Viele Eltern der Berneckschule mit ihren Kindern waren in den großen Ratssaal gekommen und stellten harte Fragen. Foto:  

Der Leidensdruck bei Eltern und Schülern der Berneckschule ist groß und für viele das Maß der gefühlten Zumutungen voll.

Wohl noch nie hatte Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr so viele Besucher bei einer Einwohnerfragestunde. Viele Eltern der Berneckschule waren mit ihren Kindern gekommen. Elternbeiratsvorsitzende Alexandra Zink-Colacicco leitete die Fragerunde ein, die es in sich hatte. Nacheinander standen eine Reihe von Müttern und Vätern auf, beschrieben Probleme und stellten Fragen.

 

So hatte eine kurzfristig angekündigte Änderung der Betreuungszeiten, um der Überlastung des Betreuungspersonals entgegen zu wirken, großen Unmut erzeugt: „Wie stellt sich die Stadt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf vor?“. Dazu konnte Eisenlohr in Abstimmung mit dem Elternbeirat über eine Lösung berichten: „Außer den Varianten ’keine Betreuung’ und ’Ganztag bis 16 Uhr’ wird es für berufstätige Eltern eine Kernzeitenbetreuung bis 13.40 Uhr geben.

Viele Fragen bezogen sich auf die schwierige Raumsituation. So haben zwei vierte Klassen keine Klassenzimmer. Weil sie ins Gymnasium ausweichen, aber Pause aber bei der Berneckschule haben, verlieren sie durch die Wege auch Unterrichtszeit.

Räume für Bewegung und Ruhe fehlen

Dann fehlen bei der Ganztagsbetreuung Räume für Bewegung und Ruhe. Ohne Mensa (seit 2016 angekündigt) gibt es Mittagessen im Dreischichtbetrieb in einem ehemaligen Klassenzimmer, für die ersten beiden Klassen vorgeschnitten, „damit sie es schneller reinschaufeln können“.

Gefahr der Verschärfung

Dass, wie die Eltern sagen, nach der Planung der Stadt künftig auch Kinder aus Waldmössingen und Tennenbronn zur Ganztagsbetreuung in die Talstadt kommen sollen, werde die Lage weiter verschärfen.

Die Sorge treibt die Eltern auch um, ob bei steigenden Schülerzahlen bei den weiterführenden Schulen genug Platz sein wird.

Lange Bauzeiten Thema

Zur langen Bauzeiten des Kindergartens Don Bosco und der Dauerbaustelle Gymnasium fragen die Eltern, warum nicht mehr Aufträge extern vergeben werden. Sie fordern auch bei einer Ganztagsschule eine längere telefonische Erreichbarkeit der Schule, nur bis 11.40 Uhr sei unzureichend. Sie fragen weiter, warum die seit 2021 genehmigte und vorgeschriebene Lautsprecher-Warnanlage noch immer nicht installiert ist.

Knappes Personal

Von Bund und Land auf die Stadt übertragene Aufgaben wie Ganztagsschule sowie die stark steigende Schülerzahlen durch Flüchtlinge gehen nicht auf das Konto der Stadt. Auf diese allgemein bekannten Ursachen konnte Eisenlohr verweisen. In der Defensive ist die Stadt allerdings bei den schleppenden Planungs- und Umsetzungsprozessen der Schulprojekte durch zu wenig Mitarbeiter in der Hochbauabteilung.

Neue Mitarbeiter eingestellt

Wenigstens da konnte Eisenlohr Hoffnung machen und auf zwei neu eingestellte Architekten verweisen. Außerdem auf die voraussichtlich im Herbst verfügbaren vier neuen Klassenräume in Containermodulen.

Dass diese Übergangslösung nicht früher kommt, liegt übrigens am Baurecht: Auch die Stadt Schramberg muss dafür einen Bauantrag stellen.