Johanna Recktenwald am Schießstand. Foto: Joachim Hahne johapress

Deutsche Podestplätze hat es zum Auftakt des IBU Para-Weltcups am Notschrei gegeben.

Und da sage einer, im Schwarzwald gibt es keinen richtigen Winter mehr. Am Donnerstag, dem Eröffnungstag des IBU Para Weltcups am Notschrei präsentierte sich die Region komplett weiß. Allerdings hatten die insgesamt 69 Teilnehmer in den vier Wertungsklassen auch gegen die Härten des Wetters mit Windböen, Nebel und andauerndem Schneefall zu kämpfen.

 

Mit insgesamt vier Medaillenrängen gelang dem Para Team Deutschland in der Hochschwarzwald-Arena ein guter Start in den Heim-Weltcup.

Zuletzt war der Bergübergang mit dem Nordic Center am Notschrei im Jahr 2018 Schauplatz eines Para-Weltcups. Seither hat sich viel geändert. Der inzwischen zum Schwarzwald-Nordic Center umbenannte Stützpunkt wurde modernisiert und erweitert.

War in früheren Zeiten der Skiclub Oberried Ausrichter des internationalen Spektakels der Behindertensportler, liegt die Verantwortung heute beim OK Notschrei. Die technische Umsetzung und die Durchführung der Veranstaltungen liegen bei der Internationalen Biathlon Union (IBU).

Eröffnet wurden die Wettkämpfe mit dem Rennen der Männer über 12,5 Kilometer bei den Schlittenfahrern. Und hier gingen alle drei Podestplätze an das Team China. Bei den Frauen über dieselbe Distanz wurde die mehrfache Medaillengewinnerin bei Paralympics und Weltmeisterschaften, Oksana Masters (USA) ihrer Favoritenrolle gerecht. Dahinter durfte Anja Wickert (MTV Stuttgart) nach zwei „Fahrkarten“ bei ihrem Heim-Weltcup am Trainingsstützpunkt über Rang zwei jubeln.

Mit einem lauten Jubelschrei nach dem Zieleinlauf freute sich der Kanadier Mark Arendz in der Klasse der „Stehenden“ im Einzel über 12,5 Kilometer über den Tagessieg vor dem Franzosen Benjamin Daviet und seinem Landsmann Karl Tabouret. Mit vier Schießfehlern verpasste Marco Maier (SV Kirchzarten) als Vierter die Medaillenränge denkbar knapp. „Ich glaube die Laufleistung war gut, ohne Fehler hätte es zum Sieg gereicht. Ich hatte am Schießstand Probleme, die Scheiben richtig zu sehen“, zeigte sich der Lokalmatador trotzdem nicht unzufrieden. Sein Vereinskamerad Alexander Ehler ließ fünf Scheiben stehen und kam auf Platz acht.

In der Klasse der Sehbehinderten gab es für die deutschen Männer im Wettbewerb über 12,5 Kilometer einen deutschen Doppelsieg. Mit einer fehlerfreien Schießleistung ging der Tagessieg an Nico Messinger (Ring der Körperbehinderten Freiburg) mit dem Todtnauer Guide Robin Wunderle vor Lennert Mattis Volkert (PSV München) mit Guide Florian Winker, der beim Schießen zwei Scheiben verfehlte.

In der Frauenklasse der Sehbehinderten gelang der erst 17-jährigen Tschechin Simona Bubenickova mit nur einem Schießfehler und dem Tagessieg ein traumhaftes Weltcupdebüt. Hinter der Chinesin Yue Wang erkämpfte sich die 24-Jährige Freiburgerin Johanna Recktenwald trotz zweier Schießfehler in Abwesenheit der leicht angeschlagen pausierenden Leonie Walter (SC St. Peter) den dritten Podestplatz.

„Es war ein Tag mit Licht und Schatten, mit vier Podestplätzen sind wir insgesamt aber auf dem richtigen Weg“, bilanzierte der Co-Trainer der deutschen Para-Sportler, Michael Huhn (Kirchzarten) zufrieden.

Wenn es die Witterung zulässt, werden die Wettkämpfe in der Hochschwarzwald-Arena am Samstag (Beginn ab 11.15 Uhr) und Sonntag (10.15 Uhr) fortgesetzt. Weitere Aktuelle Informationen sind unter de r Web-Adresse www.biathlonworld.com für Interessierte einsehbar.