Die Instandsetzung und der Erhalt des rund 100 Jahre alten kleinen Backhauses in der Baisinger Straße steht im Fokus des neu gegründeten Backvereins Mötzingen.
Zur Gründungsversammlung im Bürgersaal in der Schulstraße versammelten sich rund 30 Personen rund um Versammlungsleiter Maximilian Harr. Der junge Familienvater hängt aufgrund früherer Backkurse emotional an dem hübschen Backhaus und signalisierte Bereitschaft zur Übernahme des Amtes als Vorsitzender im neu zu gründenden Verein.
Auch für die weiteren Vorstandsposten fanden sich bereits im Vorfeld Interessenten mit der Bereitschaft, diese Ämter zu bekleiden. Der Dank von Harr galt dem bisherigen Bürgermeister von Mötzingen, Marcel Hagenlocher, sowie dem amtierenden Rathauschef Benjamin Finis für die bezüglich der rund um das Backhaus geleisteten Vorarbeiten.
Schwierige Eigentumsverhältnisse
Rainer Stefanek, der sich bereits seit längerer Zeit für den Erhalt des Backhauses einsetzt und das Projekt bis zu seiner Reife begleiten werde, informierte in der Versammlung über die schwierigen Eigentumsverhältnisse. Es muss erst ein Verein gegründet werden, um das Gebäude zunächst auf die Gemeinde und danach auf den Verein zu übertragen.
Maximilian Harr erläuterte die für den gemeinnützigen „Backhausverein Mötzingen“ einstimmig abgesegnete Vereinssatzung. Demnach werde der Verein mit Schulen, Kindergärten und anderen Einrichtungen zusammenarbeiten, kulinarische Kurse auch für Nichtmitglieder anbieten sowie darüber hinaus traditionelle regionale und internationale Backrezepte sammeln.
Geregelt ist in der Vereinssatzung auch, dass der Vorstand auf zwei Jahre gewählt werde und einmal jährlich eine ordentliche Mitgliederversammlung stattfindet.
Zustand des Backhauses
Zum aktuellen Zustand des kleinen Backhauses wurde berichtet, dass der Putz ausgebessert werden müsse, Dachziegel auszutauschen und der Kamin zu säubern sei. Frischwasseranschluss im Backhaus sei möglich und der Stromanschluss müsse bei der EnBW angefragt werden.
Da nur noch der linke von zwei Holzbacköfen funktioniere, wurden bereits Angebote für Öfen eingeholt, sowohl für Holz- als auch Elektrobacköfen, die sich preislich auf ähnlichem Niveau bewegen.
Zudem wird bis spätestens 7. Oktober ein Förderantrag bei der Projektgruppe Leader eingereicht. Darin sehe man gute Chancen auf eine 60-prozentige Förderung, die seitens der Gemeinde um weitere zehn Prozent aufgestockt werde. Die Restfinanzierung müsste der Verein tragen.
Instandsetzung für 50 000 Euro
Für die Öfen wären etwa 33 000 Euro zu investieren. Insgesamt werde mit rund 50 000 Euro für die Gesamtinstandsetzung kalkuliert. Sponsoren wolle man im Anschluss an die Vereinsgründung suchen. Bei den Wahlen des Vorstandes konnten alle Ämter einstimmig besetzt werden.
Maximilian Harr ist Vorsitzender, Birgit Müser wurde als Schriftführerin gewählt, Schatzmeister ist Helmut Purm. Vier Beisitzer wurden en bloc gewählt: Heidi Landenberger, Beate Haarer, Jürgen Schulz und Jochen Cibis. Silke Cibis und Stefan Ziegler übernehmen das Amt der Kassenprüfer.
In der einstimmig beschlossenen Beitragsordnung wurden die Jahresbeiträge für Jugendliche auf zehn Euro, für Erwachsene auf 20 Euro und für Familien in häuslicher Gemeinschaft auf 30 Euro festgesetzt. Bezüglich des Stimmrechtes von Familien besteht noch Klärungsbedarf.