Gegenüber der alten Ritterfabrik an der Gammertinger Straße, die die Hauptstraße an dieser Stelle ist, herrscht geschäftiges Treiben. Die zwei Gebäude wachsen schnell in die Höhe. Foto: Barth

Der Spatenstich war schon im März, inzwischen ist auf der Großbaustelle in der Burladinger Kernstadt schon richtig was zu sehen. Wir sprachen dazu mit Bauherr Berthold Barth.

Am Rande des ehemaligen Familienbetriebes der Spedition Barth, die erst an ein französisches Unternehmen verkauft wurde und dann nach Hechingen in das Gewerbegebiet Nasswasen zog, entsteht nun in Burladingen etwas Neues.

 

Die Barth Vermögensverwaltung errichtet dort, an der Gammertinger Straße 32 bis 34 zwei Gebäudekomplexe mit insgesamt 22 neuen Mietwohnungen. Der Bau und die Planungen beschäftigten auch schon den Burladinger Gemeinderat, war doch einst noch angedacht, dass das Postverteilzentrum der DHL ebenfalls auf einem hinteren Teil des Geländes im Gewerbeteil Richtung Osten untergebracht werden sollte.

So wird die Ansicht der Gammertinger Straße sein, wenn die beiden Gebäudekomplexe in einigen Monaten fertig gestellt worden sind. Foto: Barth

Das gelbe Unternehmen mit seinem Paket- und Brief-Express-Dienst zog sich dann aber aus den Plänen zurück, wie Berthold Barth in einem Gespräch mit der Redaktion mitteilt. Die Bebauungsplanänderung, die einst angedacht war, sei nun nicht mehr aktuell. Für die Anwohner, die im Gemeinderat seinerzeit Bedenken äußerten, mag das sehr beruhigend sein. Denn eine Vielzahl an- und abfahrender Postautos müssen sie nun nicht mehr fürchten. Ihre Nachbarschaft dürfte um einiges ruhiger werden.

Bei der Mietersuche haben die Bauherren vor allem Senioren ins Auge gefasst

Denn die Barth Vermögensverwaltung hat für die 22 Wohnungen, für die sie sich nach Fertigstellung des Gebäudekomplexes Mieter suchen will, ein ganz besonderes Klientel im Auge: Senioren, die sich verkleinern wollen. „Was wir machen, liegt voll im Trend“, sagt Barth. Viele Menschen würden sich im Alter lieber verkleinern wollen und aus ihren großen Eigenheimen und Mietwohnungen ausziehen um es sich auf die alten Tage etwas einfacher zu machen.

Viel Grün, viel Glas und eine schöne Aussicht von den zahlreichen Balkonen und Terrassen der beiden Gebäude. Foto: Barth

Freilich dürften die Wohnungen auch für Familien mit Kindern interessant sein. Für jene, die sich nicht oder noch nicht etwas Eigenes leisten wollen oder können. Auf jeden Fall hat der Albstädter Architekt von Wessner N.E.S.T-Bau mitten im Grünen einen Spielplatz vorgesehen. Der Gebäudekomplex mit viel Glas bekommt aber nicht nur reichlich Terrassen und Balkone und einen Grünstreifen zwischen den Gebäuden.

Er hat auch innere Werte: Unter dem Wohnkomplex sind Tiefgaragen vorgesehen, damit der ruhende Verkehr aufgeräumt und wohl verwahrt ist. Zudem dürften sich Bewohner später über große Ersparnisse freuen.

Wohnungsnot und Klimanotstand – zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen

Denn die Gebäude haben die QNG-40-Zertifizierung, werden also qualitativ und ausgesprochen nachhaltig sein.

Ein so zertifiziertes Haus verbraucht nur 40 Prozent der Energie eines vergleichbaren Referenzgebäudes. Auf der rauen Alb und in kalten Wintern ist das eine deutliche Hausnummer. Auch andere Betriebskosten, wie zum Beispiel die für Wasser, können durch nachhaltiges Bauen gesenkt werden.

Für die Mieter ist ein solches Gebäude allemal attraktiver als viele Bauten älteren Datums. Die Vorfreude auf die Fertigstellung seines so gut durchdachten Vorzeigeprojektes in der Burladinger Kernstadt ist Berthold Barth im Gespräch absolut anzumerken. Und angesichts von Wohnungsnot und Klimanotstand kann man dem tatkräftigen Spross eines Burladinger Traditionsunternehmens wohl ohne Zweifel bestätigen: Er hat zwei Top-Themen mit einer Klappe geschlagen.