Das Comedy-Festival feierte am Sonntag einen kleinen Geburtstag im Freudenstädter Kurhaus. Die Veranstaltung von Schwarzwälder Boten und der Stadt Freudenstadt hatte vor fünf Jahren ihre Premiere.
Es durfte, nein, es musste gelacht werden am Sonntagabend im Freudenstädter Kurhaus. Mit rund 550 gut gelaunten Gästen aus der Region feierten die Veranstalter mit dem fünften Comedy-Festival einen kleinen Geburtstag, wie es Marketingleiter Timo Fasching nannte.
Es war ein ausgesprochen fröhlicher Abend mit viel Humor und Comedy, Satire und Travestie, der die täglichen Sorgen in der Weltpolitik leicht vergessen ließ. Denn die Kabarettisten kamen volle drei Stunden sehr gut ohne sie aus.
Comedy-Festival auch für 2026 wieder geplant
Seit 2020 hat nun das Comedy-Festival in Freudenstadt zusammengezählte 15 Stunden etwa 3000 Zuschauern gute Laune beschert, dabei 16 Künstlern den Preis der Stadt verliehen, zählte Fasching zu Beginn auf. Wie tröstlich, dass der sechste Abend der guten Laune 2026 bereits vorbereitet wird.
Durch die neue Lachparade führte wieder Doris Reichenauer, bekannt geworden als scharfzüngige Blonde von „Dui do on de Sell“, die auch als Solistin nichts von ihrem bemerkenswerten schauspielerischen Talent verloren hat. Dazu kommt ihr gnadenloser schwäbischer Humor, mit dem sie auch die kleinste Stimmungsschwankung ihres Ehelebens genüsslich austritt und damit den auftretenden Künstlern eine gute Brücke baut.
Anspielungen und Doppeldeutigkeiten
Zunächst Tina Häussermann, die barfuß auf die Bühne kommt und barfuß die Pedale ihres Pianos bearbeitet. Luftig begleitet sie auf dem Flügel ihre hintersinnigen Texte, vollgepackt mit Anspielungen und Doppeldeutigkeiten. Singend verschickt sie ihren in Origami-Manier gefalteten Mann mit IHL in Wartestand. Dem Publikum bescheinigte sie „ihr seid genial“, selbst als es eine „relativ hohe Schaukel-Resilienz“ entwickelte, da es Häussermanns Schaukel-Aufforderungen nur zögerlich nachkam. Das aber war spätesten beim Ba-Ba-Ba und letztlich bei ihrem Rap über die heiße Frau vergessen. Denn da bekannte die zierliche Person, die ihr 25. Bühnenjubiläum feierte: „Ich bin der Grund zur Erderwärmung. “
Ihren Duschvorhang hatte Fräulein Wommy Wonder zu einer „spannenden“ Glitzer-Robe umgearbeitet, mit einer Pelzstola drapiert und auf den Kopf eine Perücke gestülpt, die wohl handgeschnitzt war. Damit und mit seinen netzbestrumpften Füßen in Stöckelschuhen erreicht der Travestie-Künstler mit den ausladenden Kurven namens Michael Panzer aus Riedlingen locker eine Lebensgröße von 2,40 Meter.
Zu was eine schwäbische Saugosch fähig ist
Diese wuchtet er elegant über die Bühne, unaufhörlich im breitesten Schwäbisch haarsträubenden Nonsens von sich gebend. Immerhin war schon zu seiner Schulzeit Deutsch sein gutestes Fach! Inzwischen trinkt er Wein aus dem Tetra Pack, dem hübschen Dörfchen gleich rechts von der Bredouille. Denn für ihn – pardon für sie – ist Alkohol keine Lösung. Sondern ein Destillat. Und ihre/seine Körperfülle rührt her vom berüchtigten „An-den-Kühlschrank-Gen“.
Wiederauferstehung feierte das wuchtige Fräulein nach der Pause als Staubwedel schwenkender Putzteufel Elfriede Schäufele mit Lockenwickler-Pracht. Sie war deswegen in die Breite gegangen, „weil beim Anruf bei den Weight-Watchers keiner abgenommen hat“.
Unvergesslicher Hafer- und Bananenblues
Die Krone setzte dem Abend Markus Zipperle auf, der Synchronsprecher fürs Äffle und Pferdle, die einst die Werbepausen im SWR füllten. Ihr unvergesslicher Hafer- und Bananenblues erlebte eine neue Uraufführung, freudig vom Publikum mitgesungen. Da kam so etwas wie Wehmut auf.
Doch spätestens bei seiner Mundakrobatik über den Krankenhausbesuch wegen kleiner sprachlicher Schwächen erkannten die Zuschauer, zu was eine schwäbische Saugosch fähig ist. Stürmischer Applaus brandete ihm entgegen. Dazu erhob sich das ganze Kurtheater aus den Sitzen.
Besonderer Dank für den Ex-Oberbürgermeister
Alle Künstler wurden zum großen Finale noch einmal auf die Bühne geholt, dazu Freudenstadts Oberbürgermeister Adrian Sonder, der, wie Veranstaltungsleiterin Corinna Gerlach und Gebietsverkaufsleiter Ralf Chizzola vom Schwarzwälder Boten, die Comedy-Preise der Stadt übergab. Der Blumenstrauß für Doris Reichenauer war Ehrensache für Ex-Oberbürgermeister Julian Osswald.
Ihm und Ex-Tourismusdirektor Michael Krause dankte Marketingleiter Timo Fasching besonders. Sie hatten gemeinsam vor fünf Jahren das Comedy-Festival auf die Kurhausbühne gestellt. Es erwies sich als Erfolgsgeschichte.