Friedmar Fritze links hat die Verantwortung für die Diakoniestation des Krankenpflegevereins Bad Herrenalb und Dobel an Stefan Nagel übergeben. Foto: Diakonie/Zoller

Stabwechsel bei der Sozial- und Diakoniestation: Der Nachfolger von Friedmar Fritze, der in Ruhestand geht, heißt Stefan Nagel. Er möchte eigene Akzente setzen.

In der Diakoniestation des Krankenpflegevereins Bad Herrenalb und Dobel geht eine Ära zu Ende, während gleichzeitig ein neues Kapitel aufgeschlagen wird. Am 31. März verabschiedete sich Friedmar Fritze nach Jahren engagierter Leitung in den Ruhestand. Er übergibt den Staffelstab an Stefan Nagel, der bereits seit Jahresbeginn im Haus ist, um einen nahtlosen Übergang zu gewährleisten. Es ist ein Wechsel, der von gegenseitigem Respekt und dem gemeinsamen Verständnis für den „Dienst am Nächsten“ geprägt ist.

 

Gemeinschaftsleistung Rückblickend stellt Fritze fest, dass sich die Welt der Pflege seit seinem ersten Tag massiv gewandelt hat. Während technische Innovationen wie die E-Verordnung oder die digitale Unterschrift Einzug hielten, wuchsen auch die bürokratischen Hürden.

Vieles erreicht

Dennoch blickt er mit Stolz auf das Erreichte, wobei er den Erfolg stets als Gemeinschaftsleistung sieht. „Der Verein und die Station haben in dieser Zeit vieles erreicht: die Bewältigung der Corona-Zeit, die Einrichtung des Senioren-Cafés oder des Hausnotrufs“, resümiert Fritze. Besonders wichtig ist ihm dabei das Zwischenmenschliche: „Möglich war dies nur durch das Team, das hier auf der Station zusammenstand, sich unterstützt hat und verantwortungsvoll den Dienst am Nächsten leistete. Das ist der Erfolg des ganzen Teams, und ich bin dankbar, dass ich da ein Stückchen mithelfen durfte.“

Für seinen Nachfolger hat Friedmar Fritze vor allem Anerkennung für die Mitarbeitenden im Gepäck. Er betont, dass die Pflegekräfte trotz privater Mehrfachbelastungen unermüdlich im Einsatz seien und höchste Wertschätzung verdienten. Dass die Chemie zwischen Vorgänger und Nachfolger stimmt, wurde früh deutlich. „Schon bei der Entscheidung im Sommer letzten Jahres entstand der Eindruck: Jawohl, das wird gut“, erinnert sich Fritze an die ersten Begegnungen mit Stefan Nagel.

Verantwortung Stefan Nagel wiederum bringt eine beeindruckende Expertise nach Bad Herrenalb. Über 20 Jahre lang war er als Geschäftsstellenleiter beim ASB in Rheinstetten tätig und gestaltete dort zuletzt das moderne Seniorenzentrum „RheinLeben“ maßgeblich mit. Mit dieser Erfahrung sieht er seine neue Aufgabe nicht als „Neuanfang auf der grünen Wiese“, sondern als Fortführung einer tief verwurzelten Tradition. „In all der Zeit habe ich Pflege nie nur als Dienstleistung gesehen, sondern immer als Verantwortung gegenüber den Menschen“, erklärt Nagel seine Motivation. Seit seinem Dienstantritt am 1. Januar 2026 nutzt Nagel die Zeit vor allem zum Zuhören und Kennenlernen. Er schätzt die stabilen Strukturen, die er von Fritze übernimmt, möchte aber auch eigene Akzente setzen. So plant er, die wertvolle Arbeit der Station durch moderne Öffentlichkeitsarbeit und soziale Medien sichtbarer zu machen und die Vernetzung mit der Gemeinde und der Kirche weiter zu vertiefen. Sein Ziel für die kommenden drei Jahre ist klar definiert: „Auch in drei Jahren soll der Krankenpflegeverein für das stehen, wofür er heute in der Region einen sehr guten Ruf hat: für Menschlichkeit, Verlässlichkeit und Nähe zu den Menschen.“

Stabile Strukturen

Gartenarbeit Während Nagel seine Energie aus der Arbeit mit dem Team und den Begegnungen mit den Gästen der Tagesstätte zieht („Man bekommt viel zurück: ein Lächeln, ein gutes Gespräch, ehrliche Wertschätzung“), freut sich Fritze auf eine ganz andere Art von Gestaltung. Seit dem 1. April wartet der heimische Garten auf ihn. „Vielleicht kommt auch ein kleiner Bachlauf dazu. Gerne freue ich mich dann, wenn einige der Enkel dabei helfen“, verrät er schmunzelnd über seine Pläne für den neuen Lebensabschnitt.

Zum Abschied richtet Fritze einen herzlichen Dank an alle Partner in der Region, von den Ärzten bis zur Kommunalverwaltung, für die jahrelange Wertschätzung.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es, dass Stefan Nagel über 20 Jahre lang Geschäftsführer der ASB in Rheinstetten war. Dies stimmt nicht, und wir entschuldigen uns für den Fehler. Die ASB-Landesgeschäftsstelle korrigierte auf Nachfrage der Redaktion: Er war als Geschäftsstellenleiter tätig.