Autos in Albstadt: Limousinen, Sportwagen, Motorräder – diese Oldtimer sind Hingucker

Zahlreiche Besucher schauten sich die Modelle genauer an.
Jannik NölkeEin Wochenende voller Chrom, Motorengeräusche und Erinnerungen: Unter dem Motto „Mobile Zeiten“ haben der RMSC Onstmettingen (RMSCO) und der ADAC Ortsclub Zollernalb (OC Zollernalb) das 50-jährige Stadtjubiläum von Albstadt mit einem großen Oldtimerfest gefeiert.
Rundfahrt „Kult- und Genusstour“
Den Auftakt am Samstag bildete die Oldtimer-Rundfahrt „Kult- und Genusstour“. Rund 30 Fahrzeuge starteten zur 50 Kilometer langen Ausfahrt durch fünf Stadtteile, darunter elegante Limousinen, klassische Sportwagen und Motorräder, die längst Sammlerstatus genießen. Gefahren wurden 50 Kilometer – ganz im Zeichen des Stadtjubiläums.
Unterwegs gab es Zwischenstopps in Museen, dazu schwäbischen Hefekranz, bevor am Abend ein Buffet und ein Film über die Entwicklung der Mobilität in Albstadt auf die Teilnehmer warteten.
Für besondere Leistungen wurden Preise vergeben: Das älteste Auto, ein Ford A von 1929, hatte zugleich die weiteste Anfahrt – rund 150 Kilometer aus Freiburg. Geehrt wurde auch der älteste Teilnehmer: Mit 89 Jahren hatte er bereits als Jugendlicher Radrennen in der Region bestritten. Das jüngste Fahrzeug war immerhin 50 Jahre alt.
Für die Veranstalter war die Ausfahrt mehr als nur ein rollender Blick in die Vergangenheit: Sie erinnerte an die Wurzeln des Motorsports in der Region. Bereits in den 20er-Jahren wurde der Motorsportclub in Albstadt gegründet – damals als ein Radfahrerverein. Erste Motorradrennen in den 60ern führten von Onstmettingen über Ebingen nach Balingen. In den 80er-Jahren entstanden die ersten Oldtimerveranstaltungen.
Großes Treffen an der Festhalle
Am Sonntag wurde das Areal um die Festhalle Ebingen zum Treffpunkt. Rund 250 Fahrzeuge waren gemeldet, vom glänzenden Cabriolet bis zur bulligen Limousine. Zugelassen waren Autos und Motorräder bis Baujahr 1995, viele Besucher bestaunten auch deutlich ältere Schätze. Aufgrund des regnerischen Wetters waren nicht alle angemeldeten Fahrzeuge gekommen.
Dennoch kamen zahlreiche Gäste, die sich zwischen Verkaufsständen, kulinarischen Angeboten und Fachgesprächen bewegten. In der Festhalle lief ein Film, der die Entwicklung der Mobilität in Albstadt in 30 Minuten zusammenfasste – von der Talgangbahn bis zum modernen Motorsport.
Blick in die Zukunft
Neben den Erinnerungen an vergangene Zeiten legten die Veranstalter großen Wert auf die Nachwuchsarbeit. Ein Bobby-Car-Bereich für die Kleinsten und ein eigens entwickelter SimRacing-Simulator ermöglichten jungen Gästen erste Schritte in den Motorsport. Damit soll die Brücke geschlagen werden zwischen digitalem Training im Winter und realen Rennen im Sommer.
Auch neue Technologien standen im Fokus: Ein E-Kart war vor Ort, das bald im Wettbewerb eingesetzt werden soll. Während in Ebingen bereits elektrisch gefahren wird, setzen die Onstmettinger Kollegen noch auf Benzin – planen aber mittelfristig den Umstieg auf synthetische Kraftstoffe. Wichtigstes Ziel: Motorsport soll für Jugendliche bezahlbar bleiben, trotz steigender Kosten für Fahrzeuge und Ausrüstung.
Gemeinschaftsprojekt zweier Vereine
Zum ersten Mal organisierten der RMSCO und der OC Zollernalb ein solches Großevent gemeinsam. Wochenlange Planungen, Sitzungen und viel ehrenamtliches Engagement stecken hinter dem Projekt. Erst kurz vor dem Wochenende wurde der begleitende Film fertiggestellt, und noch am Veranstaltungstag selbst wurde am Ablauf gefeilt.
Die Mühe hat sich gelohnt: Viele Besucher sprachen von einem „Rollenden Museum“, das nicht nur Erinnerungen weckte, sondern auch neugierig machte auf das, was kommt.