Zum Tag der offenen Tür ist die Öffentlichkeit am Sonntag, 20. Juli, eingeladen. Das Jägerbataillon will eine Truppe zum Anfassen sein. Hier sind die Details zum Programm.
Auf dem Kasernengelände in Donaueschingen herrscht geschäftiges Treiben: Zwei Soldaten schleppen Tarnnetze zu einem Parcours, wo fünf schwere Gefährte geparkt sind, darunter das Gefechtsfahrzeug der Jägertruppe, der GTK Boxer. Etliche Schrottautos stehen dahinter aufgereiht.
Was mit den ausgemusterten Autos passiert, können Interessierte am Sonntag, 20. Juli, von 10 bis 19 Uhr vor Ort miterleben: Das Donaueschinger Jägerbataillon öffnet an diesem Tag seine Pforten für die Öffentlichkeit.
Der Bundeswehrstandort Donaueschingen ist einer der größten Arbeitgeber der Region. Das Donaueschinger Jägerbataillon ist gar der älteste aktive Jägerverband Deutschlands. Seit März 2022 führt Oberstleutnant Timo Elbertzhagen das Jägerbataillon 292. 900 Soldaten sind derzeit im Einsatz tätig. Zuletzt waren die Soldaten bei einer KFOR-Mission im Kosovo stationiert.
Ein vierköpfiges Team hat die vergangenen vier Monate unter Hochdruck daran gearbeitet, ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine zu stellen. Zuletzt hat ein Tag der offenen Tür in der Fürstenberg-Kaserne im Jahr 2016 stattgefunden, wie der Projektleiter, Hauptmann Phillip M. (Namen einiger Soldaten aus Sicherheitsgründen abgekürzt) berichtet.
Warum es so lange bis zu einer Neuauflage gedauert hat? „Wir wollen das Thema Öffentlichkeitsarbeit wieder aktiv angehen“, sagt Phillip M. hierzu.
Die Bundeswehr sei in der letzten Zeit zwar stärker in den medialen Fokus gerückt. „Doch viele Jüngere, die nicht gedient haben, wissen gar nicht, wie der Alltag in der Bundeswehr so abläuft – und dass hier in Donaueschingen überhaupt noch Truppen stationiert sind“, sagt der Hauptmann.
Auch der Reservist und Oberstabsfeldwebel Roland B. war in die Planung involviert. „Der Tag soll auch unsere Wertschätzung gegenüber der hiesigen Bevölkerung zum Ausdruck bringen“, betont er. Denn Donaueschingen sei „eine Insel der Glückseligkeit, da die Bevölkerung uns sehr gut mitträgt – das ist eine ganz andere Atmosphäre als in Großstädten“, sagt Presseoffizier Kevin Lahr.
Akzeptanz im Landkreis ist „äußerst gut“
„Die Akzeptanz hier im Schwarzwald-Baar-Kreis ist äußerst gut“, attestiert auch der Oberstabsfeldwebel. Zahlreiche Soldaten seien hier langjährig verwurzelt. „Viele Menschen aus der Umgebung haben hier zu Zeiten der Wehrpflicht gedient“, weiß Roland B. Deshalb sei auch damit zu rechnen, dass der Tag der offenen Tür auch ein Tag des Wiedersehens wird. „Das Jägerbataillon ist wie eine große Familie“, so der Oberstabsfeldwebel.
Fiktiver Häuserkampf
Man wolle künftig eine „Bundeswehr zum Anfassen“ sein. Und nicht nur das – Besucher können am Sonntag sogar selbst aktiv werden. Zivilisten können aus nächster Nähe miterleben, wie ein fiktiver Häuserkampf abläuft und wie es sich in einem Panzer fährt. Die Besucher können bei einer Schießsimulation zusehen und bei einem feierlichen Gelöbnis der Soldaten der Basisausbildung dabei sein.
Kinder dürfen Therapiepferde streicheln
Auch für die Kleinen ist gesorgt: In einer Turnhalle dürfen sich die Kinder in einer Hüpfburg oder einem Hindernisparcours austoben. Zudem können auf einer Wiese Therapiepferde gestreichelt werden.
Das leibliche Wohl kommt auch nicht zu kurz: Mehrere Grill- und Essensstände sind über das sieben Hektar große Gelände verteilt. Und ganz klassisch – wie es die einstigen wie auch aktiven Soldaten kennen – wird an diesem Tag Erbseneintopf aus der Feldküche serviert. „Uns war klar, dass wir diese drei Sachen für den Tag der offenen Tür brauchen: Panzer, die fahren; Waffen, die schießen, und Erbsensuppe“, sagt Hauptmann Phillip M. lachend.
Kostenlose Parkplätze
Zum Tag der offenen Tür
In der Fürstenbergstraße 10 und in der Pfohrener Straße 50 sind Parkplätze, in der Dürrheimer Straße 38 gibt es Behindertenparkplätze. Diese sind alle kostenfrei. Von den Parkplätzen aus fahren mehrmals stündlich Shuttlebusse zum Tag der offenen Tür, der von 10 bis 19 Uhr dauert. Das Jägerbataillon rechnet mit 5000 bis 10 000 Besuchern. Am Eingang in der Friedhofstraße 26 kann es kurzzeitig zu Wartezeiten aufgrund von Sicherheitskontrollen kommen. Höhepunkte bilden unter anderem das feierliche Gelöbnis von Soldatinnen und Soldaten der Basisausbildung von 13 bis 14 Uhr sowie ein Benefizkonzert des Heeresmusikkorps Ulm von 18 bis 19 Uhr.