Nach dem Brand im November soll der Badenweiler Netto-Markt im Juli wieder öffnen. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern derweil weiter an, auch in Sachen Nazi-Symbolen.
Darauf haben viele Bürger von Badenweiler gewartet: Der Termin für die Wiedereröffnung des Netto-Markts, der im November Ziel einer Brandstiftung war, steht. Am 14. Juli will der Discounter seine Türen wieder öffnen – fast auf den Tag genau acht Monate nach dem folgenschweren Feuer.
Rückblick: Mitte November hatten Unbekannte den Discounter, der kurz vor dem Ende einer rund zweimonatigen Sanierungsmaßnahme stand, in Brand gesetzt.
Hakenkreuze an der Wand
In der Halle wurden brennbare Materialien entflammt, an die Innenwände wurden außerdem rechtsextreme Symbole wie Hakenkreuze, SS-Runen und Parolen gesprüht. Dabei wurde der Markt so stark beschädigt, dass Netto den Markt neu sanieren musste.
Wissler: Zu lange gedauert
Froh, dass es endlich einen Termin für die Wiedereröffnung gibt, zeigt sich im Gespräch mit unserer Zeitung auch Bürgermeister Vincenz Wissler. Wobei aus seiner Sicht „das ganze viel zu lange gedauert hat“. Eine Spanne von acht Monaten von der Brandstiftung bis zur geplanten Eröffnung Mitte Juli – „das ist für mich unverständlich“, meint er am Redaktionstelefon.
Einziger Nahversorger im Ort
Netto sei schließlich der einzige Nahversorger im Ort – für insgesamt 4625 Bürger. Dazu komme, dass Badenweiler ein Tourismusstandort sei. Weil es keinen anderen Einkaufsmarkt in der Gemeinde gebe, falle die Schließung besonders schwer ins Gewicht. Vor diesem Hintergrund hätte er sich merklich mehr Tempo gewünscht, macht der Bürgermeister deutlich. Zumal der Netto-Markt an der Ernst-Eisenlohr-Straße bereits vor der Brandstiftung aufgrund von Sanierungsarbeiten knapp zwei Monate geschlossen gewesen sei.
Beschwerden von Bürgern
Das Rathaus und er als Bürgermeister hätten in den vergangenen Monaten einiges an Frust und Beschwerden der Bürger abbekommen. „Wir waren immer hintendran und haben an Netto appelliert“, betont er im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Einflussmöglichkeiten der Gemeinde seien aber begrenzt. Netto habe seinerseits auf die Versicherung und die laufende Schadensprüfung verwiesen, deren Genehmigung man abgewartet habe.
„Riesen-Einschnitt“ für Kurort
Die Brandstifter verurteilt Bürgermeister Wissler scharf: Mit dieser verheerenden Aktion hätten der oder die Unbekannten nicht nur Netto getroffen, „sondern alle Bürger“. Der Verlust des Ladens sei für den Kurort ein „Riesen-Einschnitt“ gewesen, macht er die Folgen deutlich.
Auf Nahversorgung angewiesen
Vor allem für die vielen Menschen, die auf die Nahversorgung in Badenweiler angewiesen seien, sei der Wegfall „ein großes Problem“. Seien es junge Menschen ohne Auto oder Senioren, die auf kurze Wege angewiesen sind.
„Gottfroh“ zeigt sich der Rathauschef, dass man mit dem „mobilen Einkaufswagen“ für Senioren zumindest ein wenig Abhilfe habe schaffen können. Zudem hat Badenweiler freitags einen Wochenmarkt: „Aber der deckt natürlich nicht alles ab.“
Ermittlungen dauern an
Der oder die Täter, die in der Nacht auf den 13. November das Feuer verursachten, sind nach wie vor unbekannt. „Die Ermittlungen der Kriminalpolizei Freiburg dauern weiterhin an“, teilt Polizeisprecher Michael Schorr auf Nachfrage unserer Zeitung mit.
Spuren werden noch untersucht
Die Untersuchung der am Tatort gesicherten Spuren sei ebenfalls noch nicht abgeschlossen, weshalb zu einem konkreten Tatverdächtigen noch keine Angaben gemacht werden könnten, teilt der Polizeisprecher abschließend mit.