Jens Walter bei der Baustellenführung am 28. Februar. Foto: Zoller

Die Initiatoren der Bürgerinitiative „Finanzielle Freiräume für Bad Herrenalb wiederherstellen!“ trafen den Geschäftsführer der Bäderbetriebe und der Touristik.

Unterzeichnet haben die Pressemitteilung Joachim Sylla und Dieter Leichtle. Am 2. März sei man endlich mit Jens Walter und Bülent Vardar von den Stadtwerken zusammengekommen.

 

Austausch „Der offen geführte und angenehme Austausch erstreckte sich über die Themen: Erfahrungen und Pläne für Therme und Tourismus, Einordnung der Therme in den Tourismus, Akzeptanz/Kritik der Thermensanierung und den Komplex Heil-/Thermalwasser/Gesundheitsvorsorge“, wird unter anderem mitgeteilt. Walter habe vorab als Bedingung für das Gespräch die Themen Wirtschaftsplan, Finanzierung und Kostenkalkulation ausgeschlossen, „die wir sehr gerne mit ihm diskutieren wollten“.

„Von unserer Seite haben wir vorab die Notwendigkeit zu mehr Ehrlichkeit, Transparenz und Kommunikation zu allen Aspekten der Thermensanierung deutlich gemacht“, heißt es weiter. Die kommunale Finanzierung und deren Risiken seien die entscheidenden Herausforderungen für die Sanierung und den Betrieb der Therme. Walter habe entgegnet, dass er sich der Verantwortung hinsichtlich der Kommune sehr bewusst sei, ohne hier konkrete Aspekte zu benennen. Er sehe Risiken und Chancen der Thermensanierung („die er vehement als Revitalisierung bezeichnet sehen will“) insbesondere hinsichtlich des Kosten- und Zeitplans. Trotzdem stehe er zur Eröffnung noch Ende 2026.

Heilbad Weiterhin habe man dargestellt, dass die Prädikatisierung Herrenalbs als Heilbad nichts mit der Verwendung des Heilwassers in der Therme zu tun habe, sondern an der Möglichkeit zu Trinkkuren durch Ausschank im Kurhaus-Pavillon. Eine dahingehende Vermarktung der neuen Therme im Zusammenhang mit Gesundheitsvorsorge müsse deshalb nüchterner und aufrichtiger erfolgen als in der Vergangenheit. „Herr Walter schien von dieser Einordnung überrascht zu sein und ließ nicht erkennen, inwieweit er über diese Hintergründe Kenntnis hat“, heißt es weiter.

Walter sehe seinen Beitrag für die Stadt im „Marketing“ nicht bei der Touristik, da ihm dort – im Gegensatz zum Marketing – Erfahrung fehle. „Eine klare Aufgabenzuordnung wie auch, auf unsere Nachfrage, eine festgelegter Arbeitsumfang sei noch offen.“

Zeitplan Zu den Grundzügen eines „Marketingkonzepts“ oder eine „Tourismuskonzeption mit Therme“ habe Walter nichts sagen wollen, auch nicht zum Zeitplan für die Ausarbeitung beziehungsweise Diskussion im Gemeinderat. „Er wies lediglich vage auf demnächst stattfindende öffentlichkeitswirksame Schritte hin“, steht weiter in der Mitteilung.

Zur Kritik an der Thermensanierung habe man zum einen auf die jahrelange stark emotionalisierte „aber selten respektvoll geführte Debatte hinweisen“ können; zum anderen auf die kräftige Unterstützung des Bürgerbegehrens gegen den Beschluss zur Revitalisierung der Therme und städtischer Bürgschaften.

Walter habe keine Aussage zur zweiten Sanierungsphase treffen wollen, „ wohl kündigte er weitere Investitionen in den Folgejahren an“.

Fazit Unter „Unser Fazit“ wird in der Pressemitteilung bemerkt: „Herr Walter macht bei aller positiv-optimistischen Grundeinstellung und der Bekundung, Kritik als Anregung für Verbesserungen aufzugreifen, nicht den Eindruck, dass er die Verantwortung zu Kostenreduzierung und niedrigen Verlusten im Sinne der Kommune als primäre Aufgabe sieht. “ Er wolle doch eher ein ziemlich unbestimmtes „wahnsinnig tolles“ Angebot schaffen und vermarkten, und hoffe damit implizit auf geringere Verluste.

„Wir sehen hier ganz klar die Fortführung der Interessenkonflikte, die der Situation der hoch verschuldeten und finanziell quasi handlungsunfähigen Stadt nicht gerecht werden können“, wird des Weiteren informiert. Wenig Konkretes und Verbindliches erfahre man zu drängenden Fragen. „So arbeitet Herr Walter nach eigenen Angaben schon an Personaleinsatzplänen für den Neubetrieb, will aber nichts über revidierte Betriebsprognosen beziehungsweise Kritik an bisher intransparenten und unrealistischen Erwartungen verlautbaren oder zumindest nachvollziehbare Einblicke gewähren.“ Man stelle fest, dass transparente Information und Aufarbeitung nicht auf der Tagesordnung seien .

Als Betriebsleiter Tourismus und Stadtmarketing sehe Walter seine Rolle ganz klar im „Marketing“, er werde sich nicht operativ in das Tourismusgeschäft einbringen. „Wie er die ‚Tourismusstrategie‘ Herrenalbs steuern möchte, erfährt man demgemäß nicht.“ Befremdlich sei auch die Beobachtung, dass sein Arbeitsumfang und seine konkreten Aufgaben im Eigenbetrieb nach mehr als zwei Monaten „immer noch diskutiert werden“.

Als Bürgerinitiative werde man in den offenen Fragen nachhaken. Insbesondere fordere man eine zeitnahe Vorstellung eines Thermen-(Tourismus)-Konzepts mit aktualisierten und nachvollziehbaren wirtschaftlichen Planungsdaten der Therme mindestens im Rahmen einer öffentlichen Gemeinderatssitzung – „besser natürlich im Rahmen einer Einwohnerversammlung“.