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Calw Abstruse Erlebnisse zum Auftakt des Sommerkinos

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Corona-bedingt ist viel Platz auf den Rängen. Das tut der Stimmung jedoch keinen Abbruch. Foto: Tröger

Calw - Zum Glück gibt es auch in diesem Jahr Kino und Kultur im Kreuzgang des Klosters in Hirsau, nachdem alle geplanten Klostersommer-Veranstaltungen ja wie berichtet wegen der Corona-Krise abgesagt werden mussten.

Das war ein herber Schnitt für die Verantwortlichen um Jürgen Ott ebenso wie für die Fans der beliebten Open Air-Events aus nah und fern. Hinter den Kulissen wurde intensiv über alternative Optionen "gehirnt" und nun eine Möglichkeit gefunden, unter den eingeschränkten Versammlungsbedingungen die einzigartige Location im Nagoldtal doch noch zu bespielen.

Unterhaltung an drei Wochenenden

Da jetzt wieder Zusammenkünfte von bis zu 99 Personen erlaubt sind, findet seit Freitag das vorgezogene Kleine Calwer Sommerkino im Kloster statt. Das Kommunale Kino Pforzheim (KoKi) – in "normalen" Jahren schon neun mal Veranstalter des Sommerkinos jeweils im Anschluss an den Klostersommer – bietet mit der Stadt Calw an drei Wochenenden jeweils von Freitag bis Sonntag ein ausgewähltes Programm für Erwachsene und Kinder, sowohl abends auf großer Leinwand als auch tagsüber auf einem LED-Bildschirm.

Zum Start stand die deutsche Komödie "Die Känguru-Chroniken" nach dem gleichnamigen Buch von Marc-Uwe Kling auf dem Programm. Er schrieb auch das Drehbuch und ist die Stimme des Schnapspralinen-liebenden Kängurus. Inszeniert hat den Film Regisseur Dani Levy.

Der unterambitionierte Berliner Kleinkünstler Marc-Uwe (Dimitrj Schaad) und das vorlaute Känguru (in der digitalen Hülle steckt Volker Michalowski) legen sich mit dem rechtspopulistischen Immobilienhai Dwigs (Henry Hübchen) an, der ihre Nachbarschaft mit einem Protz- Tower verschandeln will. Doch zunächst müssen die beiden sich kennenlernen.

Das sprechende Anarcho-Beuteltier klingelt bei Marc-Uwe an der Tür und wird wenig später ungefragt sein Mitbewohner. Folgend häufen sich die abstrusen Erlebnisse des ungleichen Teams. Denn wo das antikapitalistische Känguru ist, da ist auch das Chaos nicht weit. Marc-Uwe und das Tier gründen mit einigen Nachbarn das "Antisoziale Netzwerk", stürmen die Party des Großspekulanten, der ihnen grandios schwachköpfige Nazi-Schlägertypen auf den Hals hetzt.

Im Nebenstrang stellt sich der migränegeplagte Held Marc-Uwe beim Anbaggern der blonden Maria himmelschreiend täppisch an. Drehbuchautor Kling und Regisseur Levy zeigen Mut zum Klamauk und zu herrlichem Quatsch, auf den sich die Zuschauer in Hirsau gerne einließen – da zahlenmäßig nur unter 100, verloren sie sich etwas im Kreuzgang. Den Spaß jedenfalls quittierten ­sie mit wiederkehrenden Lachsalven.

Wortakrobaten präsentieren ihre Werke

Vorab präsentierten die Veranstalter als Überraschung einen Wettbewerb dreier Poetry-Slammer. Es oblag dem Autor und Moderator Elias Raatz, als Rezitator kleiner eigener Gedichte die drei Wortkünstler mit je zwei ihrer Werke zu präsentieren. Konstantin Korovin forderte erstmal einen riesen Applaus für den schwäbischen Erfindergeist der Veranstalter, die im Handumdrehen aus zwei Kehrwochen-Besen einen Ersatz für den nicht vorhandenen Mikrofonständer zauberten. Sein Thema war dann die irreführende Wortakrobatik der Werbetexter. Sarah Kenntner schreibt über ihren afro-schwäbischen Alltag und gab in bestem Schwäbisch-Idiom und wechselnden Stimmlagen die tatsächlich passierte polizeiliche Suche nach der verschwundenen Schildkröte "Elvis" zum Besten. Nik Salsflausen ließ im Lager eines Getränkehandels die Bier-Sorten in Dosen, Flaschen und Kisten aufeinander los. Der "Publikums-Applausometer" bestimmte Sarah Kenntner zur klaren Siegerin.

"Ich bin superfroh, dass wir das hinbekommen haben", freute sich Oberbürgermeister Florian Kling zu Beginn und lobte die gemeinsamen intensiven Bemühungen aller Beteiligten.

"In normalen Jahren wäre ich enttäuscht über 99 Besucher", gestand Frank Neubert vom Pforzheimer KoKi, "heute bin ich überglücklich, nachdem wir uns die letzten Wochen die Köpfe zerbrochen haben, ob und wie wir es hinbekommen." Auch Markus Kleinschmidt von der Stadt Calw fand lobende Worte für das immer konstruktive und zielgerichtete Miteinander und dankte neben dem Bauhof sowie den Sponsoren auch der zweiten Vorsitzenden des Vereins Freunde Hirsau, Freie Architektin Brigitte Bernet, die im Namen der Schlösser und Gärten Baden-Württemberg zuständig ist für die Bauüberwachung im Kloster.

Diese Woche ist die Zuschauerzahl begrenzt auf 99, nächste Woche kann das Kontingent aufgestockt werden, sagte Neubert, der betonte, dass alle Abstands- sowie Sicherheitsregeln eingehalten werden können und deshalb niemand Bedenken haben müsse. Tickets können im Vorverkauf online bestellt werden. Dort gibt es auch alle Infos zum Programm.

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