Bei Marktplatzgesprächen informieren Stadt Oberndorf, Gemeinde Fluorn-Winzeln und der Projektträger über den Windpark im Wisoch. Die Reaktionen sind unterschiedlich.
Im Vorfeld des Bürgerentscheids zum geplanten Windpark im Wisoch am 8. März hat am Freitag ein Informationsstand an verschiedenen Plätze in der Gesamtstadt Oberndorf und in Fluorn-Winzeln Station gemacht.
Bei den sogenannten Marktplatzgesprächen informierten Vertreter der Stadt, der badenovaERNEUERBARE sowie des Forums Energiedialog des Landes Baden-Württemberg über das Projekt und beantworteten Fragen der Bürger.
Jeweils rund eine Stunde waren die Beteiligten in Boll/Bochingen, auf dem Schuhmarktplatz Oberndorf, in Aistaig, auf dem Lindenhof und in Fluorn-Winzeln präsent. Der Zulauf war an den verschiedenen Standorten unterschiedlich, in der Summe waren es aber zahlreiche Passanten, die das Gespräch suchten: Trotz kaltem Wind, wiederholter Regen- und Schneeschauer kamen immer wieder Bürger an die Stände.
Mit dabei waren unter anderem Bürgermeister Matthias Winter, Sebastian Schüßler und Regina Rollhäuser von der Badenova sowie drei Vertreterinnen des Forums Energiedialog. Auf Stellwänden wurden die Planungen für den Windpark Wisoch erläutert; per Klebepunkt konnten Besucher zudem ihre Haltung zu verschiedenen Argumenten kenntlich machen.
Auf dem Lindenhof wird in großer Runde diskutiert
Mareike Schlecht vom Forum Energiedialog sprach von einem überwiegend „guten und sachlichen Austausch“. Viele Bürger hätten bereits eine feste Meinung, nur wenige seien noch unentschlossen – häufig gebe es jedoch Fragen zu einzelnen Punkten wie dem Arten- und Tierschutz. Auch konkrete einzelne Anliegen, etwa zu möglichen Auswirkungen auf Nachtspeicheröfen oder Nachtstromtarife, seien thematisiert worden.
Etwas lebhafter als an den übrigen Standorten wurde am Nachmittag auf dem Lindenhof diskutiert. Dort entwickelte sich zeitweise eine größere Gesprächsrunde, in der weniger Einzelanliegen, sondern grundsätzliche Fragen erörtert wurden. Ein Thema war die Wegbreite der Zufahrten während der Bauphase. Sebastian Schüßler erklärte, dass die Wege – mit Ausnahme von Kurvenbereichen – auf 5,5 Meter verbreitert würden, um die Anlieferung mit großen Sattelzügen zu ermöglichen. Nach Abschluss der Bauarbeiten würden die Wege wieder zurückgebaut. Für Wartungsarbeiten kämen später normale Transporter zum Einsatz, wie sie auch von Handwerksbetrieben genutzt würden.
Bürgermeister und Experten klären auf
Auch die zeitweise Abschaltung von Windenergieanlagen wurde in der großen Runde thematisiert. Schüßler nannte verschiedene Gründe für solche Maßnahmen, darunter technische Erfordernisse oder Auflagen zum Schutz vor Schattenwurf. Dieser werde überwacht; sollten Anwohner beeinträchtigt werden, würden die Laufzeiten entsprechend angepasst.
Fragen zur Abholzung und Wiederaufforstung des Waldes beantwortete Bürgermeister Winter. Er verwies darauf, dass sich der Wald im Wisoch in einem schlechten Zustand befinde und die Gemeinde ohnehin vor der Aufgabe stehe, Flächen abzuholzen und neu aufzuforsten.
Den Abschluss des Tages bildete der Termin in Fluorn-Winzeln. Auch dort nutzten mehrere Interessierte die Gelegenheit, sich aus erster Hand zu informieren. Es entwickelte sich ein lebhafter Austausch an den Stellwänden. Bürgermeister Rainer Betschner löste dabei seinen Oberndorfer Amtskollegen ab und stand gemeinsam mit Gemeinderatsmitglied André Schmid für Fragen und Antworten zur Verfügung.
Neben viel offenem Austausch waren vereinzelt auch Bürger anzutreffen, die ihrem Unmut über das Thema Ausdruck verliehen, ohne das Gespräch weiter zu suchen. Insgesamt prägte sachliche Diskussion die Marktplatzgespräche, die zur Klärung offener Fragen beitragen sollen.
Infoblock II am Samstag, 21. Februar: Visualisierung der Anlagen
Ein Bild
von den möglichen Windanlagen können sich Bürger nach den Marktplatzgesprächen im zweiten Infoblock machen. Das Forum Energiedialog „visualisiert“ den aktuellen Planungsstand des Windparks Wisoch auf Tablets in die Landschaft. Interessierte können sich am Samstag, 21. Februar, jeweils 30 Minuten rund um das Wind-Vorranggebiet vor Ort einen Eindruck der Anlagengröße verschaffen.
Die Termine:
9.30 Uhr in Fluorn, Sportplatz