Der Landkreis Lörrach plant eine digitale Aufrüstung seiner stationären Blitzer.
Die Vorberatungen zum Doppelhaushalt des Landkreises für die Jahre 2026 und 2027 sind am Dienstag mit dem Umweltausschuss in die vorletzte Runde gegangen. Auf dem Prüfstand standen die Teilhaushalte 4 „Mobilität, Umwelt & Strukturpolitik“ und 5 „Ländlicher Raum“.
Nach dem Willen des Gremiums soll die Verwaltung unter anderem beauftragt werden, die vorhandenen stationären Blitzer mit einer Technik auszustatten, die eine automatische Datenübertragung ermöglicht. Hierfür werden ab 2026 jährlich 35 000 Euro (3500 Euro pro Gerät) im Haushalt eingeplant. „Im Folgejahr sind insgesamt 36 000 Euro vorgesehen.“ Bisher müssen die Daten aus den 15 stationären Messstellen in zehn Säulen manuell von den Mitarbeitern ausgelesen werden.
Viele Anfahrten
Neben den Anfahrten für das Umsetzen der Kamera in eine andere Messstelle oder die Sichtkontrolle der Messsäule auf Verschmutzungen oder Vandalismus sei dadurch eine große Zahl an Fahrten allein für das Auslesen der Daten erforderlich, erklärte der Erste Landesbeamter Ulrich Hoehler.
Die eingesetzte Arbeitszeit des Geschwindigkeitsüberwachungsteams wäre hingegen zielführender für den Betrieb mobiler oder semistationärer Anlagen auf dem Straßennetz einzusetzen, was wegen begrenzter Personalverfügbarkeit Beschränkungen unterworfen sei, heißt es in der Beschlussvorlage. Und weiter: „Die Anfahrten können deutlich reduziert werden, indem die Daten gesichert mittels einer VPN-Verbindung direkt an den Landkreisserver übertragen werden.“
Vorteil bei Vandalismus
Dies habe außerdem den Vorteil, dass bei Vandalismus eine Teilauswertung problemlos möglich bleibt. Die semistationären Messanlagen sind laut Verwaltung bereits mit der Technik ausgerüstet; hier müsse lediglich noch die gesicherte Übertragung der Daten eingerichtet werden.
Die komplette technische Ausstattung mit automatischer Datenübertragungstechnik löse zwar zusätzlichen laufenden Aufwand aus, stärke aber die Überwachungstätigkeit und trage damit zur Sicherstellung der für die Zeit ab 2026 prognostizierten Bußgelderträge bei, so Hoehler. Von einer sinnvollen Maßnahme sprach SPD-Kreisrat Klaus Eberhardt. Er wertete es auch als einen Erfolg der Digitalisierung. Unterdessen konnte Peter Schalajda (Grüne) die Höhe der Verschlüsselungskosten nicht nachvollziehen. Dass das Vorgehen Sinn mache, zugleich aber auch recht teuer sei, befand derweil Wolfgang Koch (AfD).
Millionen für den Kreis
Die Geschwindigkeitsüberwachung bringt dem Kreis Millionen ein: So wurden im vergangen Jahr zweieinhalb Millionen Euro verbucht. Stationäre Messsäulen stehen in Wittlingen, Kandern-Holzen, Rümmingen (zwei), Eimeldingen, Zell und Grenzach-Wyhlen. Mobil und semistationär werden jeweils zwei Systeme mit jeweils zwei Kameras genutzt. Eingesetzt werden sie vor allem, wenn Gefahrenstellen vorübergehend oder in regelmäßigem Abständen überwacht werden sollen.