Beim Spatenstich standen die im Vordergrund, um die es eigentlich geht: die Kinder. Foto: Wiebke Jansen

Der nächste Schritt im Millionenprojekt Grundschule Egenhausen ist getan. Beim Spatenstich warfen Eltern, Lehrer und Vertreter aus der Politik einen Blick auf die Baustelle.

Der Eingangsbereich ist bereits abgerissen, der Schulhof der Egenhausener Grundschule vom Bagger in einen riesigen Erdbuddelbereich verwandelt. Die ehemalige Eingangstür liegt weit über dem Erdniveau. Hier und da liegen Scherben von Fliesen, die einst im Anbau zu finden waren.Nun hat die Gemeinde Egenhausen mit dem offiziellen Spatenstich den Umbau und die Sanierung des rund 70 Jahre alten Gebäudes eingeläutet.

 

Innen ist die Grundschule geradezu entblößt: Keine Möbel, teils keine Böden, mehr ein Rohbau als eine Schule. Es ist klar zu sehen: Hier wird bereits eifrig gearbeitet.

Innen wird die Schule auf links gedreht. Foto: Wiebke Jansen

„Ich würde mich hier nicht mehr zurechtfinden“, meinte eine Lehrerin beim Rundgang durch ihre ehemalige Arbeitsstätte. Durchgänge wurden geschaffen, wo vorher keine waren, Räume wirken größer oder doch recht klein, angesichts der Menge an Möbeln und Gegenständen, die dort untergebracht waren.

Mut zur Investition - auch in herausfordernden Zeiten

Eltern, Kinder, Planer, Handwerker, Lehrer und Vertreter aus der lokalen Politik waren zum Spatenstich gekommen, um das Millionenprojekt zu würdigen. Die Gemeinde beweise Mut zur Investition, grade in diesen herausfordernden Zeiten, erklärte Bürgermeister Sven Holder. Doch: „Es ist eine Investition in die Bildung und damit auch eine Investition in unsere Kinder und damit in die Zukunft der Gemeinde Egenhausen.“

Rektor Andreas Schrade erinnerte daran, dass das Gebäude vor 70 Jahren gebaut wurde. „Auch damals waren die Zeiten nicht so, dass man das Geld zum Fenster raushauen konnte.“ Dennoch hätten sich die Egenhausener damals dazu entschlossen, das Projekt anzugehen. „Es kostet Geld, es verlangt Geduld, auch starke Nerven - aber wir haben einen wichtigen Grund: Wir wollen eine gute Schule für unsere Kinder.“

Gute Nachrichten: Kosten niedriger als erwartet

Was die Kosten betraf, konnte der Bürgermeister direkt eine gute Nachricht vermelden. Waren im vergangenen Oktober noch 5,9 Millionen Euro veranschlagt, ist diese Prognose nun auf 5,46 Millionen Euro gesunken. Von diesen bleiben 1,8 Millionen bei der Gemeinde hängen, der Rest wird gefördert.

So soll die Grundschule am Ende aussehen. (Visualisierung) Foto: Architekturbüro Hauser

„Wenn ich da sehe, wie viele beim Umzug geholfen haben und wie das der Zusammenhalt ist“, habe sich die Gemeinschaft im Ort besonders gezeigt, freute sich Bürgermeister Holder.

Der Weg zur neuen Schule war kein leichter. Lange wurde verhandelt, auch der Standort selbst stand in Frage. Dann wurde beschlossen: Die Schule bleibt, wo sie ist. „Wir haben hier einen tollen Standort“, meinte Holder. Immerhin ist direkt um die Ecke die Silberdistelhalle, die Lage äußerst zentral.

Natürlich durften beim Spatenstich auch diejenigen nicht fehlen, um die es eigentlich ging: Die Schüler und Schülerinnen. Der Schulchor hatte das erste und das letzte Wort. Mit Rhythmusinstrumenten trugen sie „Singing all together“ vor und beendeten den offiziellen Teil mit „Ein Räuber auf der Pirsch“. Die Freude darauf, einen Blick in ihre alte Schule - jetzt in ungewohntem leeren Zustand - war dann deutlich zu bemerken.