“Winterliche Gegebenheiten“ lassen derzeit die Baustelle an der Bundesstraße B 462 zwischen Schramberg und Sulgen ruhen. Aber es gibt weitere Gründe.
Aber nicht nur das Wetter ist laut Regierungspräsidium Freiburg die Ursache dafür, dass derzeit die Arbeiten nicht wie eigentlich einmal geplant jetzt weitergehen können.
Zudem gibt es nämlich an der Baustelle in der Grünen-Baum-Kurve an der Bundesstraße B 462 „unvorhergesehene Gegebenheiten bei den in der Böschung vorhandenen Abwasserkanälen“, sagt eine Sprecherin des Regierungspräsidiums Freiburg auf Anfrage unserer Redaktion. Diese Kanäle lägen teils anders als in den vorhandenen Plänen angegeben.
Aus diesem Grund könnten die Arbeiten auch nicht wie eigentlich geplant bis Weihnachten abgeschlossen werden, heißt es seitens der Behörde.
Den Hang stabilisieren
Ziel für dieses Jahr sei es jetzt, den Hang zu stabilisieren, damit er über den Winter sicher sei. Die Arbeiten können dann erst im Frühjahr, wenn es frostfrei ist, fortgesetzt werden, so dass eine Fertigstellung frühestens im Frühsommer 2026 zu erwarten ist.
Inwiefern die Straße über den Winter komplett geöffnet werden kann, hänge vom Fortgang der Arbeiten in den nächsten Wochen ab.
Wand aus Spritzbeton
Zur Technik der Hangsicherung heißt es seitens des Regierungspräsidiums, dass anstelle der beiden vorhandenen maroden Stützwände in der Kurve eine durchgehende Stützwand aus Spritzbeton errichtet werden, die 100 Meter lang und im Schnitt 2,70 Meter hoch sein wird.
Dazu wurden zunächst rund 150 sogenannte Mikropfähle acht Meter tief in die Böschung gebohrt, an denen dann die künftige Stützwand rückverankert wird.
Geschütztes Amphibium
Im nächsten Schritt sei eine Stützwand abgerissen worden. Die zweite Stützwand steht noch, da in der Bruchsteinmauer ein Winterquartier des geschützten Feuersalamanders entdeckt worden. Aus Naturschutzgründen könne der Abriss erst im Frühjahr erfolgen.
Derzeit liefen die Betonierarbeiten zur Stabilisierung des Hangs. Im Frühjahr werde dann die zweite Stützwand abgerissen und das neue Bauwerk betoniert.
Keine Vorrangspur
Hinsichtlich des Vorschlags von Stadtrat Jürgen Reuter (Aktive Bürger) die zweite talwärts führende Spur anstelle als zweispurige Wartefläche für einen Busvorrang zu nutzen, meint das Regierungspräsidiums, dass dies aus Sicht der Behörde nicht notwendig sei, da die Ampelphasen gut getaktet seien und die Wartezeiten sowie die Rückstaus entsprechend gering sein.
Baubeginn im September
Mit den Arbeiten an der Grünen-Baum-Kurve war Mitte September dieses Jahres. Um die Arbeiter im Kurvenbereich nicht zu gefährden musste zunächst bei der Baustelleneinrichtung eine Prallschutzwand aufgestellt werden damit auch bei ausschwenkenden Lastwagen sicher um äußeren Kurvenbereich gearbeitet werden kann.