Der Bahnhof Grenzach hat sein Gesicht im Zuge des Ausbaus der Hochrheinbahn ziemlich verändert. Nach dem Dreikönigstag werden die Arbeiten wieder aufgenommen.
Die Reisenden haben sich inzwischen daran gewöhnt, dass alle Züge, also auch die nach Basel, derzeit am Mittelbahnsteig abfahren. Über Weihnachten und den Jahreswechsel herrschte nun Arbeitsruhe, doch nun geht es wieder los.
Der Bahnsteig 1 im Grenzacher Bahnhof besteht derzeit nicht mehr. Der Belag wurde abgetragen und der Boden darunter ausgehoben, die künftige Länge fixiert. Um die 155 Meter genau zu erreichen, ist die vorhandene hohe Fläche zu verlängern, gleichzeitig wird aber der frühere tieferliegende Bahnsteigteil in Richtung Westen nicht mehr benötigt. Als nächstes wird dann die neue Kante des Bahnsteigs 1 aufgebaut, genau 55 Zentimeter über der Schienenoberkante wird sie erreichen. Mit dieser Höhe ist künftig stufenfreies Ein- und Aussteigen möglich. Diese Höhe wurde für alle Bahnsteige mit Regionalverkehr in Baden-Württemberg festgelegt. Ende März soll der Bahnsteig 1 in Grenzach fertig sein. Dann wechseln die Bautrupps an den Mittelbahnsteig und es wird neue Regelungen für den Zugverkehr geben.
Aufzüge werden gebaut
Ein anderer Arbeitsort im Bahnhof sind die beiden Aufzüge. Am Bahnsteig 1 wird er in den früheren östlichen Treppenabgang eingesetzt. Am Mittelbahnsteig muss dafür ein neuer Schacht ausgehoben werden. Dazu wurde das Areal am östlichen Bahnsteigende mit etwa acht Meter langen Spundwänden befestigt, damit die direkt nebenan verlaufenden Gleiskörper stabil bleiben und auch während der Bauzeit genutzt werden können. Die Fertigstellung ist erst für das zweite Halbjahr vorgesehen, denn bevor die eigentlichen Aufzüge eingebaut werden können, müssen die Schächte und Befestigungsanlagen vollkommen abgeschlossen und ausgehärtet sein. Weitergeführt werden in den kommenden Wochen auch Arbeiten entlang der Gleise, vor allem zum Ausbau der Strecke zwischen Basel und Grenzach.
Ab dem 12. Januar, so wurde den Anwohnern am Hornacker und am Hörnle in einer Postwurfsendung mitgeteilt, soll es richtig laut werden. Dann erfolgen in den nächtlichen Betriebspausen lärmintensive Tiefbauarbeiten. So müsse der Bahnbetrieb tagsüber nicht eingeschränkt werden.
Ende 2027 fertig
Beide Gleise sollen künftig im Zweirichtungsbetrieb nutzbar sein, dafür reichte aber die bisherige Signaltechnik nicht aus. Wenn auch auf diesem Abschnitt auf jedem Gleis Züge in beiden Richtungen verkehren können, ist später für die eigentliche Elektrifizierung keine Sperrung erforderlich. So können auf einem Gleis zwischen Basel und Rheinfelden weiterhin Regionalbahnen fahren, während am anderen Leitungsmasten gesetzt werden und der Fahrdraht gespannt wird.
Ein weiterer Vorteil davon ist, dass der Schienenersatzerker nach Waldshut und Erzingen in Rheinfelden beginnen und enden kann. Denn in Basel kämen die zahlreichen Busse auf dem engen Platz vorm Badischen Bahnhof in Bedrängnis, außerdem würde die Fahrt durch die Stadt die Dauer der Busfahrt vor allem während des Berufsverkehrs nochmals beträchtlich verlängern. Und schließlich kann der Güterverkehr zu den Industriebetrieben nach Grenzach und Rheinfelden aufrech erhalten werden. Aber auch an anderen Abschnitten ist bis zur vorgesehenen Fertigstellung des Streckenausbaus im Dezember 2027 noch mit erheblichen Belastungen für Anwohner zu rechnen.