Wulf, Lioba und Daniela gefällt es in Oberndorf sehr gut. Foto: Herring

Lohnt sich das Campen in Oberndorf? Wir haben uns auf dem Wohnmobilstellplatz an der Neckarhalle umgehört und viel Interessantes erfahren.

Der Wohnmobilstellplatz an der Neckarhalle in Oberndorf bietet einige Möglichkeiten. Über die Pfingsttage waren hauptsächlich Wohnmobile mit Tuttlinger und Villingen-Schwenninger Kennzeichen zu sehen. Wir haben mit den Campern gesprochen.

 

Zu ihnen gehören Wulf, Lioba und Daniela aus Spaichingen. Sie genießen die Tage hier und sind begeistert von dem Platz. Für sie ist der Wohnmobilstellplatz in Oberndorf kein Zwischenstopp oder eine Rast, sondern das Ziel. Sie erzählen, dass es nicht das erste Mal für sie sei, dass sie hier campen. Die Familie campe hier immer wieder mal.

Am Bodensee ist’s zu voll

„Wir kommen häufiger im Jahr mit unserem Wohnmobil für ein paar Tage her“, erzählt Wulf. „Man benötigt keine große Planung.“ Er ist der Meinung: „Ob an den Bodensee zu fahren oder hierher nach Oberndorf, von Spaichingen aus brauchen wir gleich lang. Für uns sind die Touris und Besucher am Bodensee der ausschlaggebende Punkt. Es ist einfach viel zu voll dort.“

Lioba, Wulfs Frau, berichtet, dass sie vor allem wegen des Oberndorfer Freibades hier gerne hinkomme und nächtige. Schließlich liegt dieses direkt neben dem Wohnmobilstellplatz. Laut ihr ist das Freibad „eines der besten in der Umgebung“. Sie habe schon viele Freibäder besucht und getestet, aber dieses habe ihnen besonders gut gefallen und ziehe sie immer wieder an.

Kleiner Kurzurlaub

Mit ihren Fahrrädern fahren Wulf und Lioba immer wieder gerne ein paar kleine Touren. Sie kochen und grillen vor Ort. Zum Einkehren gehen sie gerne mal ins Turnerheim oder zum Minigolfplatz. Lioba und ihre Tochter Daniela gehen außerdem gerne am Neckar spazieren, während Wulf alles aufbaut und vorbereitet. „Wie ein kleiner Kurzurlaub“ so Wulf.

Lioba fügt hinzu: „Außerdem hatten wir schon schöne Begegnungen mit anderen Campern.“ Eine der schönsten sei das Kennenlernen von Stellplatz-Nachbarn aus Sachsen gewesen. Sie könne sich zwar nur noch an den Namen des Hundes, Josef, erinnern, aber auch daran, wie sie gemeinsam mit ihren neuen Nachbarn draußen unter der Markise saßen und den Abend ausklingen ließen. Warum also weit weg fahren, wenn das Schöne doch so nah liegt?

Bei Ausschilderung noch Luft nach oben

Ein anderer Camper aus Villingen-Schwenningen erzählt, dass er ebenfalls häufiger hierher kommt und auch schon viele Bekanntschaften gemacht hat: „Wir rufen uns dann immer gegenseitig an und geben Bescheid, dass wir wieder da sind.“ Mit Bedauern sagt er: „ Aber jedes Jahr werden es immer weniger Bekannte, die man hier trifft.“

Eine Freundin kommt den 78-jährigen Camper immer wieder mit ihren Kindern besuchen: „Die Kinder spielen dann gerne auf dem Basketballplatz Fußball“.

Auf einen Freibadbesuch verzichtet der Camper eher. An warmen Sommertagen sei der Parkplatz voller Autos von Freibadbesuchern. „Hier ist dann die Hölle los.“ Was ihn stört: „Der Parkplatz für die Wohnmobile ist nicht besonders gut ausgeschildert. Man weiß gar nicht wirklich, wo man sein Wohnmobil abstellen darf.“

Auch Schlimmes erlebt

Ab und an unternimmt der Camper eine Radtour nach Sulz. Um nicht kochen zu müssen, geht er gerne zum Metzger und holt sich dort ein Fleischkäsweckle. Außerdem hat er dieses Jahr seinen 78. Geburtstag auf dem Stellplatz gefeiert. 16 Freunde und Bekannte kamen, um mit ihm anzustoßen. „Wir hatten zwei große Tische aufgebaut und haben den Tag genossen.“

Aber der 78-Jährige hat auch schon Schlimmes in Oberndorf erlebt. Er erzählt, wie sein Wohnmobil im August 2025 aufgrund eines Kurzschlusses abgebrannt sei. Er sei zu der Zeit in Oberndorf einkaufen gewesen und „Gott sei Dank nicht im Wohnmobil.“

Auf dem Wohnmobilstellplatz in Oberndorf, der Platz für 14 Fahrzeuge bietet, muss keine Gebühr gezahlt werden. Laut städtischer Internetseite darf man bis zu drei Tage dort bleiben.