Mit über elf Millionen Baukosten für Bahnhof und Feuerwehr ist das Areal das teuerste und größte Projekt im Rahmen der Stadtsanierung. Was genau soll hier entstehen?
Die ersten Bagger rücken an, der ehemalige Jugendraum – früher Bahnhofskiosk – wird gerade dem Erdboden gleich gemacht. Die Vorbereitungen für das wohl größte Bauprojekt von Todtnau laufen. Das Bahnhofsareal ist das umfangreichste Projekt, welches im Rahmen der Stadtsanierung umgesetzt wird. Mit dazu gehört auch der millionenschwere Neubau des Feuerwehrhauses Todtnau hinter dem Busbahnhof.
Wie soll der Busbahnhof aussehen?
„So wie der Busbahnhof aktuell ist, ist er zu groß“, sagte Bürgermeister Oliver Fiedel einst in einem Gespräch mit unserer Redaktion. Schon seit 2014 laufen deshalb die Planungen für das Areal im Rahmen der Stadtsanierung III. „Für Todtnau ist das ein Riesen-Projekt“, sagt Fiedel.
Platz soll also eingespart werden, indem man den Bahnhof, in dem nun die Busse im Kreis herum fahren, verkleinert und in vier Haltebuchten umwandelt.
Im Kreis fahren können die Busse aber weiterhin – an der Kreuzung Schönenstraße/Meinrad-Thoma-Straße entsteht ein Kreisverkehr. Diesen können die Busfahrer als Wendepunkt nutzen. Darüber hinaus soll auf dem Areal eine öffentliche WC-Anlage entstehen, es gibt neue Wartebereiche und neue Anzeigetafeln.
Bürgermeister Fiedel wünscht sich auch Infotafeln zur Region. Zudem wird die Meinrad-Thoma-Straße saniert.
Eine Ausfahrt des Kreisverkehrs wird am bisherigen Jugendraum sein – denn dort wird ein Teil der neuen öffentlichen Parkplätze entstehen.
Wo kann geparkt werden?
Insgesamt sollen auf dem neuen Areal rund 50 öffentliche Parkplätze entstehen, womöglich ein Teil mit E-Lade-Stationen. „Die sollen gerne auch von Pendlern genutzt werden“, betont Bauamtsleiter Klaus Merz im Gespräch mit unserer Redaktion. Darüber hinaus sollen im neuen Feuerwehrgebäude weitere 25 öffentliche Parkplätze entstehen.
Vom ursprünglichen Plan eines Parkhauses mit 90 Stellplätzen war man aus Kostengründen abgewichen, dies hätte 4,5 Millionen Euro gekostet: „Das hätten wir uns nicht leisten können“, sagt Fiedel.
Wie sieht die neue Feuerwehr aus?
Der mehrgeschossige Neubau mit einer Bruttogeschossfläche von 2925 Quadratmetern soll hinter dem Busbahnhof und neben dem Edeka-Markt entstehen.
Sechs Garagen gehören zur Fahrzeughalle.
Die Feuerwehr bekommt eine direkte beschrankte Ausfahrt zu L 126 im Alarmierungsfall.
Was passiert mit dem Edeka-Markt?
Wer im Edeka in Todtnau einkaufen geht, weiß, wie eng es dort zuweilen zugeht. Schon lange planen die Betreiber, die Schmidts Märkte, hier eine Erweiterung des nur 800 Quadratmeter großen Einkaufsmarkts. Geplant sei, diesen auf 1200 bis 1400 Quadratmeter zu vergrößern, so Bürgermeister Fiedel. Dazu laufen Gespräche mit dem Eigentümer des Grundstücks.
Dafür müsse nun aber erst einmal ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Das Verfahren werde aktuell vorbereitet, informiert Bauamtsleiter Merz. Das Projekt laufe zeitlich unabhängig von den Arbeiten auf dem restlichen Areal.
Wie teuer wird das Großprojekt?
Der Neubau des Busbahnhofareals inklusive Straßensanierung und neuer Parkplätze wird mit rund drei Millionen Euro zu Buche schlagen. Mehr als die Hälfte wird durch Fördermittel der Städtebauförderung und die Programmförderung ÖPNV-LGVFG finanziert, wodurch der städtische Anteil bei 1,2 Millionen Euro liegt. Wesentlich teurer wird der Feuerwehr-Neubau mit rund 8,4 Millionen Euro. Abzüglich der Fördermittel aus dem Feuerwehrwesen (Z-Feu), Ausgleichstock und KfW bleibt ein Eigenanteil für die Stadt von rund fünf Millionen Euro.
Wie sieht der Zeitplan aus?
Für die Feuerwehr habe man bereits die Arbeiten für die Versorgungs- und Entsorgungsleitungen vergeben, die im März beginnen sollen. Der Hochbau startet im Mai oder Juni. Nach eineinhalb Jahren soll das Gebäude Ende 2027 fertiggestellt sein, so Merz. Der Busbahnhof soll ab dem Sommer neu gebaut werden und ein Jahr später im Frühjahr/Sommer 2027 fertig sein.