Das Thema Windkraft in Wildberg bewegt die Gemüter. Nun hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die den Plänen kritisch gegenübersteht.
Windräder in Wildberg? Diese Idee finden nicht alle gut. Eine Bürgerinitiative möchte erreichen, dass über diese Frage direkt abgestimmt wird. Dafür sind die Mitglieder von Tür zu Tür gezogen, um Unterschriften zu sammeln. Diese – 963 an der Zahl – wurden nun an Bürgermeister Ulrich Bünger überreicht.
In einem offenen Brief, den Initiator Max Baumgartner bei der Übergabe direkt vorliest, heißt es: „Zur Abbildung der Interessen der Bürgerschaft bitten wir dringend um die Einleitung eines Ratsreferendums mit dem Ziel eines demokratisch legitimierten Bürgerentscheids.“
Bünger meinte bei der Übergabe: „Dass die Demokratie funktioniert, sieht man genau daran: Dass Sie hier die Unterschriften abgeben können, ohne Sanktionen fürchten zu müssen und dieses Recht hier wahrnehmen.“
Für die Vertreter hat die Frage nach Windkraft in Wildberg eine enorme Bedeutung: „Die Errichtung von Windkraftanlagen im geplanten Umfang bedeutet einen massiven Eingriff in unsere Heimat und unser tägliches Leben, wie wir es bislang nicht erlebt haben.“
Nun müssen die abgegebenen Unterschriften alle einzeln geprüft werden, ob sie für das Bürgerbegehren gültig sind. Auch wird geprüft, ob alle Voraussetzungen für einen Bürgerentscheid vorliegen – also ob rechtlich und formal alles richtig ist. Schon bei der Übergabe der Unterschriften wurde geäußert, dass Formfehler durchaus denkbar sind.
Entscheid über Bürgerentscheid im September
Im September wird im Gemeinderat schließlich darüber abgestimmt, ob der Bürgerentscheid zulässig ist – und stattfindet. In dieser Sitzung hat die Bürgerinitiative auch ein Rederecht, um ihr Anliegen noch einmal zu erklären und zu verdeutlichen.
Nicole Baumgartner, die Ehefrau des Initiators Max Baumgartner, fragte bei der Unterschriftenübergabe, ob zwischen der Erklärung der Bürgerinitiative und der Abstimmung des Gemeinderats nicht etwas Zeit liegen könne. Bünger verwies auf die Gemeindeordnung, die vorschreibe, dass beides an einem Termin sein müsse.
Unter anderem kritisiert die Bürgerinitiative, dass ein Windrad im Schwarzwald sinnlos sei – denn dazu wehe zu wenig Wind. An der Nordsee hingegen sehe das anders aus. Für Leipner wäre ein gangbarer Weg für Deutschland, Strom über Windkraft in Norddeutschland zu generieren und über Trassen gen Süden zu leiten.
Außerdem befürchtet die Bürgerinitiative gesundheitliche Risiken für Menschen, die im direkten Umfeld von Windrädern leben, Auswirkungen auf den Tourismus und grundsätzlich einen Verlust von heimischer Natur und Landschaftsbild.
„Speichermöglichkeiten fehlen noch“
Absurd findet Baumgartner außerdem, am Tag überschüssigen Strom verschwenden zu müssen, in der Nacht hingegen aus dem Ausland zuzukaufen. Leipner erklärt, dass Speichermöglichkeiten für Strom fehlen würden.
Das Gebiet Lindenrain, in dem Windräder geplant sind, betrifft nicht Wildberg allein. Auch in Gechingen und Calw haben sich Bürgerinitiativen, vergleichbar mit der in Wildberg, gegründet. Mit diesen stehe die Bürgerinitiative Wildberg im Austausch, erklärt Leipner.