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Burladingen Coronavirus: Unternehmer verschenkt 1000 Schutzmasken

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Abdullah Koteiche mit seinen Mitarbeitern. Fast 1000 FFP1-Masken holten sich Einrichtungen bei ihm ab und bedankten sich für das Geschenk. Foto: privat

Burladingen - Wahrscheinlich hat Abdullah Koteiche mit seiner Spende einige Leben gerettet. Genau erfahren wird man es wohl nie. "Das ist auch besser so", sagt der Burladinger Self-Made-Unternehmer und gläubige Muslim und winkt ab. Einzelschicksale Corona-Betroffener mag er sich gar nicht vorstellen.

In einer Zeit, in der Atemmasken zu Wucherpreisen im Internet angeboten werden, medizinisches Personal weltweit händeringend nach Schutzausrüstungen sucht, hat der Inhaber der Firma Car Clean in der Gammertinger Straße 3 den Großteil seines Vorrates an sogenannten FFP1-Masken einfach verschenkt. An die Burladinger Praxen, an das Krankenhaus in Balingen und die Acura-Klinik in Truchtelfingen, an die BeneVit-Einrichtungen in Albstadt und hier vor Ort und ihre Fahrer, an Apotheken, Feuerwehrleute und Polizisten in der Fehlastadt (die Masken kommen nicht in OP-Sälen und Intensivstationen zum Einsatz, dort gilt FFP2- und FFP3-Standard).

Eine Maske kostet in normalen Zeiten schon zwischen sieben und zehn Euro

Es sind Masken mit eingebautem Filter. Die genügen bereits den etwas erhöhten Anforderungen. Es sind eben diese Atemmasken, die normalerweise seine Mitarbeiter tragen, wenn sie Autos gründlich reinigen. "Die sind manchmal innen ja auch stärker verdreckt. Wenn Kinder Milchprodukte erbrochen haben zum Beispiel, Hunde im Auto transportiert wurden oder Cabrios innen angeschimmelt sind, weil sie nicht richtig belüftet wurden", erzählt der 31-jährige aus seinem Arbeitsalltag. Die Schutzmasken kauft der Chef immer im 250er-Pack, hat immer viele auf Vorrat da. Eine Maske kostet in normalen Zeiten schon zwischen sieben und zehn Euro. Als von einem Virus in China die Rede war, schwante dem Self-Made-Unternehmer, dass die Masken vielleicht knapp werden könnten und er kaufte noch einmal einige Pakete dazu.

Durchaus ein Mann mit Geschäftssinn

Seit neun Jahren ist Abdullah Koteiche selbstständig und hat in seiner Karriere bereits mehrfach Weitblick bewiesen. Schon als er Mitte zwanzig war, wurde er bei der Tankstelle von Wolfgang Knüpfer vorstellig. Schon damals erzählte Koteiche den Knüpfers, dass er mit Auto-Aufbereiten Geld verdienen wollte. Die Tankstelleninhaber hatten so ihre Zweifel. Mittlerweile hat der jetzt 31-Jährige drei fest angestellte Mitarbeiter und zwei Aushilfen, besitzt mehrere Häuser und hat unlängst die Esso-Tankstelle am Ortseingang erworben, nahe dem Edeka. Er will mit seinem Unternehmen dort zum Jahresende hinziehen. Durchaus also ein Mann mit Geschäftssinn.

Und ja, erzählt er im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten, auch bei ihm hätten sie sich gemeldet, die Schacherer, die mit einem auf einmal so wichtigem Gut Kasse machen wollten. Sie hätten ihm für seinen Vorrat schon deutlich mehr boten, als er bezahlt hat und sie noch viel teurer weiter verkauft. Auch Koteiche hätte schnell viel verdienen können. "Ich habe das nicht gemacht", sagt er. Im Gegenteil.

Als der Virus auch nach Europa schwappte, Virologen und Politiker anfingen zu sehen, dass die Welt womöglich auf die größte Krise seit dem Zweiten Weltkrieg zusteuern würde, als die Medien immer deutlicher warnten und die Dramen in Italien die Welt erschütterten, da, so sagt Koteiche, wollte er helfen. Irgendwie. "Aber ich wusste erst gar nicht wie."

Nach und nach, und spätestens als die Schacherer sich bei ihm meldeten, begriff der Burladinger auf welchem Schatz er da sitzt. Und startete seine Spendenaktion. Er kontaktierte verschiedene Einrichtungen und schrieb auf dem Facebook-Profil seiner Firma dass er 1000 Masken verschenken wolle und Einrichtungen sie sich abholen können. Die Masken sind mittlerweile an den Mann gebracht, Kliniken und Praxen bedankten sich öffentlich.

Vielleicht öffnet das Geschäft in den nächsten Wochen nur noch stundenweise

Ein paar der unter Umständen lebensrettenden Atemmasken mit dem Filter will der Auto-Aufbereiter für sich, seine Familie und seine Mitarbeiter aber noch zurückhalten. Denn immerhin läuft sein Betrieb noch. Allerdings überlegt auch er sich, ob er in den nächsten Wochen sein Geschäft nur noch stundenweise öffnet, denn viel ist derzeit nicht mehr los.

Wann alles wieder im Normalbetrieb laufen wird, weiß noch keiner und auch Abdullah Koteiche nicht, wann er seinen Vorrat an Masken wieder zum Normalpreis aufstocken kann.

Für seine Großzügigkeit in der Corona-Krise findet der gläubige Muslim schlichte Worte: "Gott will, dass wir aufeinander aufpassen und wenn jeder nach dem anderen schaut, dann schaffen wir das."

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