Er ist aktuell schon Bürgermeister, allerdings in der Gemeinde Leibertingen. Jetzt wirft Stephan Frickinger seinen Hut in Winterlingen in den Ring.
Die Termintafel auf der Homepage von Stephan Frickinger ist pickepackevoll. Zukunftsdialoge in Winterlingen, Benzingen und Harthausen, ein „Hock mol her“-Format im Wilhelm-Keinath-Park, Teilnahme beim Maibaumstellen und anderen Vereinsfesten, dem Reitturnier „Winterlingen Winners“ und weitere Programmpunkte.
„Mein Terminplan ist sportlich und das ist auch gut so“, schreibt der Mann, der am 21. Juni bei der Bürgermeisterwahl in Winterlingen als Sieger hervorgehen will, dazu selbst auf seiner Wahlkampf-Homepage. Frickinger ist 40 Jahre alt, verheiratet, hat zwei Kinder und wohnt aktuell in Leibertingen. Also in der Gemeinde im Landkreis Sigmaringen, von der er im Moment auch Bürgermeister ist.
Jetzt will er sich vom einen Chefsessel in den anderen schwingen. „Ich habe die Entscheidung nicht spontan gefällt“, erklärt er im Gespräch mit der SÜDWEST PRESSE, als er Anfang April mitten im startenden Wahlkampf ist. Gereizt habe ihn natürlich durchaus auch die Möglichkeit, für eine Gemeinde mit mehr Einwohnern verantwortlich zu sein. Leibertingen kommt auf gut 2200 Einwohner, Winterlingen auf mehr als 6000.
Anreiz: Verantwortlichkeit für den Flächennutzungsplan
Was den Architekten, der von 2018 bis 2021 als Stadtbaumeister in Meßkirch tätig war, quasi von ehemaligen Berufswegen an Winterlingen reizt, ist die Verantwortlichkeit für den Flächennutzungsplan.
Den bezeichnet er in der städtebaulichen Gestaltung und Entwicklung als „scharfes Schwert“ – eines, das er führen kann, wie er sagt. Und eben das ist in der Verwaltungsgemeinschaft gemeinsam mit der Nachbargemeinde Straßberg möglich. Und darüber hinaus seien teils auch aus den Vereinen die Menschen auf ihn zugekommen, um ihn zur Kandidatur zu ermutigen.
Gut 150 Rückmeldungen
So ist er jetzt also bereits voll im Wahlkampfmodus. Die bisherigen Termine, die er absolviert hat, waren nach eigenen Angaben positiv. Auf seiner Wahlkampfhomepage ruft er zudem schon jetzt dazu auf, dass die Bürger doch ihre Gedanken teilen sollen. Tatsächlich seien da schon knapp 150 Rückmeldungen eingegangen. „Die sind auch hilfreich, weil einige Themen in die gleiche Richtung gehen“, sagt der Leibertinger Kandidat. Für ihn sind unter anderem die Themenkomplexe Lebensqualität, die Arbeitsplatzsituation oder auch die Wirtschaftslage ein Anliegen – wirklich konkreter will er da aber im Moment auch nicht einsteigen, fürchtet, der Konkurrenz im Wettrennen um den Winterlinger Bürgermeisterposten zu viel thematisches Futter zu liefern.
Einer, der anpackt
Die Sorge, die von den Bürgern teils zum Ausdruck gebracht wurde, er könne ja ebenfalls nach ein paar Jahren Winterlingen verlassen, um eine größere Herausforderung zu suchen, zerstreut Stephan Frickinger umgehend. „Ich bin nicht der Politiker, sondern der Bürgermeister, der mit ranglotzt und anpackt“, sagt er.
Winterlingen habe da noch eine geschickte Größe, alles darüber sei er nur noch mit Organisieren und nicht mehr mit aktivem Verwaltungshandeln beschäftigt. Und eben das will er, noch aktiv im Tagesgeschäft mitmischen.
Nach Bürgergesprächen, schon neue Ideen
Aber nochmal zurück zu den bisherigen Auftritten in Winterlingen und den Gesprächen mit den Bürgern. Er habe da „viele pragmatische Sachen“ gehört, auch Dinge, für die er schon erste Ideen habe. Man spüre, dass die Menschen vor Ort seien und sich mit den Problemen auseinandersetzten: „Keiner träumt hier von Las Vegas“, stellt der Bürgermeisterkandidat eine gewisse Bodenständigkeit der Bürger fest.
Absurde Träumereien brauche es in Winterlingen auch nicht, zumal die bisherige Truppe im Rathaus samt Gemeinderat einen guten Job gemacht hätten über all die Jahre.
Mit Blick auf den scheidenden Rathauschef Michael Maier spricht Stephan Frickinger von „großen Fußstapfen“. Ob er die ausfüllen darf? Das entscheiden die Winterlinger Bürger Ende Juni an der Wahlurne. Bis dahin wird Frickinger weitermachen mit seinem sportlichen Terminplan im Wahlkampf.