Der Amtsinhaber bleibt Bürgermeister von Simmozheim. Das ist keine Überraschung, schließlich war der Rathaus-Chef der einzige Kandidat. Anders als erhofft ist dagegen die Wahlbeteiligung: Sie fällt mit 33,12 Prozent geringer aus als noch vor acht Jahren.
Kurz vor 18 Uhr sind die Wahlhelfer im Sitzungssaal im Simmozheimer Rathaus entspannt. Bürgermeister-Stellvertreterin Jennifer Lachenmann sitzt an der Urne, daneben am Tisch Astrid Winkeler und gegenüber Hartmut Mayer. Der ist nicht nur Wahlhelfer, sondern zugleich der Amtsvorgänger von Stefan Feigl. Noch ein Wähler trifft kurz vor Toreschluss ein. „Noch drei Minuten“, sagt anschließend eine Helferin. Und, als die Kirchenglocken 18 Uhr schlagen, „So, jetzt ist die Wahl beendet.“
Wahlzettel bleiben in Urne hängen
Ein wenig spannend wird es erst, als die Helfer den Inhalt der Wahlurne auf dem Tisch ausleeren. Zwei Wahlzettel wollen partout nicht heraus – bis Hartmut Mayer beherzt in die Urne greift. 252 Wähler haben laut Liste im Wahlbezirk I, Wahlraum ist der Sitzungssaal, ihre Stimmen abgegeben. So viele Stimmzettel müssen es sein. Um 18.07 Uhr steht fest: 252 sind es. Keine fünf Minuten später ist der Wahlbezirk ausgezählt.
Landrat Helmut Riegger als erster und bislang einziger Zuschauer ist kurz zuvor eingetroffen. Jetzt heißt es: Warten auf die Ergebnisse aus dem Wahlbezirk zwei und von der Briefwahl.
Ergebnis steht nach gut einer halben Stunde fest
Entspannt ist auch Bürgermeister Stefan Feigl, als er im Rathaus eintrifft. Während seine Mitarbeiter im Einsatz gewesen seien, habe er einen entspannten Tag gehabt. Aufgeregt, das hatte er schon vor einigen Tagen gesagt, sei er angesichts der Wahl nicht. Dazu gibt es auch keinen Grund: Schließlich ist der Amtsinhaber der einzige Kandidat, der am Sonntag ins Rennen um den Chefsessel im Rathaus geht.
Gespannt ist Feigl dennoch, und zwar auf die Wahlbeteiligung. Die empfindet der Bürgermeister nämlich – mangels Gegenkandidaten – als Rückmeldung auf seine Arbeit in den vergangenen acht Jahren. Seit er am 3. Juli 2016 zum Schultes der Gäugemeinde gewählt wurde, hat sich Simmozheim sichtbar verändert. Mit der derzeitigen Bebauung des Schiller-Areals erhält die Ortsmitte ein neues Gesicht. Aus Sicht des alten und neuen Bürgermeisters gibt es auch vom Schiller-Areal abgesehen noch genug zu tun.
2016 lag die Wahlbeteiligung bei 40,27 Prozent, Feigl erhielt 880 Stimmen. Damals hatte er einen Gegenkandidaten der Nein-Partei, der allerdings nur der Auswahl halber angetreten war und den Posten gar nicht haben wollte. Das Auszählen dauerte 2016 gerade einmal 25 Minuten.
Landrat Helmut Riegger ist der erste Gratulant
Auch am Sonntag muss sich der 57-Jährige nicht lange gedulden. Die Wahlhelfer um Renate Meier, Fachbereichsleiterin Finanzen und Vermögen, die die Wahl als stellvertretende Vorsitzende des Gemeindewahlausschusses federführend organisierte, sind wieder flink.
„Es kommt wie es kommt“, meint Stefan Feigl mit Blick auf die Wahlbeteiligung am Sonntagabend. Allzu lange muss er sich auch diesmal nicht gedulden. Das Ergebnis steht um 18.34 Uhr fest. Dann verkündet Bürgermeister-Stellvertreterin Lachenmann: Von den 2183 Wahlberechtigten haben 723 ihre Stimme abgegeben. 22 ungültige Stimmzettel gibt es, 701 sind gültig. 682 Stimmen gehen an Stefan Feigl. Das entspricht 97,29 Prozent. Die Wahlbeteiligung liegt bei 33,12 Prozent.
„Ich freu mich natürlich“, sagt Stefan Feigl. Es habe schon schlechtere Wahlbeteiligungen gegeben, wenn nur der Amtsinhaber angetreten sei. Er freue sich auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Gemeinderat und wolle sich weiter mit ganzer Kraft für Simmozheim einbringen.
Gut 30 Gratulanten sind vor Ort
Erster Gratulant ist Helmut Riegger. Viel wichtiger als die Wahlbeteiligung sei die hohe Zustimmung von 95 Prozent der Wählerstimmen. Der Landrat gratuliert auch der Gemeinde „zu so einem guten Bürgermeister“. „Chapeau“ sagt er mit Blick auf all das, was sich in Simmozheim gerade tut.
Auch Gechingens Schultes Jens Häußler gratuliert und meint: „Ich freue mich sehr, dass wir weiter zusammenarbeiten dürfen.“ Diese Zusammenarbeit sei „wirklich klasse“.
Gut 30 Gratulanten, darunter Feigls Familie, Gemeinderäte und viele Mitarbeiter der Gemeinde Simmozheim sind gekommen. Das gute Miteinander mit seinen Mitarbeitern habe ihn auch dazu bewogen, wieder anzutreten.
Bei Getränken und Gesprächen klingt der Wahlabend aus. Stefan Feigl bleibt entspannt, auch wenn er sich eine etwas höhere Wahlbeteiligung erhofft hat. Aber das Ergebnis, die 97,29 Prozent, das geht ihn Ordnung. Damit ist es nämlich noch besser als 2016, als Feigl mit 96,81 Prozent der Stimmen ins Amt kam.
Der Gemeindewahlausschuss tagt am Montag, 8. Juli, ab 17 Uhr öffentlich im Sitzungssaal des Rathauses in Simmozheim und stellt das amtliche Endergebnis fest.