Jedes Jahr spielt „Blacky´s Big Band“ aus Nagold ein Benefizkonzert. Nun fiel die Wahl auf den Eutinger Verein „Die Pflegebrücke Matadi“.
Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Ordensschwestern aus der Demokratischen Republik Kongo nach Eutingen zu holen, ihnen hier eine Ausbildung zur Pflegefachkraft zu ermöglichen, um so auf lange Sicht den Pflegenotstand in der Gemeinde abzufedern.
So ein Vorhaben kostet, neben viel ehrenamtlichem Engagement, auch Geld und da war die Zusage des Nagolder Bandleaders Klaus Herrmann fast wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk für die Vereinsvorstände der „Pflegebrücke Matadi“.
Die katholische Kirchengemeinde stellte die Eutinger Kirche St. Stephanus für dieses Vorhaben zur Verfügung, die Vereinsmitglieder rührten fleißig die Werbetrommel und Pfarrer Bernhard Tschullik musste neidlos eingestehen, dass seine Kirche selten so voll war wie am Abend des Konzerts. Er verriet bei dieser Gelegenheit auch, dass er selbst früher als Posaunist in einer Big-Band aktiv war und sich deshalb ganz besonders auf diesen besonderen Auftritt freue.
Lediglich ein kleiner Schoko-Nikolaus als Gage
Und mit ihm freuten sich viele Besucher aus der Gesamtgemeinde und der näheren Umgebung, die sich dieses Weihnachtskonzert nicht entgehen lassen wollten. Die Kirche war wirklich komplett gefüllt und wenn jeder der Besucher auch nur ein paar Euro in die Spendenkasse warf, dann war der Abend ein voller Erfolg. Dies auch vor dem Hintergrund, dass sich die Musikanten mit einem (wahrscheinlich) fair gehandelten, kleinen Schoko-Nikolaus und dem dafür umso größeren und begeisterten Applaus der Besucher als Gage zufriedengaben.
Mit dem Applaus sparten die Besucher wirklich nicht. Sie waren so begeistert von dem, was sie zu hören bekamen, dass sie sich am Ende des Konzerts noch eine Zugabe nach der anderen erklatschten.
Los ging dieser Auftritt, bei dem man sich ganz auf Stücke konzentrierte, die irgendwie in die Weihnachtszeit passten, mit dem Swing-Stück „Christmas“ bevor die Instrumentalisten zusammen mit Sängerin Laura Kutschera durch ein imaginäres Winter Wonderland (Winterwunderland) marschierten. 1934, als dieser Klassiker geschrieben wurde, gab es noch richtige Winter. Mit Schnee und so.
Mit dem alten Stück „The First Noël“ (Das erste Weihnachtsfest), dass die Geschichte der Ur-Weihnacht erzähl, gings weiter. Jedoch nicht, wie man es eigentlich erwartet hätte, in getragener Form, sondern als flotter Bossa-Nova arrangiert und präsentiert.
Klaus Herrmann und seine Big-Band ließ bei diesem Gig nichts aus, was zu Weihnachten auch sonst aus allen Ecken und Ritzen zu hören ist. Rentier Rudolph, das mit der roten Nase, flog auf Flügeln von sattem Sound durch die Kirche, José Feliciano’s „Feliz Navidad“ war genauso zu hören, wie das uralte Lied „Jingle Bells“, dass sogar 1965 einmal live aus dem Weltall übertragen wurde, wie Eckhard Fischer, der neben seinem Part an der Posaune auch noch recht gescheit durchs Programm führte, wusste.
Bassist Henning Petersen vertrat beim Song „Blue Christmas“ einen gewissen Elvis, der diese traurige Art Weihnachten zu feiern, 1957 bekannt machte.
Die Pflegebrücke Matadi ist eine Zukunftsbrücke
Für den Verein bedankte sich Winfried Seele bei „Blacky’s Bigband“. „Ihr schenkt uns Freunde, Swing und tollen Sound“ stellte er fest und zeigte sich ebenfalls überwältigt, wie voll die Kirche ist. „Die Pflegebrücke Matadi ist eine Zukunftsbrücke – lasst uns gemeinsam diese Brücke bauen“ der Appell von Seele an alle Anwesenden.
Mit einer besonderen Fassung von „Stille Nacht“ und ein paar Zugaben verabschiedeten sich die Musikanten aus Nagold dann von Swinging Eutingen am vierten Advent.
Die Pflegebrücke Matadi
Das große Ziel des Vereins
ist es, zwei Ordensschwestern aus der Demokratischen Republik Kongo nach Eutingen zu holen, ihnen hier eine Ausbildung zur Pflegefachkraft zu ermöglichen, sowie den Sprachunterricht und sogar der Führerschein zu finanziert, um so auf lange Sicht den Pflegenotstand in der Gemeinde abzufedern.
So ein Vorhaben kostet
, neben viel ehrenamtlichem Engagement, auch Geld, das die Eutinger nun zusammen bekommen müssen. Das Benefizkonzert war hier eine große Hilfe.
Die beiden Schwestern
, die vermutlich am 1. April 2026 nach Eutingen kommen, werden sich im Gegenzug zehn Jahre lang in Eutingen im Gäu einbringen und mit ganz viel Herzlichkeit den Ort in Pflege und Seelsorge unterstützen. Damit diese Hilfe langfristig bleibt, sollen nach fünf Jahren zwei weitere Pflegeschwestern folgen, die wieder neu eingearbeitet werden.
Eine echte Brücke also
– von Matadi nach Eutingen und zurück. Matadi und Eutingen helfen so einander über Ländergrenzen hinweg. Die „Pflegebrücke Matadi“ hat noch viel Platz für neue Vereinsmitglieder. Sie baut eine Brücke – und jeder darf gerne mitbauen.
Die Pflegebrücke Matadi
ist ein gemeinnütziger Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat, dem Pflegenotstand in Eutingen zu begegnen. Die Freundschaft zu Matadi bewirkt, dass Ordensschwestern kommen, in der Pflege ausgebildet und helfen werden.