Für den Badischen Hof liegt eine Abbruchgenehmigung vor. Foto: Rousek

Der nächste Schritt in der Sache Badischer Hof ist getan: Inzwischen liegt der Stadt die Abbruchgenehmigung vor. Wer nun aber denkt, er müsse noch schnell ein Abschiedsfoto schießen, dem sei gesagt: Das hat trotzdem noch Zeit..

Calw - Obwohl der Badische Hof einst ein prachtvolles Bauwerk war, möchte die Stadt Calw es gerne loswerden, sprich: abreißen. Am besten gestern. Doch so einfach ist das nicht.

 

Obwohl die denkmalschutzrechtliche Genehmigung zum Abbruch des Gebäudes schon 2011 erteilt wurde, geschah dies nur unter einer Auflage: Der Abriss dürfe erst unmittelbar vor dem Tunnelbau erfolgen. Warum? Der eine Tunnelausgang wird sich genau dort befinden, wo der Badische Hof steht – ein Abriss ist dann also ohnehin unumgänglich. Das hatte Calws Pressesprecherin Stefanie Schweigert im Mai im Gespräch mit unserer Redaktion erläutert.

Schlechter Zustand

Bis der Tunnel kommt, wird es allerdings voraussichtlich noch einige Jahre dauern. So lange möchte die Stadt mit dem Abriss nicht warten, denn der Badische Hof ist in einem schlechten Zustand. Nicht nur rein optisch. Untersuchungen haben massive Feuchteschäden mit Schimmelbefall zutage gefördert, wie Schweigert erklärte. Das heißt: Calw investiert jedes Jahr zur Verkehrssicherung Geld in das Gebäude, das keinerlei Mehrwert bringt und das in absehbarer Zeit ohnehin dem Erdboden gleichgemacht wird.

Um an eine vorzeitige Abbruchgenehmigung zu kommen, hatte Oberbürgermeister Florian Kling Gespräche mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe geführt und mit dem Landesamt für Denkmalschutz. Um letzteres von der Notwendigkeit des Abrisses zu überzeugen, musste die Stadt eine "Abbruchdokumentation" vorlegen. Also ein Dokument, in dem alle möglichen Details über den Zustand des Bauwerks festgehalten werden. Im Mai 2022 wurden die Arbeiten dafür ausgeschrieben und vergeben.

Kosten werden geteilt

Augenscheinlich hat die Dokumentation das Landesamt für Denkmalschutz überzeugt. Denn, wie Schweigert jetzt auf erneute Nachfrage unserer Redaktion mitteilt: "Die Abbruchgenehmigung liegt vor."

Die Stadt plane nun, mit dem Land und dem Bund in Abstimmung bezüglich der Kostenteilung und Kostentragung zu gehen, führt sie weiter aus. Gerade wegen des Tunnels müsse eine Regelung zur Kostenteilung gefunden werden. Der Tunnel ist nämlich eine Baumaßnahme des Bundes. Das Sanierungsgebiet Nördlicher Stadteingang, zu dem der Badische Hof gehört, ist indes eine Maßnahme der Stadt. Es müsse sichergestellt werden, dass "wir für den Anteil des Bundes nur in Vorleistung gehen, damit wir das Geld zurückbekommen", unterstreicht die Pressesprecherin.

"Wir sind zuversichtlich, dass wir dann in die Abbruchplanung einsteigen können." Wann genau der Abriss wirklich stattfinden wird, sei jedoch nicht klar. Neben den Arbeiten direkt am Gebäude müsse schließlich auch für die Sicherung des Hanges darüber ein Unternehmen gefunden werden.