Die Weiler Wohnbauprojekte schreiten voran: Im Stadtteil Friedlingen entstehen derzeit 280 Wohnungen, in Alt-Weil wurde eine Anlage mit 20 Wohnungen fertiggestellt.
Mit Abstand das größte Projekt ist die Wohnanlage „Arkadien River Gate“, welche die Strenger-Gruppe mitten in Friedlingen, an der Blauenstraße, realisiert.
Die ersten Häuser sind im Rohbau fertiggestellt, womit man leicht vor dem Zeitplan liege, teilt Lotta Schall, Sprecherin der Sprenger-Gruppe, auf Nachfrage mit.
Auf allen vier Baufeldern der Anlage, für die explizit mit ihrer Nähe zum schweizerischen Basel geworben wird, werde derzeit gleichzeitig gebaut.
Die Fertigstellung des Gesamtquartiers sei nach aktuellem Plan im Sommer 2027 vorgesehen. Im gleichen Jahr könnten dann die ersten Wohnungen bezogen werden.
Ehemalige Industriebrache wird bebaut
17 Gebäude mit insgesamt 230 Wohnungen entstehen auf der 9500 Quadratmeter großen Baufläche, die davor viele Jahre lang brachlag. 30 Prozent der Wohnungen sind sozial gefördert.
Die Grundsteinlegung fand im vergangenen Juni statt. Rund 500 Menschen sollen einst hier wohnen. Das Richtfest ist für den 23. April geplant.
Die 17 Gebäude des Ensembles würden erfahrungsgemäß schrittweise bezogen. Restarbeiten auf anderen Baufeldern können noch laufen, wenn die ersten Bewohner einziehen, informiert Schall zum Einzugs-Prozedere. Eine Detailplanung erfolge dann noch.
„Die Strenger Gruppe konnte sich gut am Markt behaupten, auch wenn die wirtschaftliche Lage nicht spurlos an uns vorbei geht“, informiert Schall auf Nachfrage. „Unsere Kunden kämpfen mit Leistbarkeit und Finanzierbarkeit.“
Qualität, ein attraktiver Preis und die Lage seien maßgebliche Kriterien in einer solchen Situation, weil durch sie Vertrauen geschaffen werde. „Deswegen können Projekte wie Arkadien River Gate – Basel/Weil am Rhein umgesetzt werden.“
Geförderte Mietwohnungen und Ladenfläche
Ebenfalls in Friedlingen schreitet der Bau von insgesamt 48 geförderten Mietwohnungen und 1100 Quadratmetern Einzelhandelsfläche am Eingang Friedlingens, direkt neben der katholischen Kirche, sichtbar voran.
Der Investmentmanager Kingstone Real Estate hatte das Wohn- und Geschäftshaus für seinen Immobilien-Spezialfonds „Kingstone Bezahlbares Wohnen Deutschland“ vom Projekt- und Gebietsentwickler BPD (Bouwfonds Immobilienentwicklung) im vergangenen Jahr erworben. Die Übergabe des von BPD schlüsselfertig erstellten Gebäudes soll noch im Laufe dieses Jahres erfolgen.
Dort entstehen 48 öffentlich geförderte Mietwohnungen sowie etwa 1100 Quadratmeter Einzelhandelsfläche.
Für das neue Bima-Quartier an der Zollstraße wurde im März 2025 von einer Jury unter Einbeziehung lokaler Akteure der Siegerentwurf gekürt. Er war im Anschluss im Rathaus ausgestellt.
Das Quartier nahe des Grenzübergangs Friedlingen, das von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) auf insgesamt rund 9600 Quadratmetern komplett neu überplant wird, umfasst unter anderem eine Zollhalle und eine Kindertagesstätte. 190 Wohnungen sollen dort entstehen.
Der Siegerentwurf überzeugte, weil in ihm besonders auf die Bedürfnisse des Zolls eingegangen wurde, hatten Bima-Vertreter bei der Vorstellung des Entwurfs die Entscheidung begründet. Die überbaute Fläche sei bei diesem Entwurf am geringsten, die Nutzfläche am höchsten, betonte Bürgermeister Lorenz Wehrle.
Weniger Geschosse – mehr Licht im Bima-Quartier
Im Vergleich zum ursprünglichen Entwurf wird die Zahl der Geschosse um eines verringert, um die Sonneneinstrahlung auf die Grünfläche zwischen den beiden in Ost-West-Richtung ausgerichteten Hochhauskomplexen zu gewährleisten. Derzeit wird ein Bebauungsplan erarbeitet.
Im Mai wurde Richtfest gefeiert an der zwischenzeitlich fertiggestellten Wohnanlage „TS01“ des Immobilienentwicklers H&H Concepthaus an der Tüllinger Straße in Alt-Weil. Nach der Fertigstellung Ende November wurden die Wohnungen direkt an die Eigentümer übergeben, berichtet H&H-Geschäftsführer Lukas Eggs auf Nachfrage.
Viele Jahre lang befand sich an dieser Stelle ein allseits bekannter Getränke-Fachhandel, eine historische Balkendecke wurde vor Baubeginn ausgebaut und im Depot des Dreiländermuseums eingelagert.
„In Haus A haben wir elf von zwölf Wohnungen verkauft, die acht Wohnungen in Haus B haben wir selbst im Bestand behalten und vermietet – dies als Beitrag zum dringend notwendigen Wohnraum, auch im Mietbereich“, geht Eggs ins Detail.
Wohnungen in Alt-Weil sind bis auf eine bezogen
Alle Wohnungen seien zwischenzeitlich bezogen. Eine Drei- bis Vier-Zimmer-Wohnung im Erdgeschoss von Haus A stehe noch zum Verkauf zur Verfügung. Aktuell verfolgt H&H in Weil am Rhein keine weiteren Projekte.
Gleich gegenüber des H&H-Projekts, an der Hauptstraße, entsteht derzeit ein weiteres Gebäude mit sieben Wohnungen. Bauherr ist der Weiler Immobilienentwickler Dieter Weiß. Den Plan für 20 Wohnungen in der Bühlstraße 8 bis 10, die im Jahr 2028 bezogen werden können, hat die Wohnbaugesellschaft Weil am Rhein vor kurzem vorgestellt.