Der Rottweiler Dieter E. Albrecht hat auf seiner Reise viele tolle Begegnungen. Foto: Albrecht

Dieter E. Albrecht aus Rottweil und seine Hündin Tequila erleben auf ihrer Route über die Seidenstraße Abenteuer, Begegnungen – und absurde Momente.

Um Dieter E. Albrecht, der in Rottweil gerne für die eine oder andere Kontroverse sorgt, ist es ruhig geworden. Der Grund: Der Rottweiler ist vor einigen Wochen zusammen mit seiner Hündin Tequila zu einer außergewöhnlichen Reise aufgebrochen. Albrechts Partnerin, mit der zusammen er fast zwei Jahre lang die Reise geplant hatte, musste verletzungsbedingt zu Hause bleiben. Sie koordiniert und unterstützt von der Homebase aus.

 

Als uns die Nachricht von Dieter E. Albrecht erreicht, befindet er sich mit seinem Caravan-Gespann – einem Mazda CX-5 Diesel Allrad und einem Wohnanhänger – gerade im Altai-Gebirge. Er ist erkältet – „Männerschnupfen“, schreibt er in seinen Reiseblog. Los ging sein Reise-Abenteuer in den Osten am Ostermontag. Bis dato hat er etliche Wochen und tausende Kilometer zusammen mit seiner Cane-Corso-Hündin in seinem Caravan-Gespann zurückgelegt.

Herausforderungen an der russischen Grenze

„Mit dieser Fahrt über 90 Längengrade habe ich exakt eine Viertel-Weltreise vollbracht“, schreibt er. Vom Schwarzwald aus ging es über Slowenien, Bulgarien, die Nordtürkei, Georgien und Russland nach Kasachstan und wieder über Russland in die Mongolei. Auf dem Rückweg soll es zusätzlich über Kirgistan und Usbekistan sowie Armenien gehen.

Besonders der Grenzübertritt nach Russland sei herausfordernd gewesen. „Da Deutschland aus Sicht Russlands derzeit als ‚unfreundlicher Staat‘ eingestuft wird, agierten die Grenzbeamten mit höchster Präzision und Strenge“, berichtet Albrecht von seinen Erfahrungen bei der Einreise.

„Im Zuge einer vollständigen Durchsicht meines Smartphones stießen die Beamten auf Bilder der Naturisten-Demonstration in Rottweil.“ Das „Rottweiler Nippelverbot“ habe für massives Erstaunen gesorgt. Dem sei ein stundenlanges „Verhör“ gefolgt, in dem Albrecht den Beamten in einem „improvisierten Referat“ die europäische Freikörperkultur, den Naturismus und das westliche Verständnis von Freiheit und Toleranz erläutert habe, wie er berichtet.

Für die Beamten hat Albrecht dennoch viel Lob übrig. Diese hätten unter den schwierigen Voraussetzungen schlicht ihren Job gemacht und das sehr korrekt und professionell. Wer sich auf www.Menschenwege.de durch Albrechts Blog klickt, stößt neben so manch abenteuerlicher Geschichte aber vor allem auf Bilder und Eindrücke toller Begegnungen. Einheimische, die Albrecht und seine beeindruckende Hündin spontan zu einem Fest einladen, sind da keine Ausnahme. „Überwiegend prägte eine enorme Gastfreundschaft in Kasachstan und Russland den Weg“, zieht er ein kleines Resümee.

Super für 39 Cent

Beeindruckend seien zudem die wirtschaftlichen Kontraste am Rande der Seidenstraße. Nur so viel: In Kasachstan kostet der Liter Diesel derzeit umgerechnet 55 Cent, Super tankt man für 39 Cent – davon kann man in der Heimat nur träumen.

Mittlerweile ist auch Albrechts Zwangspause im Altai-Gebirge vorbei. Die „Männergrippe“ ist ausgestanden und die Rückreise über Kasachstan steht an. Auch wird Albrecht alles gewissenhaft in seinem Reiseblog dokumentieren. „Ein Monat hin, zwei zurück – so der Plan“, schreibt Albrecht in seinem Blog. Im Juli will er wieder in Rottweil sein.