Falsch entsorgter Müll kann Brände und Explosionen auslösen. Ein Sprecher von ALBA gibt Tipps, wie die Mülltonnen sicher genutzt werden.
Immer häufiger kommt es zu Bränden auf Recyclinghöfen oder sogar zu Explosionen in Müllfahrzeugen. Doch wie kann so etwas passieren – und was darf eigentlich in welche Tonne?
Auf Anfrage unserer Redaktion erklärt Matthias Braun, Sprecher des Entsorgungsunternehmens ALBA mit Recyclingzentrum in Dunningen, warum Mülltrennung nicht nur eine Frage der Ordnung, sondern auch der Sicherheit ist.
Die Wertstofftonne (Gelbe Tonne) ist für Verpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundstoffen gedacht. Matthias Braun nennt als Beispiel Gegenstände wie Becher, Folien, Flaschen, Styroporverpackungen, Getränke- und Gemüsedosen, Alufolie, Kronkorken, Getränkekartons und Papier-Verbundverpackungen wie Instant-Suppentüten.
Wer falsch trennt, muss mit Konsequenzen rechnen: „Wertstofftonnen werden vor der Abholung kontrolliert. Befinden sich darin Fehlwürfe, werden sie zunächst nicht entleert und müssen vom Eigentümer nachsortiert werden, bevor eine Mitnahme erfolgt.“ Außerdem rät Braun, keine blickdichten Tüten zu verwenden, damit die Kontrolle möglich bleibt.
Das gehört in die Biotonne
In die Biotonne gehören laut Braun organische Abfälle wie Blumenerde (in kleinen Mengen), Essensreste, Kaffee- und Teefilter, Laub-, Rasen- und Pflanzenschnitt, Lebensmittel (unverpackt), Sägespäne, Heu, Stroh oder Knochen. Nicht hinein gehören dagegen „Plastiktüten – auch kompostierbare –, Asche, Einweggeschirr, Kaffeekapseln, Glas, Porzellan, Katzenstreu, Verpackungen aus Kunststoff oder Metall, Metallteile, Steine, Windeln“.
Alles, was nicht recycelt oder kompostiert werden kann, gehört in die Restmülltonne, denn „der Name ist Programm“. Dort dürfen „Gummi, herkömmliche Glühbirnen, Hygieneartikel/-papier/-tücher, Kalte Asche, Katzenstreu, Medikamente, Schaumstoff, Staubsaugerbeutel, Tapetenreste, wasserlösliche Wand- und Deckenfarbe (ausgehärtet), Windeln, Zigaretten“ entsorgt werden.
Gefahren bei der Mülltrennung
Mülltrennung sei aus mehreren Gründen wichtig. Sie diene dem Umweltschutz und spare Rohstoffe sowie Energie: „Wertstoffe wie Glas, Papier, Metalle oder Kunststoffe“ könnten recycelt und wiederverwendet werden. Zudem gehe es um Sicherheit: „Falsch entsorgte Gegenstände wie Akku-Geräte können Brände in Müllfahrzeugen oder Sortieranlagen verursachen und so Menschen gefährden.“ Fehlwürfe seien gefährlich, da Chemikalien oder hitzeempfindliche Materialien Brände oder Explosionen auslösen könnten.
Besonders problematisch sei Elektroschrott. Braun erklärt: „In den vergangenen Jahren hat es mehrfach in unseren Recyclinganlagen gebrannt. Die Schäden gehen dabei in die Millionen. Fast immer sind Lithium-Ionen-Akkus die Schuldigen.“ Diese seien längst nicht mehr nur in Smartphones oder Laptops verbaut: „Die kleinen Mini-Akkus sind beispielsweise in Einweg-E-Zigaretten, singenden Grußkarten oder auch leuchtenden Schuhen verbaut. Die Akkus sind schnell entflammbar und brandgefährlich.“ Braun warnt: „Neben dem wirtschaftlichen Schaden können die Brände auch für unsere Mitarbeitenden auf den Recyclinghöfen lebensgefährlich werden.“
Wo werden Elektrogeräte entsorgt?
Elektrogeräte gehören deshalb nicht in den Hausmüll. „Elektroschrott sollte fachgerecht entsorgt werden, indem alte Elektrogeräte bei einem örtlichen Wertstoff- oder Recyclinghof abgegeben werden.“ Auch der Handel biete Rückgabemöglichkeiten: „Zusätzlich besteht die Möglichkeit, bis zu drei Kleingeräte mit einer Kantenlänge von unter 25 Zentimeter kostenlos im Handel zurückzugeben. Großgeräte werden beim Kauf eines vergleichbaren Neugeräts ebenfalls kostenfrei vom Händler zurückgenommen. Für die Entsorgung von Problem- und Schadstoffabfällen kann außerdem das Schadstoffmobil genutzt werden, das diese Abfälle kostenlos annimmt.“