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Calw Coronavirus: Stadt stellt Desinfektionsmittel her

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Die Stadt Calw stellt nun selbst Desinfektionsmittel her. Das berichtet Oberbürgermeister Florian Kling (rechts). Foto: Stadt Calw

Calw - Corona-Pandemie hat die Welt fest im Griff, Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel sind Mangelware – selbst in Krankenhäusern wird das Material knapp. Die Stadt Calw hilft nun tatkräftig mit – indem die Verwaltung Hunderttausende Schutzmasken beschafft und selbst Desinfektionsmittel herstellt.

Wo sonst Schüler pauken, herrscht momentan wegen der grassierenden Virus-Epidemie gähnende Leere, Klassenräume sind bundesweit verwaist. Jedoch nicht in der Erna Brehm Grund- und Werkrealschule in der Calwer Badstraße.

Desinfektionsmittel

Denn in den dortigen Chemieräumen stellt Birgit Memmeler im Auftrag der Stadtverwaltung derzeit selbst Desinfektionsmittel her für die, die es am dringendsten brauchen: Ärzte oder Pflegeeinrichtungen, aber auch Supermarktpersonal oder Lebensmittellieferanten.

Üblicherweise ist Memmeler die Koordinatorin der Reinigungskräfte in Calw. "Sie ist zertifizierte Desinfekteurin", erklärt Calws Oberbürgermeister Florian Kling. Und in dieser Funktion trägt sie nun dazu bei, die rasante Ausbreitung des Coronavirus zu bekämpfen.

Unterstützt wird sie dabei von Uwe Fink (Hausmeister der Volkshochschule, des Haus Schüz und der Stadtinformation), dem Hausmeister der Badstraßenschule, Max Netz, sowie Dietmar Beckmann vom Hochbauamt.

Mehrere Tausend Liter für die Desinfektion von Händen und Flächen können produziert werden; unter anderem 3000 Liter eines bei der Bundeswehr gebräuchlichen Desinfektionsmittels, berichtet Kling. Zur Flächendesinfektion stehe die Verwaltung in Rücksprache mit den Lieferanten für die Chlorung des Stammheimer Freibads, der benötigte Rohstoffe bereitstellen könnte.

Schutzartikel

Doch damit nicht genug: Über einen Lieferanten aus Mexiko gelang es der Verwaltung zudem, 250.000 drei­lagige Schutzmasken zu be­sorgen, von denen 200.000 an den Landkreis weitergegeben wurden. Letzterer versorgt damit unter anderem das Krankenhauspersonal. "Ob noch weitere Lieferungen möglich sind, ist derzeit mehr als fraglich", fürchtet Kling.

Darüber hinaus gelang es, 700 Schutzmasken mit ­speziellen Filtern zu beschaffen, wie sie auch in Intensivstationen verwendet werden. Da diese "nur an den medizinischen oder pflegerischen Bereich gehen müssen, darf die Bevölkerung nur behelfsmäßigen Mundschutz tragen und ist angehalten, diesen in der Öffentlichkeit auch aufzuziehen", mahnt der OB.

Noch nicht vorhanden seien dagegen Schutzkittel, Einmalhandschuhe und Schuhüberzieher. Er arbeitete jedoch daran, auch diese Artikel noch zu beschaffen, berichtet Kling.

Medizinisches Personal

Bereits am Mittwoch schrieb der OB unter anderem Ärzte, Seniorenheime, Pflegedienste und Hebammen in Calw an, um Hilfe anzubieten. "Die Stadt Calw hat sich zur Aufgabe gemacht, den Landkreis und das Gesundheitsamt nach besten Kräften zu unterstützen und in der schwierigen Situation auch selbst an die Beschaffung von Schutzausstattung zu gehen. Sie können die Mittel direkt von uns zum Selbstkostenpreis/Einkaufspreis beziehen", heißt es in der versandten E-Mail.

Die Kosten für die Ausrüstung würden erst nach der Corona-Krise in Rechnung gestellt - wenn auch klar sei, wer für diese aufkomme. "Jetzt geht es darum, möglichst flächendeckend Schutzmittel einzusetzen und Ihnen unter die Arme zu greifen", bekräftigt Kling.

Der Bedarf könne bei der Stadt angemeldet werden. "Wir werden dann priorisieren beziehungsweise möglichst schnell zuteilen und Ihnen Rückantwort geben", schreibt der OB. Dabei solle nur der Minimalbedarf für 14 Tage angegeben und auch eine Wiederverwendung von Masken berücksichtigt werden. Ärzte würden ohnehin sicher auch vom Landkreis, über den Mediverbund oder die Kassenärztliche Vereinigung noch Schutzartikel bekommen.

Weitere Gruppen

Seit diesem Freitag werden darüber hinaus Supermärkte, Drogerien, Gastronomen und Händler mit Kundenkontakt - so auch auf dem Wochenmarkt - beliefert. Auch ­Mitarbeiter des Ordnungsamtes sowie der Gemeinnützigen Werkstätten und Wohnstätten (GWW) werden bedacht.

Bereits ausgegeben

Rund 400 Schutzmasken mit speziellen Filtern, 5200 dreilagige Schutzmasken, 200 Liter Handdesinfektion sowie 70 Liter Flächendesinfektion ­seien bereits am Donnerstag ausgegeben worden, so der OB. Darüber hinaus habe die Stadt mehr als 320 Rollen ­Toilettenpapier für eine ­Tagespflegeeinrichtung besorgt.

Hinweise an Bevölkerung

An die Bevölkerung gerichtet appelliert Kling, dass es für den täglichen Bedarf völlig ausreiche, sich die Hände mit Seife zu waschen. "Der Virus wird dann auch wirklich von der Haut abgewaschen. Es muss also niemand in den Privathaushalten Desinfektionsmittel beschaffen", erklärt der OB. Zudem bittet er dringend darum, zwar einen Mundschutz zu tragen. Dieser könne jedoch auch selbst genäht werden. Alles, was dagegen derzeit noch auf dem Markt zu bekommen sei, werde "komplett für den medizinischen Bereich benötigt". Daher müsse auch davon abgesehen werden, solcherlei Schutzartikel für den Hausgebrauch zu kaufen.

Darüber hinaus weist Kling darauf hin, dass Desinfektionsmittel und Mundschutz zwar in der Badstraßenschule ausgegeben würden. ­Allerdings würden diese Artikel nicht dort, sondern an einem anderen Ort sicher gelagert. "Ein Einbruch lohnt sich nicht", betont der OB. Auch patrouilliere die Polizei nun verstärkt in der Bad­straße; zudem seien Sicherheits­kameras angebracht worden.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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