Die Feuerwehr Weil am Rhein löschte den Brand am Blockheizkraftwerk an der Römerstraße. Foto: Feuerwehr Weil am Rhein

Nach rund vier Stunden ist die Arbeit getan, und die Feuerwehr Weil am Rhein rückt gegen 2 Uhr wieder ab.

Kurz nach 22 Uhr ging bei der Feuerwehr Weil am Rhein die Meldung des Feuers an der Römerstraße ein. Die Abteilung Stadt rückte aus und stellte fest, dass kein Fehlalarm vorliegt, sondern es tatsächlich brannte.

 

Ein aufmerksamer Anwohner hat laut Stadtwerke-Leiter Markus Indelkofer in der mit großen Glasfronten versehenen Heizzentrale Kartonagen brennen sehen. Der Anwohner verständigte um 22.07 Uhr die Feuerwehr. Als die Feuerwehr eingetroffen sei, sei die Kartonage so gut wie vollständig verbrannt gewesen.

Das Blockheizkraftwerk versorgt das daneben liegende Neubaugebiet teilweise mit Wärme. Foto: Feuerwehr Weil am Rhein

Die Feuerwehr stellte fest, dass die Säcke, in denen die Asche aus dem Kraftwerk gelagert wird, teils ebenfalls brannten, heißt es in einer Mitteilung der Weiler Feuerwehr. Zum Löschen des Feuers wurden mehr Atemschutzgeräteträger benötigt. Zur Unterstützung wurde ein Löschfahrzeug der Feuerwehrabteilung Haltingen nachgefordert. Mit vereinten Kräften gelang es, das Feuer zu löschen.

Asche wird von Hand aus der Anlage entfernt

Nach dem Löschen des Brandes wurde damit begonnen, die Asche und die Säcke aus dem Gebäude zu transportieren. Dies erforderte einen erhöhten Personalbedarf, da die Einsatzkräfte dafür Atemschutz tragen mussten. Erschwerend kam die große Mengen an Asche hinzu, die es von Hand zu transportieren galt. Die Polizei schreibt in ihrem Bericht, dass rund eine Tonne der Asche dort gelagert wurde.

Unterstützung aus Haltingen

Im Blockheizkrafwerk haben Säcke mit Asche Feuer gefangen. Foto: Feuerwehr Weil am Rhein

Brandursächlich war hierbei vermutlich unsachgemäß gelagerte, heiße Asche, welche sich oberhalb der gelagerten Holzdielen befand, heißt es im Polizeibericht. Die abgekühlte Asche werde bis zu ihrem Abtransport in sogenannten Big-Packs gelagert, die aus Plastik seien, erklärte der Leiter der Stadtwerke auf Anfrage. „Die Asche kommt aber nicht direkt aus der Anlage in diese Säcke“, beschreibt Indlekofer den Vorgang.

Nicht erkanntes Glutnest ist wohl mit abgefüllt worden

Zunächst käme sie zum Abkühlen und ausglimmen in Stahlcontainer. Dort müsse sie eine gewisse Mindestzeit verbleiben und es werde zudem die Temperatur gemessen. Erst dann komme sie in die Säcke, erklärt Indlekofer. Es könne sein, dass an einer Stelle im Container noch ein Glutnest gewesen sei, welches durch das Umfüllen nah an den Rand der Big-Packs geraten sei. Das Plastik könnte mutmaßlich durch die Glut geschmolzen sein. Herabfallende Glut aus dem Big-Pack auf die Kartonage könnte selbige in Brand gesetzt haben „Die Anlage ist aber seit Oktober 2019 in Betrieb, und ein solches Problem gab es bislang nie“, sagt Indlekofer. Dennoch sollen weitere Stahlcontainer angeschafft werden, um die Ruhezeit der Asche darin verlängern zu können.

Mitarbeiter der Stadtwerke übernehmen

Nachdem alle Maßnahmen abgeschlossen waren, wurde die Einsatzstelle an die Mitarbeiter des Betreibers, die Stadtwerke Weil am Rhein, übergeben. Die Feuerwehr habe bei ihrem Eintreffen die Anlage über den Not-Aus-Schalter außer Betrieb gesetzt. An der Anlage selbst sei kein Schaden entstanden. Einzig ein Kabel wurde beim Abtransport der Asche durch die Feuerwehr beschädigt. „Das wurde am Sonntag sofort ausgetauscht und die Anlage konnte nach einer Säuberung wieder in Betreib gehen“, erklärt Indlekofer.

Zweiter Einsatz ist Fehlalarm

Am Sonntag gab es laut des Leiters der Stadtwerke einen zweiten Feuerwehreinsatz, ausgelöst durch einen Anwohner, der ungewöhnlich viel und dichten Rauch aus dem Kamin entweichen sah. Durch das Anfahren der kalten Anlage sei besonders viel zu erkennender Wasserdampf entwichen. „Gebrannt hat es nicht“, so Indlekofer. Für das Instandsetzen des Kabels und den Einsatz der Mitarbeiter seien Kosten von etwa 500 Euro entstanden, hinzu komme noch der Einsatz der Feuerwehr, meint Indlekofer.

Mit Grünschnitt und Holz werden 1500 Kilowattstunden Wärme produziert

Der Ausfall der Anlage, die 1500 Kilowattstunden Wärme produziert und damit ein Gebiet von der Firma Vitra bis zum Seniorenheim und zur Dreiländergalerie und der Einkauf-Insel transportiert und damit versorgt, sei nicht aufgefallen. Die Wohnungen im Neubaugebiet seien sicherlich gut wärmeisoliert, es würden aber, nach Indlekofers Worten, auch viele ältere Gebäude mit deutlich schlechterer Isolierung versorgt.

Andere Versorger im Wärmenetz eingesprungen

Im Netz der Wärmeversorgung gebe es aber noch weitere Anlagen, wie in der Gemeinschaftsschule, im Rathaus und an anderen Orten, diese hätten die fehlende Wärme ausgleichen können. Durch das rechtzeitige Entdecken des Feuers sei Schlimmeres verhindert worden: „Der Schaden hält sich wirklich in Grenzen“, sagt der Leiter der Stadtwerke.

Sieben Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr mit 25 Einsatzkräften sind im Einsatz. Foto: Feuerwehr Weil am Rhein

Im Einsatz waren in der Nacht auf Sonntag etwa 25 Einsatzkräfte mit sieben Fahrzeugen. Polizei und Rettungsdienst waren ebenfalls vor Ort.

Einsatzende gegen 2 Uhr

Einsatzende war – nach der Alarmierung um 22.07 Uhr – gegen 2 Uhr.