis Freudenstadt. Bei der Bürgermeisterwahl in Grömbach erreichte im ersten Wahlgang keiner der vier Kandidaten die erforderliche Mehrheit – einer, der gar nicht auf dem Stimmzettel stand, kam aber über die freie Zeile auf Platz zwei: Daniel Wolber.
Wolber leitete daraus den Auftrag von der Bevölkerung an sich ab, eine Bewerbung einzuwerfen, tat dies – und wurde im zweiten Wahlgang am 9. Januar tatsächlich zum neuen ehrenamtlichen Bürgermeister von Grömbach gewählt.
Bereits im Februar übernahm er die zuvor hauptamtlich dotierte Aufgabe in der rund 600 Einwohner zählenden Gemeinde und wurde im April in dieses Amt eingesetzt.
Drei Großprojekte sind geschafft
„Ich ging respektvoll an diese Aufgabe heran und blicke inzwischen auf drei große Projekte zur Halbzeit“, sagt Wolber, hauptberuflich Lehrer an der Falkenrealschule in Freudenstadt, im Gespräch mit unserer Redaktion.
Sein erstes großes Projekt war, den 1,4-Millionen-Vertrag mit der Netze BW für das Breitband im kleinen Ort zu unterschreiben. Das nächste Riesenprojekt war der Windpark mit den beiden Windrädern auf Grömbacher Gemarkung. Diese wurden profitabel für die Kommune verpachtet. Als Riesenerfolg bezeichnet Wolber als drittes Projekt die vom ihm federführend geleitete 950-Jahr-Feier von Grömbach im vergangenen Jahr.
Sprechstunde ist ihm wichtig
Diesen sichtbaren Projekten stehen die persönlichen Begegnungen mit den Grömbachern gegenüber. Dem ehrenamtlichen Bürgermeister sind die jeden Dienstag von 16 bis 17.30 Uhr stattfindenden Sprechzeiten im Rathaus wichtig. Teils mit, aber auch ohne vorherige Anmeldung werde dieser „Jour fixe“ wahrgenommen, um Probleme und Herausforderungen zu besprechen oder Informationen zu teilen. „Und wenn es erforderlich ist, dann gerne auch außerhalb der Sprechzeit“, sagt Wolber.
Auch der Gemeinderat habe inzwischen wieder großes Vertrauen in die Kommunalverwaltung, meint Wolber. Das treffe auch auf die Verwaltungsgemeinschaft mit Pfalzgrafenweiler zu.
Ratsbeschlüsse würden trotz kritischer Diskussionen auch bei Großprojekten mit klaren Mehrheiten gefasst. Dabei biete er vorab die Richtung und die mögliche Lösung an, sagt Wolber. Neu seien die richtungsweisenden Klausurtagungen im Herbst, bei denen über Investitionen und deren Struktur gesprochen werde.
Zukunftsaussichten nicht gerade rosig
Für das Jahr 2026 stehe die Ausschreibung der Investitionen in der Hochdorfer Straße an. Mit Blick in die Zukunft sieht Wolber schwere Zeiten auf die Gemeinde zukommen. Vor allem seien bei steigender Kreisumlage und weiteren Erhöhungen Kreditaufnahmen für Investitionen erforderlich. „Trotzdem muss der Haushalt genehmigungsfähig bleiben“, beschreibt Wolber den Spagat. Überdies soll dann auch Zeit für kleinere Sachverhalte und Themen bleiben. Dabei denkt Wolber etwa an verblasste Straßenschilder, die ausgewechselt werden sollten.
Dankbar ist der ehrenamtliche Bürgermeister dafür, dass ihm die Verwaltungsgemeinschaft mit Pfalzgrafenweiler sowie der Landkreis mit seinem Kommunal- und Bauamt vieles abnehmen. Dabei hat er auch den kurzen Weg zwischen Falkenrealschule und Landratsamt schätzengelernt.
Bei Steinmeier in Berlin
„Die Führungsschiene“, so erzählt er, hatte Wolber stets im Visier, ob als Schulleiter oder bevorzugt als Bürgermeister.
Große Freude habe ihm zuletzt im März der Besuch bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue bereitet. Teilgenommen haben an dieser wertschätzenden Veranstaltung 70 ehrenamtliche Bürgermeister aus ganz Deutschland, die sich in Berlin als Kommunalforum vernetzten und interessante Vorträge unter der Überschrift „Zukunft möglich machen“ erlebten.