Die Deutsche GigaNetz GmbH will Glasfaserleitungen im Kernort Schömberg und in Langenbrand und Schwarzenberg verlegen. Jetzt tritt für den Kernort ein zweiter Anbieter auf den Plan.
Bereits 2023 hatte die Gemeinde Schömberg mit der Deutschen GigaNetz GmbH (DGN) einen Kooperationsvertrag unterschrieben. Die DGN will Glasfaserleitungen in der Gemeinde Schömberg verlegen. Sie möchte den Kernort Schömberg sowie die beiden Teilorte Schwarzenberg und Langenbrand ans Glasfasernetz anschließen. Die neue Datenautobahn soll 48 Kilometer lang sein.
Die Ortsteile Bieselsberg und Oberlengenhardt haben hingegen bereits schnelles Internet. Passiert ist im Kernort Schömberg sowie in den beiden Teilorten Langenbrand und Schwarzenberg bislang aber nichts.
Wie sieht der Zeitplan der Deutschen GigaNetz aus? „Ein Großteil unserer Ressourcen waren 2025 und sind auch größtenteils für das Jahr 2026 durch laufende Projekte bereits gebunden“, teilte Carmen Fesenbeck, Pressesprecherin der DGN, auf Anfrage unserer Redaktion mit. „Diese erfahren aktuell Verzögerungen, die zu einer längeren Inanspruchnahme unserer Baupartner führen“, bedauerte Fesenbeck.
„Da unser Anspruch ist, den Glasfaserausbau zügig nach Abschluss der jeweiligen Vorvermarktungsphase zu starten, können wir neue Vermarktungen nur dann beginnen, wenn entsprechende Baukapazitäten dafür fest eingeplant sind“, war von ihr zu erfahren.
Wer ist der neue Interessent? Doch inzwischen gibt es einen neuen Interessenten für das Verlegen von Glasfaserleitungen für den Kernort Schömberg, aber nicht für die Teilorte Langenbrand und Schwarzenberg. Das ist zumindest der derzeitige Stand. Ein entsprechender Werbeflyer der Deutschen Telekom AG war dieser Tage in Briefkästen zu finden.
Australischer Fondsverwalter mit im Boot
Doch nicht die Telekom selbst will die Glasfaserleitungen im Kernort Schömberg legen. Vielmehr möchte die GlasfaserPlus GmbH mit Sitz in Köln für schnelles Internet sorgen. Das teilte Frank Griesel von der Pressestelle des Unternehmens auf Anfrage unserer Redaktion mit. GlasfaserPlus ist ein Gemeinschaftsunternehmen von IFM Investors und Deutscher Telekom, war von Griesel zu erfahren. IFM Investors ist nach seinen Worten ein australischer Fondsverwalter. Dieser gehört Pensionskassen. Er legt Geld in Infrastrukturunternehmen an.
Wie sieht das Prinzip von GlasfaserPlus aus? „Unser Ziel ist es, bis 2030 vier Millionen gigabitfähige Glasfaser-Anschlüsse im ländlichen Raum nach dem Prinzip des OpenAccess zu bauen. Das heißt, wir stellen unser Netz allen Telekommunikationsanbietern zur Verfügung. Für den Ausbau in Schömberg hat die Deutsche Telekom bereits verbindlich angekündigt, unser Netz zu nutzen“, so Griesel.
Wie viele Haushalte sind bei GlasfaserPlus betroffen? In Schömberg seien rund 2400 Haushalte betroffen, teilte Griesel mit.
Wie bekommen Interessenten einen Glasfaseranschluss? Und was müssen die Haushalte unternehmen, um einen Anschluss zu bekommen? GlasfaserPlus schließe eine Immobilie während der Ausbauphase kostenfrei an, wenn Kunden einen Glasfaser-Tarif bei einem Telekommunikationsanbieter abschließen würden, macht Griesel deutlich: „Wir benötigen in diesem Fall lediglich die Genehmigung, den Anschluss herstellen zu dürfen, da die Arbeiten dafür auf Privatgrund geschehen.“
Die Beauftragung funktioniere folgendermaßen: Kunden buchten bei einem Telekommunikationsanbieter einen Glasfaser-Tarif. Der wiederum nehme Kontakt mit der GlasfaserPlus auf und kümmere sich um die Genehmigung und die Details, macht Griesel deutlich: „Bei einer Buchung nach der Ausbauphase werden in der Regel Kosten für den Hausanschluss erhoben.“
Bekommt die GlasfaserPlus Zuschüsse? GlasfaserPlus finanziere den Ausbau zu 100 Prozent eigenwirtschaftlich und erhalte keine Zuschüsse – weder vom Bund noch vom Land, teilt Griesel mit: „Hinzu kommt, dass wir ohne Bedingungen oder Vorvermarktung ausbauen und so 2400 Haushalte mit Glasfaser versorgen, inclusive der Hausanschlüsse für die Kunden, die einen Tarif buchen.“
Wie lang sind die zu verlegenden Leitungen? Nach aktuellen Planungen seien die zu verlegenden Leitungen rund 20 Kilometer lang, so der Sprecher von GlasfaserPlus.
Wann beginnen und enden die Arbeiten? Und wann beginnen die Arbeiten für das Verlegen der Glasfaserleitungen? „Den Starttermin und das weitere Vorgehen möchten wir eng mit der Kommune abstimmen. Für die nächsten Wochen sind Termine vorgesehen, um alle Fragen der Kommune zu beantworten und die Planung genauestens abzustimmen. Diesem Ergebnis möchten wir nicht vorgreifen“, so Griesel. Vom Starttermin hänge auch ab, wann die Arbeiten abgeschlossen seien.
Wie viel Geld investiert GlasfaserPlus? Über die Höhe der Investition von GlasfaserPlus im Kernort Schömberg gab es von Griesel keine Information: „Darüber publizieren wir keine Zahlen.“