Bei einem intergalaktischen Flug durch den Orbit mit Blick auf Todtnau gab es für die Gäste des Besenbinderballs einiges zu entdecken und zu lachen.
Wenn selbst die Moderation zum Höhepunkt wird – mit Tobi und Tobi – dann ist wieder Besenbinderball. Zunftmeister Tobias Gutmann und Marshall Tobias Moser schweben als Astronauten auf die Bühne und blicken gemeinsam mit dem Publikum aus dem All auf Todtnau – steht der Ball doch unter dem Motto: „Auf zu den Sternen“.
Zuerst sehen sie dort die Raupe Nimmersatt alias Nachtgrab Tom Ruf, der in der Bütt mit seinem Plädoyer fürs Essen und einem Lied die Zuhörer zum Lachen bringt. Die Einzelfigur feiert in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen – „du bist eine Bereicherung für uns“, sagt Gutmann.
Dann geben die beiden Tobis ihren Mitfahrern wichtige Sicherheitsanweisungen für die Weltraumreise und schon geht es weiter im Programm mit der „Selbsthilfegruppe der verlorenen Künste“ – einer Nummer der Chrüdderwieble. Vertreter der Todtnauer Zünfte haben sich dabei zusammengetan, um das alte Handwerk wiederzubeleben und entwickeln mit den „Räucherwerken Todtnau“ eine neue Geschäftsidee.
Genial wie dann die beiden Moderatoren die Umbaupausen überbrücken, auch wenn es mal länger dauert als geplant. So gibt es immer mal Turbo-Booster für ihre Weltraumraketen. Die Stimmung im Saal steigt immer mehr an.
Was die Glocke erlebt
Dann ist es soweit – die Nummer des Zunftrats steht an – wie immer ein Höhepunkt. Was bekommt die Jubiläumsglocke von Todtnau (gespielt von Florian Wunderle) denn eigentlich so alles mit, während sie in der Kirche steht? Etwa wird vom italienischen Fest, das ganz ohne Italiener auskommt, erzählt und vom Chor gesungen. Und auch Baumgeflüster gibt es zu hören, wobei Pi Steinebrunner als Rumpelstilzchen alle zum Grölen bringt, während er Windräder im Jubiläumswald prophezeit.
Dann sorgt die Hürusmusik aus dem befreundeten Fasnachtsplaneten Zell für beste Stimmung im Saal mit ihren närrischen Klängen in äußerst hohem Niveau.
Kulturmeile für Todtnau
Nach der Pause steht mit „Todtnaus neue Mitte“ die längste Nummer an – gespielt von einer bunten Gruppe Todtnauer Fasnächtler. Für den neuen Platz an der ehemaligen Tankstelle am Stützle sollen Monika Schneider (gespielt von Sandra Wehrle) und Ralf Thoma (Arndt Sorke) vom Kulturhaus Ideen bringen. Zur Hilfe kommt ihnen der „Kanischter- Geischt“, der ehemalige Tankwart Kurt Drescher (Jürgen Wehrle). Dann geht’s Schlag auf Schlag: Der Feldberg-Wirt serviert Fassbier, der Inder von der Pfeffermühle scharfes Curry und bei der Avia ist Grilltag.
Ex-Hauptamtsleiter Hugo Keller (Christoph Buck) liest dann aus seinen Memoiren eines badischen Ratsschreibers, was ebenfalls für Grölen im Saal sorgt. In der neuen „Kulturmeile“ tritt schlussendlich noch das Symphonieorchester unter Herbert Kaiser auf und der „Kurt-Drescher-Platz“ wird eingeweiht – eine geniale Nummer.
Ein kunterbunter Tanz
Die Blätzlenarre begeistern dann mit einem kunterbunten Tanz voller Kindheitserinnerungen, zeigen sie doch die Figuren aus TV-Kindersendungen und auch aus der Werbung. Die Besenbinder und Schatzgräber gehen in ihrer Nummer auf die Suche nach dem Narresome. Und zum krönenden Abschluss eines vierstündigen Programms lässt der Fanfarenzug der Zundelmacher die Stimmung im Saal noch mal richtig aufkochen.
Lob vom Narrenvogt
Zu Beginn hatte Oliver Brüderle, VON-Narrenvogt der Vogtei Dreiländereck, gesagt: „Das ist ein phänomenaler Abend – es ist immer einzigartig, was ihr jedes Jahr auf die Bühne zaubert.“
Und er sollte Recht behalten: Das Team rund um Zeremonienmeisterin Carina Franz hat einmal mehr ein unterhaltsames Programm auf die Beine gestellt.