Die endgültigen amtlichen Ergebnissen der Bundestagswahl in den Wahlkreisen Zollernalb-Sigmaringen (295) und Tübingen-Hechingen (290) sind von den Kreiswahlausschüssen betätigt worden.
Kreiswahlleiterin für den Wahlkreis 295 Petra Hahn hatte zuvor noch etwas Arbeit zu erledigen: 16 Stimmzettel waren nicht ganz eindeutig zu lesen gewesen, jeden einzelnen zeigte Hahn dem Kreiswahlausschuss. Gemeinsam besprach man sich, welche dieser Stimmzettel als gültig beziehungsweise ungültig zu werten seien.
Ein Zettel etwa hatte ein Loch – beim Ankreuzen war zu fest aufgedrückt worden. Auf anderen Stimmzetteln hatten sich die Wähler anders entschieden und ihre Kreuzchen durchgestrichen und dann neu gesetzt.
Sehr ungewöhnlich waren gezeichnete Blumen – „da hatte vermutlich jemand sein Kind mit in der Wahlkabine“, meinte Petra Hahn. Ein Briefwahlzettel war zwei Tage zu spät aus den USA eingetroffen – und damit ungültig.
Aber nicht nur den Wählern passieren mal Missgeschicke: In einem Wahllokal war es beim Ablesen der Stimmen zur Verwechslung von Bündnis Deutschland und Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) gekommen. Den Fehler korrigiert, sei das BSW auf nun insgesamt 59 Stimmen gekommen, teilte die Kreiswahlleiterin mit.
Die Beschlussfassung über das endgültige Ergebnis erfolgte dann einstimmig: Unter anderem hatte Thomas Bareiß (CDU) sein Direktmandat im Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen verteidigt. Das Ergebnis ist über den Internetauftritt des Zollernalbkreises aufrufbar.
Keine wesentlichen Veränderungen
Der Kreiswahlausschuss des Wahlkreises 290 stellte mit der stellvertretenden Kreiswahlleiterin Gabriele Schmid ebenfalls das amtliche Ergebnis der Bundestagswahl fest. Wie die Pressesprecherin des Landratsamtes Martina Guizetti mitteilte, hätten sich gegenüber dem vorläufigen Wahlergebnis keine wesentlichen Veränderungen ergeben.
Wegen der nach der Wahlrechtsänderung erforderlichen Zweitstimmenabdeckung stelle der Kreiswahlausschuss nicht mehr fest, wer aus dem Wahlkreis direkt gewählt ist: „Dies wird von der Bundeswahlleiterin bekanntgegeben.“
Die bundesweite Tendenz der Briefwahl habe sich auch im Wahlkreis 290 Tübingen deutlich bemerkbar gemacht, denn der Anteil der Briefwähler habe im Wahlkreis bei immer noch hohen 38,6 Prozent gelegen – 2021 seien es 51,2 Prozent gewesen.
Das endgültige amtliche Wahlergebnis für den Wahlkreis werde erst nach der Feststellung des bundesweiten Ergebnisses formal bekannt gemacht, wie Martina Guizetti weiter mitteilte.
www.zollernalbkreis.de, www.kreis-tuebingen.de
Wissenswertes aus beiden Wahlkreisen
Die Wahlbeteiligung im Wahlkreis 295
lag bei 82,32 Prozent und damit deutlich über dem Wert der vorherigen Wahl. 2021 hatten 75,6 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimmen abgegeben. 180 742 Personen waren wahlberechtigt. Davon gaben 148 788 Frauen und Männer ihre Stimmen ab, was einer Quote von 82,32 Prozent entspricht. 147 189 gültige Erststimmen wurden abgegeben (98,93 Prozent), ungültig waren 1.599 Erststimmen (1,07 Prozent). Gültige Zweitstimmen wurden 147.931 gezählt (99,42 Prozent), ungültig waren 857 Zweitstimmen (0,58 Prozent).
Die Wahlbeteiligung im Wahlkreis 290
zeigt: Von insgesamt 199 799 Wahlberechtigten hatten nach den Feststellungen des Kreiswahlausschusses 172 184 Personen gewählt. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 86,2 Prozent. Bundesweit hatte die Wahlbeteiligung bei 82,5Prozent gelegen.