Für Marcello Montemitro ist Kaffee eine große Leidenschaft Foto: Jäger

Marcello Montemitro hat sich in Nagold der Kunst des Kaffees verschrieben. Mit seinem Caffè Pantano vertreibt er besondere Sorten und gibt Kurse. Dabei spürt er eine wachsende Nachfrage.

Am Anfang steht diese berühmte Geschichte. Ein äthiopischer Bauer ließ vor vielen Jahren seine Ziegen unter einem besonderen Baum grasen. Als die Tiere einige der roten Früchte des Baumes verspeist hatten, begannen sie plötzlich unruhig zu werden und herumzuspringen. Der Legende nach entdeckte dieser Hirte die Kaffeepflanze und setzte damit ihren Siegeszug in Gang.

 

Marcello Montemitro ist diese Geschichte natürlich bekannt. Der ausgebildete Barista und Kaffee-Connaisseur vertreibt mit seinem Caffè Pantano besondere Sorten und bietet zu jeder Etappe der Zubereitung einen entsprechenden Kurs an.

Stark an Relevanz gewonnen

Es gibt viele Menschen, die keine speziellen Ansprüche an ihren Kaffee-Konsum stellen und mit der Ware im Supermarkt völlig zufrieden sind. Es gibt aber auch jene, für die Kaffee eine Art Kunstform ist. Ein ehrwürdiges Handwerk, das gelernt und gepflegt werden sollte. Laut Montemitro hat dieses Lager in den letzten Jahren stark an Relevanz gewonnen – das sei deutlich geworden, als während der Corona-Zeit die Nachfrage nach Siebträgermaschinen in die Höhe geschossen ist. Es gebe eindeutig eine steigende Nachfrage, für die er sehr gerne das Angebot bereitet.

Ein ehrwürdiges Handwerk

Die Liebe zu Kaffee hat viel mit seinem familiären Hintergrund zu tun. Als Kind bei der Familie in Apulien war Kaffee ein großes Thema, er wurde zelebriert. „Besonders, wenn Familie und Freunde zu Besuch waren“, sagt Montemitro. Kaffee war für ihn seit damals immer mit einer besonderen Art von Einfachheit verbunden. Er war das Produkt harter Arbeit und ein Handwerk erfahrener Hände. Vielleicht rührt daher sein Wunsch, Kaffee mit so wenig maschinellen Eingriffen wie möglich zu produzieren.

Eines wird schnell klar: Montemitro hat viel Leidenschaft darin investiert, alles zu lernen, was es über Kaffee zu wissen gibt. Und gerade deshalb ist er nun bemüht, jeden Teilbereich so optimal wie möglich zu gestalten. Die Bohnen bezieht er ausschließlich von ausgewählten Partnerbetrieben, beispielsweise in Indien oder Brasilien. Mit diesen steht er selbst in Kontakt und bezieht von ihnen seine Ware ohne Zwischenhändler.

Bis auf die Parzelle nachvollziehbar

Die Bohnen, die bei ihm ankommen, sind für ihn bis auf die Parzelle nachvollziehbar, auf dem die dazugehörende Pflanze wächst. Diese Transparenz sei ihm wichtig. Denn bei seiner Arbeit geht es viel um Details. Sorte, Jahrgang, Anbaugebiet – häufig drängen sich Vergleiche zum Wein auf.

Montemitros Mission, wenn man so will, ist es, den Menschen ein wenig mehr Wertschätzung zu vermitteln und das richtige Handwerkszeug mitzugeben, um guten Kaffee zuzubereiten. Was ist gutes Equipment, was die richtigen Handgriffe und wie entsteht wirklich guter Kaffee? Um all das zu verinnerlichen, bietet er verschiedene Kurse an – zum Verkosten, Rösten oder Zubereiten – die alle rege nachgefragt werden sollen.

Aber: „Ich möchte und darf niemanden bekehren“, sagt Montemitro. Für ihn ergibt es keinen Sinn, die richtige Art zu schmecken zu predigen. Denn Geschmack habe viel mit Erinnerung zu tun. Wenn jemand in seiner Kindheit immer wieder die Mirabellen vom Baum seiner Großmutter genascht hat, wird er ohne Zweifel einen besonderen Bezug haben zum Geschmack dieser Frucht. Und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass er diesen auch durch unzählige andere hindurch wiedererkennen wird.