Beim Bürgerentscheid in Herrenberg zur Windkraft bedeutet Zustimmung, „Nein“ anzukreuzen und Ablehnung, „Ja“ anzukreuzen. Unsere Autorin hält davon gar nichts.
Herrenberg stimmt über Windräder ab. So weit, so gut. Weniger gut ist die Formulierung der Frage: „Soll die Verpachtung kommunaler Waldflächen, die sich im Eigentum der Stadt Herrenberg befinden, an Windanlagenbetreiber/-investoren unterbleiben?“ Denn diese Fragestellung verachtet die Logik. Wer gegen Windräder ist, muss mit „Ja“ antworten, wer dafür ist mit „Nein“.
Also: Nein heißt ja, ja heißt nein. Immerhin wurde der Hinweis, wofür oder wogegen mit welcher Antwort gestimmt wird, auf den Stimmzettel gedruckt. Das zeigt allerdings auch, dass er dringend nötig ist, um Missverständnisse zu vermeiden. Die sollten aber durch eine Frage gar nicht erst aufkommen, sondern von vorne herein vermieden werden.
Dabei müsste nur sehr wenig an der ohnehin verklausulierten Fragestellung geändert werden. Ein Vorschlag: „Soll die Stadt Herrenberg kommunale Waldflächen, die sich im Eigentum der Stadt Herrenberg befinden, an Windanlagenbetreiber/-investoren verpachten dürfen?“ Ja wäre wieder ja, nein wieder nein.
Klare Fragen für eine klare Antwort – das hilft, das Meinungsbild zuverlässig abzubilden. Hoffentlich wird in Wildberg, sollte es je zu einer Abstimmung kommen, die Frage wählerfreundlicher gestellt.