Es besteht dringender Handlungsbedarf – und es wird nicht billig. Soviel ist im Neckartal klar. Und jetzt gibt es eine Liste, was das Rathaus im Sulzer Teilort Fischingen können soll.
Recht deutlich fielen die Wünsche und Anforderungen der Fischinger Bevölkerung bei der Bürgerbeteiligung zur Zukunft des Rathauses aus. Und genau an der Stätte, die vor Jahren selbst im Bürgerdialog entwickelt wurde, in der „Wehrsteinhalle“, stellte Ortsvorsteher Jürgen Huber zunächst die jetzige Nutzung des Rathauses vor.
Die Problemlagen: eine Elektro-Heizung, die nicht richtig funktioniere, ein undichtes Dach, bei Schlagregen dringe Regenwasser durch die Fenster ein und die Mauern im Erdgeschoss sind vom Pilz befallen. Für Huber Gründe für eine gründliche Sanierung des markanten Gebäudes, das für die Fischinger unbedingt erhalten werden muss. Erster Beigeordneter und Kämmerer der Stadt Sulz, Hans-Peter Fauser, bekräftigte, dass trotz klammer Kassen das nächste Millionenprojekt in Fischingen auf einem guten Weg sei.
Elisa Dauben, Projektleiterin bei der STEG (Stadtentwicklungsgesellschaft), ist Ansprechpartnerin für Sanierungsbetreuung und fördert auch Modernisierungsmaßnahmen etwa in Gemeinden. Da das Fischinger Rathaus im Sanierungsgebiet Mühlheim-Fischingen liegt, machte sie noch einmal darauf aufmerksam, welche Zuschüsse – übrigens auch für private Sanierungen im Sanierungsgebiet fließen können – ehe Sie die Moderation des Abends übernahm.
An acht Thementischen diskutierten die Besucher Nutzungen und Anforderungen an das Rathaus für die weitere Planung und das Raumprogramm und hefteten ihre Lösungen nach 20 Minuten an ihre Pinnwand. Anschließend arbeiteten sie eine Rangfolge aus. Die am höchsten und wichtigsten bewerteten Themen der einzelnen Gruppen wurden zusammengeführt, dann durften alle Teilnehmer in einem grafischen Abstimmungsverfahren diese Themen nach Wichtigkeit bewerten.
Das Ergebnis: Gewünscht wird ein sozialer Treffpunkt für Jung und Alt, ein multifunktionaler Sitzungsraum, der sowohl für die Ortsverwaltung als auch den Vereinen für Sitzungen zur Verfügung stehen muss. Ein großes Thema, das bei allen Gruppen benannt wurde, ist ein Lagerraum für die Vereine.
Gesetzt sind die Geschäftsstelle als Bürgerbüro und Barrierefreiheit mit einer Aufzugsanlage bis unters Dach. Der Musikverein, der schon viele Jahre im Rathaus beheimatet ist, soll möglichst einen größeren Raum mit Akustikdecke bekommen. Auch das Archiv schreit nach einer würdigen und ordentlichen Unterbringung. Das neue Bürgerhaus soll allen Vereinen Platz bieten, die keine eigene Stätte haben. Dringend benötigt wird auch ein öffentliches WC, das auch bei Veranstaltungen auf dem Rathausplatz genutzt werden kann.
Der Leiter des Bauamtsleiter Reiner Wössner versprach, die Wünsche der Bürger, sofern machbar, in der Planung umzusetzen. Anders als bei der Bürgerbeteiligung zur Halle, als bereits einen konstruktiver Vorschlag präsentiert worden war, ließ man dieses Mal alles offen. Wie Wössner mitteilte, würden die Pläne des Fischinger Rathauses derzeit digital in eine CAD-Umgebung übernommen. Das Stadtbauamt werde für die Planung, Entwicklung und für die Baubegleitung zuständig sein. Mit multifunktionalen Wänden hat Wössner bereits jetzt schon einen Plan im Kopf.
Voraussichtlich ab Juni wird dann eine Dokumentation des Abends auf der Webseite der Stadt Sulz veröffentlicht werden. Im weiteren Jahreslauf 2026 sollen die Bedarfsermittlung und die Bauplanung erfolgen, so dass im Jahr 2027 die Sanierung beginnen kann.