Das Naturfreibad soll jetzt mit einer Aktion der Bürger im Mai einem ersten Frühjahrsputz unterzogen werden.  Foto: Ralf Mangold

In Winterlingen wollen die Bürger das eigene Freibad auf die Saison vorbereiten. Organisator Wolfgang Bitzer erklärt was geplant ist.

Noch kommt beim Blick nach draußen so absolut keine Freibadstimmung auf. Niedrige Temperaturen, graue Wolken, Nieselregen. Alles fühlt sich eher nach schmuddeligem Herbst an denn nach sommerlicher Badesaison. Doch was nicht ist, kann ja noch werden – und der April macht bekanntlich sowieso immer, was er will. Gut also, dass die nun angekündigte Aktion erst im Mai stattfindet: die Winterlinger wollen ihr Freibad dieses Jahr selbst startklar machen für die Saison.

 

Meist im Juni öffnet das Naturfreibad seine Pforten für die Besucher. In den vergangenen Jahren gab es da das ein oder andere Problem, auf die gesamte Saison geblickt. Mal hemmte Personalmangel die Öffnungsstrategie, dann spielte das Wetter nur eingeschränkt mit. Die Personallage ist inzwischen behoben, das sorgte schon in der Badesaison 2025 für Entspannung. Finanziell ist ein solches Bad aber schon seit jeher ein Zuschussbetrieb, so auch in Winterlingen. Kämmerer Bodo Erath bezeichnet das Bad nicht umsonst als „hochdefizitär“.

Der Abmangel von einer guten halben Million Euro erhitzte bereits im Vorjahr im Gemeinderat die Gemüter. Gemeinderat Roland Heck hatte schon damals den hohen Abmangel von fast einer halben Million Euro angesprochen und fragte unverblümt ins Gremium: „Wie lange können wir dieses Spiel noch treiben?“ Doch im Moment hat man nicht vor, das Freibad dichtzumachen.

„Wir-Gefühl“ entstehen lassen

Dennoch hätten derlei Debatten und andere Gerüchte die Bürger aufgeschreckt. Das sagt Wolfgang Bitzer aus Winterlingen. Der hat nun eine Aufräumaktion ins Leben gerufen, die Anfang Mai über die Bühne gehen soll. Die Diskussionen ums gemeindeeigene Naturfreibad hätten die Bürger „wachgerüttelt“, sagt er.

Man wolle erreichen, dass die Winterlinger selbst wieder öfter in ihr Freibad gehen. Durch die Aktion solle ein „Wir-Gefühl“ entstehen. Die Gemeinde habe für den Arbeitseinsatz schon grünes Licht gegeben. Konkret sind zwei Termine anberaumt: der 9. und der 16. Mai, beides Samstage, je von 9 bis 12 Uhr.

„Gerne Rechen, Harke und Schubkarren mitbringen“, ist auf dem Flyer zu lesen, den Bitzer mitunter via WhatsApp und Facebook verteilt hat. Aber auch sonst hat sich die Aktion im Ort herumgesprochen. „Jeder, den ich anspreche sagt, er gibt es auch weiter“, freut sich Wolfgang Bitzer. Wie viele Helfer am Ende ins Winterlinger Naturfreibad kommen werden, sei schwer abzuschätzen. Es würden ein paar Helfer zur Koordination bereitstehen, damit die Aktion nicht im Chaos ende. Bitzer ist gerade auch noch dran, etwaige Sponsoren zu finden, die eventuell Getränke und ein Vesper beisteuern können. Ob man übrigens beide Termine braucht, das ist eher unwahrscheinlich: „Wir werden vermutlich an einem Tag fertig.“ Wenn aber etwa das Wetter nicht mitspiele, dann könne man zum Beispiel auf den zweiten Termin ausweichen. Man wolle nach dem Winter aufräumen und die „Platten auf Vordermann bringen“, umreißt der Organisator die Zielsetzung. Obendrein spare die Gemeinde so noch etwas Geld, wenn die Bürger sozusagen die erste Grundreinigung selbst übernehmen.

Weitere Aktionen im Sommer

Man sei auch an anderen Aktionen dran für den Sommer, orakelt Wolfgang Bitzer, ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Was aber an sich erreicht werden soll, ist zudem, dass die Schüler und Jugendlichen das Freibad wieder mehr als lokalen Treffpunkt wahrnehmen und nutzen.

Früher, so hört er es von alten Winterlingern, sei man stets im Freibad gewesen. Und überhaupt könne es ja nicht schaden, die jüngere Generation wieder nach draußen, weg von den Bildschirmen, zu bewegen. Wenn die Aufräumaktion über die Bühne gegangen ist, dann ist das Winterlinger Naturfreibad zumindest schon mal auf Hochglanz geschrubbt.