Trifft der FC Holzhausen in der kommenden Saison auf die U21 des 1. FC Heidenheim? Und falls ja: in welcher Liga? Denn der Bundesligist würde gerne in der Oberliga einsteigen.
Den ersten öffentlichen Hinweis auf die Oberliga-Ambitionen der neuen zweiten Mannschaft gab es bereits Anfang Dezember in einer Pressemitteilung des 1. FC Heidenheim. Denn in einem Halbsatz zur Meldung, dass Peter Baamann „ab dem 1. Januar 2026 in neu geschaffener Position im sportlichen Bereich tätig sein wird“, wurde auch die geplante U21 des württembergischen Bundesligisten erwähnt. Diese werde „ab dem kommenden Sommer in der Verbands- oder Oberliga an den Start gehen“, hieß es in der Mitteilung.
Bereits vor mehr als einem halben Jahr hatte der 1. FC Heidenheim angekündigt, wieder eine zweite Mannschaft melden zu wollen – in der Verbandsliga Württemberg, wie es damals hieß. Diese Nachricht ließ auch den FC Holzhausen als potenziellen Konkurrenten um eine Topplatzierung aufhorchen.
Denn es dürfte klar sein, dass der Heidenheimer Profi-Club mit seiner U21 nach Höherem strebt als der Verbandsliga. Die Verantwortlichen aus dem Sulzer Teilort verwiesen daher immer wieder auf einen möglichen Einstieg der Heidenheimer, wenn es um die neue Saison ging.
Ein Präzedenzfall aus Nordbaden spricht dagegen
Derweil schien die Verbandsliga lange die höchstmögliche Spielklasse für einen Direkteinstieg zu sein. Ein Antrag dafür beim Württembergischen Fußballverband (WFV), der Träger der Verbandsliga ist, ist für Proficlubs wie etwa der 1. FC Heidenheim und Vereine mit lizenziertem Nachwuchsleistungszentrum möglich. Die finale Entscheidung trifft der WFV-Vorstand.
So lief’s beim Nachwuchs des Karlsruher SC
Die Oberliga hingegen schien für ein solches Projekt nicht denkbar – auch aufgrund eines höchst aktuellen Präzedenzfalles aus Nordbaden. Der Zweitligist Karlsruher SC stieg zur Saison 2024/25 mit einer neuen U23-Mannschaft in den Spielbetrieb ein. Ein Antrag auf den Einstieg in die Oberliga Baden-Württemberg wurde damals jedoch abgelehnt. Stattdessen startete der KSC-Nachwuchs in der Verbandsliga Nordbaden, stieg direkt auf und spielt nun in der Oberliga Baden-Württemberg gegen den FC 08 Villingen und Co. – früher oder später ist die Regionalliga das Ziel.
Auf eine mögliche Aufstiegssaison in der Verbandsliga wollen die Heidenheimer wohl gerne verzichten und direkt in der Oberliga einsteigen. „Der 1. FC Heidenheim hat sein Anliegen formuliert, mit einer zweiten Mannschaft in der Saison 2026/27 in der Oberliga zu starten“, sagte Heiner Baumeister, Pressesprecher beim WFV, am Donnerstag gegenüber unserer Redaktion.
Überspringen die Heidenheimer also – im Gegensatz zur U23 des KSC – die durchaus anspruchsvolle Hürde Verbandsliga? Auf den ersten Blick und mit dem Hintergrund der Ablehnung des Karlsruher Antrags schwer vorstellbar.
Geänderte Struktur in der Oberliga-Trägerschaft
Eine Chance ist dabei zumindest die geänderte Struktur. „Bis zur vergangenen Saison war die Oberliga eine Liga unter Trägerschaft der drei beteiligten Landesverbände“, erklärt Baumeister. Seit dieser Saison ist jedoch die Oberliga Baden-Württemberg GmbH (OLBW) – eine Gesellschaft der drei baden-württembergischen Landesverbände – die Trägerin der Oberligen im Erwachsenen- und Jugendbereich.
Der FC Holzhausen wird die Diskussionen aufmerksam verfolgen
Ob die neue U21 des 1. FC Heidenheim jedoch in der kommenden Saison wirklich in der fünftklassigen Oberliga an den Start gehen darf, ist derzeit noch offen. Auch die Konsequenzen – Aufstockung der Liga, verschärfter Abstieg oder Ähnliches – sind noch nicht klar. Eine Entscheidung darüber trifft auf jeden Fall die Gesellschafterversammlung der OLBW.
Bis dahin müssen sich der FC Holzhausen und Co. noch gedulden, ob es für sie in der kommenden Saison zu einem Auswärtsspiel auf die Ostalb geht. Solange dieses Spiel in der Oberliga wäre, hätte der FC Holzhausen, der in der Rückrunde um den Aufstieg kämpfen wird, vermutlich nichts dagegen einzuwenden.