Jayantha Gomes veranstaltete am Samstag unter anderem einen Malworkshop mit Kindern. Foto: Thomas Fritsch

Das „Bündnis für Sri Lanka“ ist seit 20 Jahren aktiv. Der langjährige Einsatz und das Netzwerk von Jayantha Gomes trugen dazu bei, dass jeder Euro, der dem Bündnis gespendet wurde, bei den Bedürftigen ankam – und effizient verwendet wurde.

Seine Hoffnungen und Träume haben Jayantha Gomes sein Leben lang begleitet. Nachdem er gerade nach einem längeren Aufenthalt aus seiner Heimat Sri Lanka zurückgekehrt ist, hofft der Calwer Maler und Zeichner nun auf die veränderten politischen Verhältnisse in seiner Heimat, die das jahrzehntelange Herrschaft eines korrupten Familienclans beenden sollen.

 

Hoffnungen hatte Gomes auch auf das „Bündnis für Sri Lanka“ gesetzt, dass seinen Namen trägt und dessen internationaler Botschafter er bis heute ist.

Die Organisation hatte sich in Calw vor 20 Jahren unmittelbar nach dem verheerenden Tsunami gebildet, der am zweiten Weihnachtsfeiertag hunderttausende Menschen in Südostasien, darunter auch in Sri Lanka, das Leben gekostet hatte und eine der größten Naturkatastrophen der Neuzeit war.

Waisenkinder bis ins Studium begleitet

Gomes bedankte sich bei den Mitgliedern und Paten bei der Jubiläumsfeier in der Kulturapotheke für ihre jahrelange Unterstützung und Hilfe.

Vorsitzender Thomas Vogel hob hervor, dass es das Bündnis noch heute gibt. In Katastrophengebieten wird oft nur Hilfe geleistet, bis die schlimmsten Schäden behoben sind. Nicht so das Bündnis.

Wer die Verhältnisse in Sri Lanka kennt, der weiß, dass Unterstützung weiter notwendig war. Teilweise wurden Waisenkinder bis ins Studium begleitet und auch in der aktuellen Wirtschaftskrise konnte geholfen werden.

Der Calwer Journalist Ralf Recklies schilderte die Anfänge vor 20 Jahren. Als täglich Geldscheine im Briefkasten von Gomes lagen und auch bei der Stadt immer mehr Spenden eingingen, sei es der frühere Altburger Ortsvorsteher Willi Hanselmann gewesen, der dazu riet, eine Organisation zu gründen. Das ist dann auch rasch geschehen.

Recklies war zusammen mit Gomes kurz nach der Katastrophe in Sri Lanka. Da zeigte sich schnell, dass viele Organisationen hohe Verwaltungs- und Transportkosten hatten.

Manche Hilfsgüter waren schlicht nicht zu gebrauchen. Da half das Netzwerk, das Gomes in seiner Heimat knüpfte. Da war schnell sichergestellt, dass jeder Euro, der dem Bündnis gespendet wurde, bei den Bedürftigen ankam. Durch den effizienten Einsatz „sind aus 100 Euro 200 Euro geworden“, so Recklies.

Tief beeindruckt war Recklies, wie der Calwer Künstler damals mit den Waisenkindern umging, um ihnen ein Stück weit aus ihren Traumata zu helfen. Recklies war zunächst überrascht, als Gomes die Kinder dazu aufrief, „Sri Lanka sucht den Superstar“ zu spielen. Doch ganz schnell zeigten sich lachende Gesichter.

Und er hat mit den Kindern gemalt. Zeigten die ersten Motive noch Ertrinkende, malten die Waisen am Ende Blumenwiesen und andere friedliche Motive, hatten also ein Stück weit in ihre alte Welt zurückgefunden.

Aus vielen Kindern, die damals unterstützt wurden, sind heute dankbare Helfer des Bündnisses geworden, sagte Recklies. Schon deshalb sei es wichtig, weiter zu machen.

Für Vogel, der künftig mehr Mitglieder werben möchte, sei die Saat der Hoffnung aufgegangen. Er will sie gegen die Saat der Gewalt setzen, die derzeit um sich greift. Wichtig sei es, allen Menschen zu helfen und nicht nur denen im eigenen Land.