Ende 2026 will Bauhaus in Nagold einen neuen Markt eröffnen. Was bedeutet das für die Pläne der Stadt, das Areal neu zu erschließen? Kommen die Kreisel früher als gedacht?
Viel ist von den künftigen Kreisverkehrsanlagen auf der Haiterbacher Straße in Nagold ja noch nicht zu sehen. Immerhin gab es noch vor Frühjahrsbeginn Rodungsarbeiten an den beiden Standorten. Zahlreiche Bäume wurden gefällt. Mehr aber auch nicht.
Ganz anders das Bild auf der Baustelle für den neuen Fachmarkt: Dort geht es voran. Laut einem Unternehmenssprecher von Bauhaus , soll noch in diesem Jahr die Eröffnung gefeiert werden. Erschlossen werden soll künftig das gesamte Einkaufsareal im Iselshauser Tal über zwei Kreisel. Den einen will die Stadt gleich nach dem Viadukt verwirklichen. Der zweite ist oberhalb der Zentrale des Unternehmens Rolf Benz an der Kreuzung Haiterbacher Straße / Talstraße geplant.
Mit dem Bauhaus-Umzug werden sich die Wegebeziehungen verändern
Der Hintergrund dieser neuen Erschließungspläne: Vor dem Bauhaus-Neubau gab es auch Untersuchungen zur künftigen Verkehrsbelastung. Und diese machten eines deutlich: Mit dem Bauhaus-Umzug würden sich die Wegebeziehungen drastisch verändern.
Bereits heute kommen die Verkehrsplaner zu dem Fazit, dass der Knotenpunkt der Haiterbacher Straße (B 463) mit der Goethestraße – also direkt am Viadukt – eigentlich ausgebaut werden müsste. Von einer „Qualitätsstufe E“ ist da in der 2017 beauftragten Verkehrsstudie die Rede – „mangelhaft“. Und dieses „mangelhaft“ lässt sich auch in Sekunden berechnen: Zur Stoßzeit samstagmittags stellten die Planer bereits derzeit eine Wartezeit von 84 Sekunden fest.
Die Verkehrsplaner prophezeien eine Wartezeit von über 1000 Sekunden
Noch angespannter könnte die Lage werden, wenn das neue Bauhaus erst einmal geöffnet hat. Die Verkehrsgutachter gehen in ihrer Prognose für 2030 von einer deutlichen Verschärfung aus. Am Knotenpunkt direkt am Viadukt ist zur samstäglichen Spitzenlast von einer Wartezeit von 977 Sekunden die Rede.
Und es würde sich noch an einem weiteren Knotenpunkt stauen. Eine Wartezeit von über 1000 Sekunden berechnen die Planer für den Kreuzungsbereich der Haiterbacher Straße mit der Talstraße bei der Zentrale von Rolf Benz. Das Fazit der Verkehrsplaner: Kommt das neue Bauhaus, müssen beide Knotenpunkte ausgebaut werden.
Die Stadt Nagold will das auch tun. Doch der bisherige Zeitplan mag nicht so ganz mit den Bauhaus-Plänen zusammenpassen. Denn 2026 war bei der Stadt Nagold nur als Planungsjahr für die Kreisel gedacht. Vollzogen werden sollte der Neubau der Kreisverkehrsanlagen eigentlich erst im nächsten Jahr. In diesem Jahr sind für das Projekt auch nur 300.000 Euro eingeplant, die Gesamtkosten der Maßnahmen werden aber auf zwei Millionen Euro veranschlagt.
Bauhaus hat zwischenzeitlich mit den Bauarbeiten begonnen. Und plötzlich könnte alles ganz schnell gehen. Von einem Richtfest im Juli dieses Jahres ist die Rede. Und ein Sprecher des Unternehmens gibt sich optimistisch, dass der neue Markt noch in diesem Jahr eröffnet wird.
Derzeit befindet sich die Stadt in der Ausführungsplanung
Hat das nun Auswirkungen auf die Zeitplanung beim Kreiselbau der Stadt Nagold? Dort gibt man sich eher zurückhaltend, sagt aber prinzipiell, dass am bisherigen Zeitplan festgehalten werde – spricht aber zudem von einer „Abstimmung mit der Baumaßnahme Bauhaus.“
Weiter gibt die Stadt auf Nachfrage der Redaktion bekannt, dass noch keine exakten Zeitpläne zum Kreiselbau vorliegen würden. Aktuell befinde man sich in der Ausführungsplanung, um die Ausschreibung vorzubereiten.
Klar ist auch: Wenn es auf der Haiterbacher Straße wirklich an den Bau der zwei Kreisel geht, dann hat das große Auswirkungen auf die Verkehrssituation. Die Haiterbacher Straße ist als Teil der B 463 viel befahren, entsprechend groß dürften die Belastungen durch die Baustellen sein.
Von „einigen Rahmenbedingungen, die berücksichtigt werden müssen“, spricht die Stadt Nagold. Aktuell sei man in der Abstimmung mit allen Beteiligten, „beispielsweise im Hinblick auf ein geeignetes Umleitungskonzept für die Baumaßnahmen.“