Wer dem Nonnenmattweiher in nächster Zeit einen Besuch abstattet, und sich eine Einkehr an der Fischerhütte gönnt, trifft noch auf bekannte Gesichter – ab August steht ein Wechsel an.
Die Nachricht, die zu Beginn des Jahres die Runde machte, ließ viele Anhänger des Ausflugsziels aufhorchen: Personelle Veränderungen kündigten sich an, die Wirtin Roswitha Eichin denke ans Aufhören. Seitdem hat sich einiges getan in Sachen Nachfolgeregelung.
Vier Bewerber habe es gegeben, berichtet Betreiber Werner Schwald beim Besuch unserer Zeitung. Die Ausschreibung sei durch die Gemeinde erfolgt, und zwar rein regional (nicht überregional). Alle Bewerber haben sich vor Ort umgesehen, und ersten Einblick erhalten. Ein Lokal wie die Fischerhütte bringe Besonderheiten mit, etwa die Pflege der Stammkundschaft, betont Schwald. In der Ferienzeit, an Feiertagen und am Wochenende werde reichlich Publikum vorstellig. Ansonsten könne es sehr ruhig sein. Daher schwört Schwald auf sein treues Publikum.
Zwei Anwärter kamen weder aus der Gegend, noch besaßen sie Gastro-Erfahrung. Eine dritte Bewerbung löste sich in Luft auf, da die Vorstellung im Ortschaftsrat ausblieb.
Wechsel im Sommer
Die vierten Anwärter indes ließen Hoffnung aufkommen. Ein Paar wolle sich der Aufgabe stellen. „Jüngere Leute“, so Schwald. Sie stamme aus Schwand, und werde bis Oktober ihr Studium beenden. Er stamme aus Mainz, sei von Beruf Koch und werde ab Juli seinen Probedienst antreten. Einen Monat lang werde gemeinsam gearbeitet, ab August übernehme der neue Wirt.
„Unser Koch ist auch neu“, merkt Schwald an, erst kürzlich habe er den Wiesleter eingestellt. „Wenn es funktioniert“, werde das Personal übernommen, so der aktuelle Stand. Die offizielle Übergabe des kleinen Lokals mit Kultstatus werde Bürgermeister Stefan Niefenthaler vornehmen. „Wir hoffen, dass alles gut laufen wird“, so Schwald.
1999 hatte der einstige Bürgermeister Neuenwegs die die Fischerhütte übernommen, um ihr neues gastronomisches Leben einzuhauchen. Vor fünfzehn Jahren kam Roswitha Eichin mit ins Boot. Zusammen sorgte das Duo bei ungezählten Gästen für einen schönen Aufenthalt.
Schon 1900 ein Gasthaus
Was nur noch wenige wissen: Die Gästebetreuung am Nonnenmattweiher hat eine lange Tradition: Direkt am See, gegenüber der heutigen Infotafel, gab es um 1900 ein Gasthaus gegeben, wie Kurt Ückert in seiner Schrift „Der Nonnenmattweiher“ zu berichten weiß.
Heute ist das idyllische Fleckchen einer der schönsten Badeseen im Südschwarzwald. Andere sprechen gar von einer der schönsten Sehenswürdigkeiten des Schwarzwalds. Auch Schwald sagt: Der See sei immer schön, zu jeder Jahreszeit.
Der Spagat zwischen sanftem Tourismus und Naturschutz wird seit langem verfolgt. Der Waldsee und sein Moorgebiet sind geschützte Biotope. Badegäste schätzen das warme Wasser, Spaziergänger den Anblick seltener Flora und Fauna. 2027 wird das Naturschutzgebiet als solches vierzig Jahre alt.
Übrigens: Die namensgebenden Nonnen respektive Nunnen waren Kühe, die als Mastvieh in die Nunnenmatt getrieben wurden (Zitat Ückert).